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Bericht: IS-Terrormiliz immer stärker in Geldnot

London Bericht: IS-Terrormiliz immer stärker in Geldnot

Wer Fragen zum Koran nicht beantworten kann, muss Strafe zahlen. Die Terrormiliz IS wird immer erfinderischer, um an Geld zu kommen. Ein neuer Bericht sieht klare Anzeichen: Das selbst ernannte Kalifat steckt in Geldnot.

London. Die Terrormiliz Islamischer Staat fällt es nach einem Bericht immer schwerer, an Geld zu kommen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des militärischen Branchendienstes „IHS Jane's Conflict Monitor“.

Demnach haben die Dschihadisten im vergangenen Jahr beinahe 30 Prozent ihrer Einkünfte verloren. Um die Einbußen zu kompensieren, soll der IS teilweise absurde Steuern erheben und Prügelstrafen gegen Geld erlassen.

Etwa die Hälfte ihrer Einnahmen generiert die Terrormiliz über Steuern und die Beschlagnahme von Besitz. Weitere 43 Prozent nehmen die Terroristen dem IHS zufolge durch den Verkauf von Öl, Drogenhandel, Spenden sowie den Verkauf von Strom ein.

Weil die Bevölkerung, die unter der Herrschaft der IS-Terroristen lebt, von neun Millionen Menschen auf sechs Millionen geschrumpft ist, gehen auch die Einnahmen zurück.

Das Geld versuchen die Terroristen nun auf anderem Wege wieder hereinzuholen. „Wir haben herausgefunden, dass der IS die Steuern auf die Grundversorgung erhöht und neue Wege findet, um mehr Geld aus Menschen herauszupressen“, sagt Analyst Ludovico Carlino von IHS. Dazu gehören beispielsweise Gebühren, wenn jemand Satellitenschüsseln installiert. Wer Fragen zum Koran nicht korrekt beantworten kann, muss eine Geldstrafe zahlen.

Besonders aussagekräftig ist für die IHS-Experten, dass die IS-Miliz offenbar Prügelstrafen gegen Geld erlässt. Diese Strafen würden als elementarer Bestandteil eines Regierungssystems angesehen, das auf der islamischen Rechtssprechung Scharia basiert. Dass sie (die IS-Terroristen) darauf verzichteten, sei ein klarer Beleg für die finanziellen Schwierigkeiten, in denen die Terrormiliz stecke, heißt es.

Auch die Ölförderung auf dem vom IS kontrollierten Territorium sei drastisch zurückgegangen, heißt es weiter. Waren es im Sommer 2015 noch 33 000 Barrel (je 159 Liter) Öl täglich, würden jetzt nur noch 21 000 Barrel pro Tag gefördert. Das sei vor allem auf mehr Luftangriffe der US-geführten Anti-IS-Allianz zurückzuführen und in geringerem Maße auch auf russische Versuche, die Ölförderungskapazitäten der Terrormiliz zu zerstören.

Obwohl beinahe alle wichtigen Ölfelder des IS Ziel von Angriffen wurden, sind die Kapazitäten zur Ölförderung noch nicht vollkommen zerstört. Immer wieder gelinge es den Terroristen, sie zu reparieren oder zu ersetzen, heißt es weiter.

Der „IHS Conflict Monitor“ bezieht seine Informationen auf Grundlage von frei im Internet verfügbaren Daten, insbesondere aus den sozialen Netzwerken. Der Sitz des Unternehmens ist in den USA.

dpa

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