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Panorama Bill Cosby: Der erste Verurteilte der #MeToo-Bewegung
Nachrichten Panorama Bill Cosby: Der erste Verurteilte der #MeToo-Bewegung
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20:12 25.09.2018
Bill Cosby verlässt nach einer ersten Sitzung zur Verkündung seines Strafmaßes das Montgomery County Courthouse. Quelle: Matt Rourke/ap
Norristown

Sogar Steven O'Neill, geachteter Richter am Montgomery County Court in Pennsylvania, scheint zwischendurch kurz eingenickt zu sein. Im schwarzen Talar sitzt er da, das bärtige Kinn auf die Hand gestützt, die Augen geschlossen.

Im Vortrag einer Zeugin zuckt er plötzlich und richtet sich auf. Nach nicht ein, sondern zwei Strafprozessen, einem mühsamen Jury-Urteil, Protesten vor dem Gericht und einem inzwischen dritten Team an Verteidigern scheint O'Neill die Akte Bill Cosby endlich schließen zu wollen.

Auch Andrea Constand dürfte hoffen, dass dies ihre letzte Reise ins verschlafene Norristown sein wird. Sie holt tief Luft, bevor sie vor Verkündung des Strafmaßes für den Schauspieler ein knappes, abschließendes Statement liest: „Die Jury hat mich gehört, Herr Cosby hat mich gehört, und jetzt bitte ich um Gerechtigkeit in dem Maß, wie das Gericht es für angemessen hält.“ Constand lebt heute in Kanada und arbeitet als Massage-Therapeutin, die USA sind weit weg.

Cosby äußert sich nicht, obwohl er Gelegenheit dazu hätte. „Ja“ und „Nein“ sagt er nur mehrfach oder stellt kurze Nachfragen, als Staatsanwalt Stewart Ryan ihn über seinen neuen Status als „gewaltbereiter Sexualverbrecher“ und die damit verbundenen Pflichten belehrt. In Pennsylvanias Register wird er künftig mit Foto geführt. Es soll Bewohner schützen, vor allem Kinder und Jugendliche.

Das Schlagwort #MeToo war noch nicht um die Welt gegangen, als Cosby die Universitätsangestellte Andrea Constand im Januar 2004 sexuell nötigte. Nun ist diese Bewegung, die übergriffige Männer in Machtpositionen umkippen lässt wie Dominosteine, fast auf den Tag genau ein Jahr alt. Die Verurteilung Bill Cosbys - auch wenn er die Höhepunkte seiner Karriere in einer Zeit vor #MeToo feierte - könnte Signalwirkung haben. Der Prozess gegen den gestürzten Hollywood-Mogul Harvey Weinstein läuft in New York bereits an.

Schon vor Verkündung des Strafmaßes, das bis zu zehn Jahre Haft oder auch nur mehrere Jahre Hausarrest betragen könnte, wirkt Constand wie eine Siegerin. Sie hat viele Hände geschüttelt und gelacht, ist umarmt und von Frauen umringt worden. Mit ihrem hellen Blazer und ihrer lockigen Kurzhaarfrisur mit den blondierten Spitzen scheint die drahtige Ex-Basketballerin Welten entfernt vom schwerfälligen Cosby. Auf seinem kahlen Kopf wachsen graue Stoppeln, eines seiner Augen blickt ins Leere. Fast könnte man meinen, nicht Cosby sei hier der ehemalige TV-Star mit landesweitem Millionenpublikum, sondern Constand.

In dem fünfseitigen Statement, dass die 45-Jährige bei Gericht einreicht, zeichnet sie ein anderes Bild. „Bill Cosby hat meinen wunderschönen, gesunden Jugendgeist genommen und zerquetscht“, schreibt sie. Die Begleiter in ihrem Single-Leben seien heute zwei Hunde. „Fast 15 Jahre später bin ich eine Frau mittleren Alters, die für den größten Teil ihres Erwachsenenlebens in einer Warteschleife steckt und unfähig ist, ganz gesund zu werden oder sich voranzubewegen.“ Ihre Mutter Gianna sagt mit zittriger Stimme, nach dem Angriff auf ihre Tochter bis heute ihre ganz eigenen Traumata durchzustehen. Andrea Constand schreibt, sie blicke nach vorn und wolle „wachsen“.

dpa

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