Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° heiter

Navigation:
Amokschütze bittet vor Gericht um Entschuldigung

Ansbach Amokschütze bittet vor Gericht um Entschuldigung

Zwei Menschen soll er auf seiner Amokfahrt im vergangenen Sommer erschossen haben. Seit Montag steht der mutmaßliche Schütze vor Gericht. Ins Gefängnis muss er aber wohl nicht.

Voriger Artikel
Prozess gegen 95-jährigen KZ-Sanitäter von Auschwitz vertagt
Nächster Artikel
Salma Hayek trauert um ihren Hund Mozart

Blumen und eine Kerze am Tatort in Tiefenthal-Leutershausen bei Ansbach. Gut ein Jahr nach der Tat muss sich der 47-jährige Täter nun vor Gericht verantworten.

Quelle: Daniel Karmann/archiv

Ansbach. Wegen zweifachen Mordes muss sich der mutmaßliche Amokschütze aus Mittelfranken seit heute vor Gericht verantworten. In Haft kommt der psychisch kranke 48-Jährige jedoch voraussichtlich nicht.

In dem Verfahren will die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Ansbach erreichen, dass der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. Wegen einer paranoiden Schizophrenie gilt er als schuldunfähig. Der 48-Jährige soll im Juli 2015 im mittelfränkischen Leutershausen bei Ansbach zuerst eine 82-Jährige und dann einen 72 Jahre alten Radfahrer aus seinem Auto heraus erschossen haben.

Nach Verlesung der Anklage wurde die Öffentlichkeit vorübergehend von dem Verfahren ausgeschlossen. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes hörte sich die Kammer eine Erklärung des Mannes in nicht öffentlicher Sitzung an. Wie Gerichtssprecher Jürgen Krach danach berichtete, stritt der Beschuldigte die Vorwürfe darin nicht ab.

In der Erklärung, die der Verteidiger des Mannes verlas, betonte der 48-Jährige jedoch, er habe eine andere Sichtweise und Wahrnehmung der Geschehnisse und wolle sich dazu möglicherweise später noch äußern. Er bedauere die Vorfälle zutiefst. Die Angehörigen bat er um Entschuldigung für die Folgen seines Handelns, die Verluste und die von ihm verursachten Ängste.

Die Frau und der Sohn des getöteten Radfahrers kritisierten in einer schriftlichen Erklärung, dass der Beschuldigte trotz seiner psychischen Auffälligkeit weiter eine Waffe besitzen durfte. Er habe außerdem schon lange nicht mehr regelmäßig im Schützenverein geschossen. Dies hätte der Verein ihrer Ansicht nach bemerken und den Behörden melden müssen. Sie forderten daher stärkere Kontrollen. Der 48-Jährige durfte die Pistole und den Revolver als Sportschütze zwar besitzen, aber nicht in der Öffentlichkeit mit sich führen.

Auf seiner etwa eineinhalb Stunden dauernden Amokfahrt hatte der 48-Jährige laut Anklage zwei Waffen und mindestens 100 Schuss Munition bei sich. Nachdem er die Frau und den Radfahrer getötet hatte, fuhr er den Ermittlungen zufolge weiter und schoss auch noch auf eine Autofahrerin und später auf einen Traktorfahrer. In beiden Fällen traf er sein Ziel nicht. Später bedrohte er noch einen Arbeiter. An einer Tankstelle konnten Mitarbeiter den Mann schließlich überwältigen und festhalten, bis die Polizei eintraf.


Mitteilung



dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.