Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Panorama 15-Jährige auf WC missbraucht: Warum informierte die Polizei erst jetzt?
Nachrichten Panorama 15-Jährige auf WC missbraucht: Warum informierte die Polizei erst jetzt?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:35 28.11.2018
In diesem Toiletten-Häuschen kam es zu dem mutmaßlichen Missbrauch einer 15-Jährigen. Quelle: Hannah Rüdiger
Königs Wusterhausen

Im Fall der beiden Männer, die eine 15-Jährige auf einer öffentlichen Toilette in Königs Wusterhausen (Brandenburg) sexuell missbraucht haben sollen, wehrt sich die Polizei gegen Vorwürfe, das Verbrechen hinter Verschluss gehalten zu haben.

Die Tat soll sich bereits am Nachmittag des 20. Novembers ereignet haben. Zwei Tage danach kam das Mädchen mit ihren Eltern zur Polizei und erstattete Strafanzeige. Am Freitagabend wurde der 21-jährige Tatverdächtige festgenommen – es handelt sich um einen afghanischen Asylbewerber. Am Samstag erließ ein Richter Haftbefehl gegen ihn, sagte Polizeisprecher Maik Kettlitz der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ (MAZ).

Panne bei Information der Öffentlichkeit

Zum zweiten Tatverdächtigen machte Kettlitz aus „ermittlungstaktischen Gründen“ keine Angaben. Es soll sich ebenfalls um einen afghanischen Flüchtling handeln, berichtet die MAZ. Bei der Information der Öffentlichkeit gab es laut Kettlitz eine technische Panne. Die Polizeimeldung sei am Montag an einige Medien nicht übermittelt worden, darunter war auch die MAZ. Grund seien Probleme mit dem E-Mail-Server der Polizei gewesen.

Polizei wehrt sich gegen Vorwurf

Den Vorwurf, dass der Vorfall unter Verschluss gehalten werden sollte, wies der Polizeisprecher zurück. „Das entspricht nicht dem polizeilichen Standard und es macht auch keinen Sinn, Sachverhalte zurückzuhalten“, sagte Kettlitz. Eine erste Befragung des Mädchens am Donnerstag habe abgebrochen werden müssen und wurde am Freitag fortgesetzt. „Erst dann konnten wir mit den Ermittlungen starten und haben am Montag über die Ergebnisse informiert,“ sagte er.

Von Frank Pawlowski/RND