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Anti-Terroreinsatz am Airport: Paris wieder im Krisenmodus

«Es gab keine Panik» Anti-Terroreinsatz am Airport: Paris wieder im Krisenmodus

Die Attacke eines 39-Jährigen auf Soldaten auf dem Pariser Flughafen Orly weckt Erinnerungen an Terroranschläge. In Frankreich flammt eine neue Sicherheitsdebatte auf.

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Ein französischer Polizist steht vor dem Flughafen Orly in Paris. Nach einem Angriff auf einen Soldaten ist ein Mann erschossen worden.

Quelle: Kamil Zihnioglu

Paris. Polizeisirenen, schwer bewaffnete Anti-Terrorpolizisten, Hubschrauber, abgesperrte Straßen: Paris ist wieder einmal im Krisenmodus.

Die möglicherweise islamistisch motivierte Attacke eines 39-Jährigen auf patrouillierende Soldaten auf dem Flughafen Orly lässt an die schlimme Terrorserie denken, die Frankreich seit gut zwei Jahren erschüttert und über 230 Menschen das Leben gekostet hat.

Der Angreifer Ziyed Ben Belgacem wird am Samstag um 8.25 Uhr von Soldaten getötet. Nach den Schüssen in der Flughafenhalle werden ganz schnell Geschäfte geschlossen, Koffer stehen verlassen in dem Gebäude. Aus dem Terminal Orly-Süd werden etwa 3000 Menschen in Sicherheit gebracht.

Draußen warten Fluggäste mit ihrem Gepäck. Sicherheitskräfte haben das Gebäude abgeriegelt. Der Flugverkehr wird unterbrochen. Erst nach Stunden läuft er teilweise wieder an. Am Sonntag läuft der Airport wieder normal.

Er habe den Angreifer und die Soldatin am Boden gesehen, erzählt Rentner Jean-Pierre. „Wir hörten Schüsse.“ Die Reisenden bekamen die Anweisung, die Flughafenhalle zu verlassen. „Es gab keine Panik“, sagt der Mann der Deutschen Presse-Agentur.

Andere Passagiere bekommen nach der Attacke die Auskunft, zum zweiten großen Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle zu fahren, wohin Flüge umgeleitet werden. Michèlle, eine ältere Frau, ist unsicher, ob sie das Angebot annimmt. „Wir werden sehen. Wir wollten eigentlich in die Sonne, nach Tunesien.“ Dominique steht seit Stunden auf einem Parkplatz. „Wir habe keine Informationen, wir warten“, sagt er dem Sender BFMTV.

Als sie die Schüsse hören, denken viele Reisende an einen Terroranschlag. Das ist kein Wunder: In Frankreich gilt immer noch der Ausnahmezustand. Dieser erlaubt den Sicherheitskräften Hausdurchsuchungen ohne Richterbeschluss. Im benachbarten Belgien riss ein Terrorangriff islamistischer Gewalttäter auf dem Brüsseler Flughafen und in der U-Bahn vor fast genau einem Jahr 32 Menschen in den Tod.

Armeeangehörige und Polizisten patrouillieren an Bahnhöfen, Flughäfen und vor öffentlichen Gebäuden. Angriffe gab es bereits: Am Pariser Louvre-Museum war vor einigen Wochen ein Mann niedergeschossen worden, der sich mit Macheten auf eine Militärpatrouille gestürzt hatte.

„Diese Verstärkung ist essenziell“, resümiert Staatschef François Hollande mit Blick auf die Patrouillen. Der Sozialist verlässt bald den Élyséepalast, denn in fünf Wochen wird sein Nachfolger gewählt werden. Bisher spielt die Terrorgefahr im Wahlkampf eine nur untergeordnete Rolle, vielleicht ändert sich dies nun.

Nach dem Angriff flammt zunächst eine neue Debatte über die Sicherheit an Flughäfen auf. Der bewaffnete Täter konnte mit einem Kraftstoff-Behälter unbehindert in das Gebäude kommen. Bei den Verantwortlichen gibt es Vorbehalte gegen Sicherheitsschleusen, vor denen sich dann Schlangen mit Reisenden bilden würden. Das Problem werde damit nur nach draußen verlagert, lautet das Argument. Beim Wahrzeichen der Stadt, dem Eiffelturm, wird bereits eine Glasmauer gebaut, um die Besucher vor Angriffen zu schützen.

dpa

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