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Autobombe tötet elf Polizisten in der Türkei

Istanbul Autobombe tötet elf Polizisten in der Türkei

Die Terrorwelle in der Türkei reißt nicht ab. Nach dem verheerenden Anschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft in Gaziantep wird wieder die türkische Polizei zum Ziel eines Terroranschlags.

Istanbul. Bei einem Autobombenanschlag im Südosten der Türkei sind mindestens elf Polizisten getötet worden. Weitere 75 Polizeibeamte sowie drei Zivilisten wurden nach Angaben der Behörden verletzt.

Ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen war an einem Kontrollpunkt etwa 50 Meter vor dem Gebäude der Bereitschaftspolizei in Cizre explodierte. Das dreistöckige Polizeigebäude glich nach der Detonation einer Ruine, wie Fernsehbilder zeigten. Ein Materiallager stand in Flammen.

Das Gouverneursamt der Provinz Sirnak sprach von einem Selbstmordanschlag. Zu dem Anschlag bekannte sich am Nachmittag die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK.

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim drohte der PKK bereits kurz nach dem Anschlag Vergeltung an. „Wir werden diese hinterhältige Terrororganisation, die eine Geißel für unser Land ist, in die Knie zwingen“, sagte er in Istanbul.

Erst am Vortag war im Nordosten des Landes der Konvoi eines Spitzenpolitikers der Opposition angegriffen worden. Dabei wurden drei Soldaten verletzt, einer von ihnen tödlich. Der Politiker Kemal Kilicdaroglu, Vorsitzender der Mitte-Links-Partei CHP, blieb bei dem Anschlag in der Nordostprovinz Artvin unversehrt.

Auch zu diesem Anschlag bekannte sich die PKK. Er habe dem Militär gegolten, nicht aber Kilicdaroglu, teilte die PKK auf ihrer Website mit. Die Untergrundorganisation wird nicht nur von der Türkei, sondern auch von den USA und der EU als terroristisch eingestuft.

Der neue Anschlag auf die Polizei in Cizre reiht sich ein in eine Terrorwelle, die das Land derzeit erschüttert. Vor einer Woche hatte sich ein Selbstmordattentäter mit einem Auto vor dem Polizeipräsidium der Stadt Elazig in die Luft gesprengt und drei Polizisten mit in den Tod gerissen, Dutzende Menschen wurden verletzt.

Beim schlimmsten Terroranschlag der vergangenen Tage waren in Gaziantep im Südosten der Türkei mehr als 50 Teilnehmer einer kurdischen Hochzeitsfeier getötet worden. Für diese Attacke machte die Türkei die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich. Drei Tage nach dem Anschlag in Gaziantep überquerte die türkische Armee die Grenze nach Nordsyrien und nahm zusammen mit Kämpfern der Freien Syrischen Armee die seit gut zwei Jahren vom IS kontrollierte syrische Grenzstadt Dscharablus ein.

dpa

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