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15 Festnahmen nach Anti-Terrorschlag in Belgien

Brüssel 15 Festnahmen nach Anti-Terrorschlag in Belgien

Terroralarm in Belgien: Islamistische Extremisten haben nach Behördenangaben einen größeren Anschlag mit Maschinenpistolen und Sprengstoff auf die Polizei geplant.

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Vermummte Polizisten sperren den Ort des Einsatzes in Vervier ab.

Quelle: Olivier Hoslet

Brüssel. Terroralarm in Belgien: Islamistische Extremisten haben nach Behördenangaben einen größeren Anschlag mit Maschinenpistolen und Sprengstoff auf die Polizei geplant. Fahnder nahmen in Belgien und Frankreich insgesamt 15 Verdächtige fest, teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel mit.

Zwei Terrorverdächtige waren am Donnerstagabend bei einem Schusswechsel mit Spezialkräften der Polizei in Verviers im Osten des Landes ums Leben gekommen.

Die Behörden riefen die zweithöchste Terrorwarnstufe aus. Die Regierung des liberalen Premiers Charles Michel beschloss einen Zwölf-Punkte-Plan zum Kampf gegen Terrorismus und Radikalismus. So sollen Soldaten öffentliche Plätze und Einrichtungen schützen, und Telefone vermehrt abgehört werden.

In Belgien gab es an mehreren Orten 13 Festnahmen, in Frankreich 2. Bis zum Abend kamen fünf Verdächtige vor den Haftrichter. Drei wurden in Untersuchungshaft genommen, zwei unter Auflagen auf freigelassen.

Die Staatsanwaltanwaltschaft berichtete zudem von zwölf Hausdurchsuchungen. In Verviers fanden die Beamten unter anderem Kalaschnikow-Sturmgewehre des Typs AK47, Munition, Sprengstoffe, Sprechfunkgeräte und Polizeiuniformen.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric van der Sypt sagte: „Diese Gruppe wollte Polizisten auf der Straße oder in Kommissariaten töten.“ Mehrere Mitglieder seien im Syrien-Krieg gewesen. Die meisten Verdächtigen haben die belgische Staatsbürgerschaft. Die Fahnder ließen Spekulationen unkommentiert, wonach auch Tschetschenen unter den Verdächtigen sein sollen. Die Identifizierung der beiden Getöteten lief laut Staatsanwaltschaft noch.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, es sei offen, ob es Beziehungen zu anderen terroristischen Gruppen gebe. Verbindungen zu den islamistischen Anschlägen in der vergangenen Woche in Frankreich gebe es auf den ersten Blick nicht.

Belgien befand sich am Freitag im Alarmzustand. Polizeiwachen wurden verbarrikadiert, Polizisten wurden angewiesen, nicht mehr alleine auf Streife zu gehen. Jüdische Schulen in Brüssel und Antwerpen blieben geschlossen; sie sollen am Montag aber wieder ihre Tore öffnen. Im Mai vergangenen Jahres hatte ein Islamist bei einem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vier Menschen getötet.

Belgien plant zudem Maßnahmen zum Schutz vor rückkehrenden Dschihad-Kämpfern aus Syrien oder dem Irak. Dort hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ein Kalifat ausgerufen, das Hunderte Kämpfer aus Europa anzieht. Verdächtigen mit doppelter Staatsbürgerschaft soll künftig die belgische Staatsbürgerschaft aberkannt werden können. Wollen mutmaßliche Dschihadisten das Land verlassen, kann ihnen der Personalausweis oder Reisepass entzogen werden.


Bericht Internetseite RTBF - Französisch



dpa

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