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Auster mit Instinkt

Rooney Mara Auster mit Instinkt

Rooney Mara zeigt sich in "Side Effects" (25. April) freizügig - und im Interview vorsichtig

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Rooney Mara, hier bei der Premiere von "Side Effects", sorgt sich nicht zu sehr um die Konkurrenz: "Es gibt immer jemanden, der noch jünger und aufregender ist als man selbst. Es liegt ja an einem selbst, ob man diesen Umstand Einfluss auf sein Leben habe

Quelle: Senator Film

Vier Jahre wartet Emily (Rooney Mara) auf ihren Mann Martin (Channing Tatum), der wegen Insiderhandels im Gefängnis sitzt. Als der Banker wieder entlassen wird, verfällt Emily in Depressionen statt Euphorie und begeht einen Selbstmordversuch. Unter dem Einfluss von Antidepressiva scheint sich ihr Zustand zu bessern - bis die junge Frau eine tragische Tat begeht. Geschickt vermischt Regisseur Steven Soderbergh in "Side Effects" (Start: 25. April) Pharmathriller mit Erotikdrama und verlässt sich dabei ganz auf seine enthemmt aufspielende Hauptdarstellerin Rooney Mara, die sich seit ihrem oscarnominierten Auftritt als Lisbeth Salander in David Finchers "Verblendung" nicht über mangelnde Rollenangebote beklagen kann. Privat lebt die 28-jährige Amerikanerin streng vegan, engagiert sich bei Benefizprojekten in Afrika und gibt sich im Gespräch so verschlossen wie eine Auster.

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Starrummel? Kennt Rooney Mara nicht: "Das Internet und die digitale Fotografie haben das Leben für echte Stars sicher verändert. Aber ich habe zum Glück bis jetzt keine schlechten Erfahrungen damit gemacht."

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teleschau: Sie spielen in "Side Effects" eine suizidgefährdete Patientin, die mit Antidepressiva scheinbar wirksam behandelt werden kann - bis sie unter Medikamenteneinfluss einen Mord begeht. Wie haben Sie sich vorbereitet?

Rooney Mara: Die Recherche für den Film hat ja vor allem der Autor Scott Burns im Vorfeld geleistet. Ich habe selbst noch keine Antidepressiva genommen. Im Freundes- und Bekanntenkreis haben vermutlich die meisten Menschen schon Erfahrungen aus erster oder zweiter Hand damit gemacht.

teleschau: Ist nicht der "Kampf gegen die Traurigkeit" und die Notwendigkeit, allzeit gut drauf zu sein, etwas zutiefst Amerikanisches?

Mara: Das weiß ich nicht, ich habe ja bis jetzt nur in Amerika gelebt. Ich habe keine Ahnung, wie andere Kulturen und Länder damit umgehen.

teleschau: Sie scheinen bei Ihrer Rollenwahl komplizierte Frauen mit innerer Stärke ganz besonders anzuziehen?

Mara: Ich interessiere mich mehr für Dramen als für romantische Komödien. Mir ist, glaube ich, auch noch nie ein Part in einer romantischen Komödie angeboten worden. Wahrscheinlich wäre ich da auch nicht so gut. Aber als Kinobesucher schaue ich mir alle Genres sehr gerne an, von Animationsfilmen über Komödien bis zu Dramen.

teleschau: Wie hat sich Ihr Leben seit Ihrem unglaublichen Erfolg als Hackerin Lisbeth Salander in "Verblendung" verändert?

Mara: Ich bin besser beschäftigt und habe mehr Arbeitsmöglichkeiten, darüber freut sich sicher jede Schauspielerin. Aber ich habe keine Erfahrungen mit Starruhm in meinem Privatleben. Der spielt keine Rolle. Das Internet und die digitale Fotografie haben das Leben für echte Stars sicher verändert. Aber ich habe zum Glück bis jetzt keine schlechten Erfahrungen damit gemacht.

teleschau: Auch Hollywood wird immer schnelllebiger. Bleibt einem als Schauspieler noch die Zeit, sich in Ruhe zu entwickeln, bevor der Marktwert schon wieder sinkt?

Mara: Das war doch schon immer so. Es gibt immer jemanden, der noch jünger und aufregender ist als man selbst. Es liegt ja an einem selbst, ob man diesen Umstand Einfluss auf sein Leben haben lässt oder nicht. Ich lasse diesen Einfluss jedenfalls nicht zu. Ich finde es gut, wenn man sich die Zeit nimmt, Projekte zu wählen, die man tatsächlich auch spielen will.

teleschau: Hat es Ihnen bei Ihrer Karriereplanung geholfen, dass Ihre ältere Schwester Kate auch vor der Kamera steht?

Mara: Ja.

teleschau: Was ist merkwürdig an Ihrem Beruf?

Mara: Die Pressearbeit. Wenn einen die Leute immer dieselben Sachen fragen.

teleschau: Zum Beispiel?

Mara: Wie bereiten Sie sich auf die Rolle vor? Wie kommen Sie aus der Rolle wieder heraus? War es schwer die Rolle zu spielen?

teleschau: Na, dann mal etwas ganz anderes: Wofür wollen Sie, wenn Sie mal 80 sind, den Menschen in Erinnerung bleiben?

Mara: Keine Ahnung. Dafür habe ich noch nicht genug Filme gedreht.

teleschau: Sie wirken eher verschlossen im Umgang mit Journalisten. Welchen Grund gibt es dafür? Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

Mara: Ich fände es persönlich viel merkwürdiger, wenn ich mich nicht zurückhaltend verhielte. Es wäre doch wohl bizarrer, wenn ich in diesen Raum komme und Ihnen vertrauen würde. Sie sind mir schließlich völlig fremd. Dass ich mich vorsichtig verhalte, ist doch wohl ein nachvollziehbarer Überlebensinstinkt.

 

 

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