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20:01 11.05.2018
Inklusive Schlafbrille: In “When I dream“ gilt es, Träume zu erraten. Quelle: Handout
Leipzig

Ideen, Bilder, verschwommene Gedanken – das ist der Stoff, aus dem die Träume sind. Das ist aber auch der Stoff, aus dem gleich zwei Spiele des aktuellen Jahrgangs ihren Reiz zu schöpfen versuchen – und aus durchweg hübschen, surrealistisch gestalteten Karten, die jeweils zentrales spielerisches Element sind.

“When I Dream“ kommt sinnigerweise mit einem Bett (als Kartenablage) und einer Schlafbrille. Die setzt der jeweilige “Träumer“ auf. Er muss die Traumbilder erraten, die ihm Feen einflüstern. Dummerweise gibt es auch noch Nachtalben und Sandmänner mit anderen Interessen. All diese Wesen werden von den Mitspielern des Träumers verkörpert.

Chris Darsaklis: “When I Dream“ Quelle: Handout

Während die Sanduhr läuft, decken sie eine Traumkarte nach der anderen auf und beschreiben sie mit je nur einem Wort. Die Feen möchten, dass der Träumer richtig rät. Die Nachtalben wollen ihn in die Irre führen. Sandmänner wollen ein Gleichgewicht zwischen Richtig und Falsch. Und keiner weiß, wer welche Rolle spielt, aber jeder versucht, das herauszufinden.

Der Profi-Nachtalb weiß: Zu zweit lügt es sich viel glaubwürdiger. Mikroallianzen bilden sich im Sekundentakt, das ist Psychologie im Kleinformat. Wenn jeder einmal Träumer war, wird abgerechnet.

Die Götter legen Sternbilder – und werden unterwandert: “Dreams“ beinhaltet ebenfalls eine Kartenkomponente. Quelle: Handout

Um Visionen, göttliche gar, geht es in “Dreams“. Die Spieler legen als Götter Sternenbilder, um die Sterblichen zu erfreuen und zu inspirieren. Okay, die Sterne sind Plastikklümpchen in drei verschiedenen Größen, das Firmament ein Oval aus Mousepad-Material. Und ein (pro Runde zufällig ermittelter) Spieler ist ein Sterblicher, der sich eingeschlichen hat.

Er weiß als Einziger nicht, welche der jeweils vier ausliegenden Traumkarten die richtige ist, sollte sich das aber nicht anmerken lassen. Munter legt er Sterne mit, idealerweise an Stellen auf dem Oval, wo sie nicht unangenehm auffallen. Denn Punkte gibt es für ihn, wenn er unerkannt durchkommt und die richtige Karte errät. Die Götter punkten, wenn niemand sie für Sterbliche hielt und sie den Eindringling erkannten.

Oliver Grégoire: “Dreams“ Quelle: Handout

Um Psychologie geht es also in beiden Spielen, in “When I Dream“ aber sehr direkt, sinnlich, spaßig. Die Aufgabe in “Dreams“ hingegen ist arg abstrakt und schon schwierig genug, ohne dass jemand querschlägt. So wird hier aus einer poetischen Spielidee eine recht anstrengende Angelegenheit.

Chris Darsaklis: “When I Dream“. Repos (Vertrieb: Asmodee), für vier bis zehn Spieler ab acht Jahren, etwa 30 Euro

Oliver Grégoire: “Dreams“. Zoch, für drei bis sechs Spieler ab zehn Jahren, etwa 30 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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