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Dänemarks Königspaar feiert Goldhochzeit

Liebe auf den zweiten Blick Dänemarks Königspaar feiert Goldhochzeit

An der Seite einer Königin hat man es nicht immer leicht. So sieht das zumindest Dänemarks Prinz Henrik. Eine Ehekrise streiten er und seine Frau Margrethe aber ab - auch wenn sie ihren 50. Hochzeitstag nicht groß feiern wollen.

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Königin Margrethe und Prinz Henrik sind seit 50 Jahren miteinander verheiratet.

Quelle: Steen Brogaard

Kopenhagen. Kribbeln im Bauch? Verlegene Blicke? Fehlanzeige. Als sich die dänische Kronprinzessin Margrethe und der Franzose Henri bei Freunden zum ersten Mal treffen, ist keinem von beiden klar, dass sie gerade ihrer großen Liebe begegnet sind.

Henri hat an dem Abend in London 1965 noch nicht einmal große Lust, aus dem Haus zu gehen. „Er schwor sich, dass er die wahrscheinlich steife Gesellschaft so früh verlassen würde, wie es der Anstand zuließ“, schreibt Prinz Henrik später in seinem Erinnerungsbuch „Schicksal verpflichtet“. Doch der junge Diplomat bleibt. Und verliebt sich bei einem weiteren Treffen Hals über Kopf in die Thronfolgerin.

Am Samstag (10.6.) sind der heute 82-Jährige und Dänemarks Königin Margrethe II. (77) 50 Jahre verheiratet.

Liebe auf den ersten Blick war es nicht, da sind sich die Eheleute einig. „Erst, als wir uns sehr privat zu einer anderen Gelegenheit wiedersahen, wurde uns klar, dass wir sehr, sehr verliebt ineinander waren“, erzählt die Monarchin in dem 2016 erschienenen Buch „Die tiefsten Wurzeln“.

Die Zwei scheinen wie füreinander gemacht: Beide sind belesen, lieben Kunst, Kultur und Geschichte. Gemeinsam übersetzen sie Simone de Beauvoirs „Alle Menschen sind sterblich“ ins Dänische. Auf einem frühen Bild der Turteltäubchen zündet Henri, selbst eine Kippe im Mundwinkel, seiner Margrethe eine Zigarette an.

Die junge Prinzessin ist nervös, als sie ihre Eltern darum bittet, mit dem fünf Jahre älteren Grafen vor den Traualtar ziehen zu dürfen. Schon 1967 wird geheiratet. Henri de Laborde de Monpezat wird zu Prinz Henrik und zieht für seine Angebetete in den kalten Norden.

Obwohl er Däne wird, fleißig über seine neue Heimat lernt und für Margrethe auch zur dänischen Kirche, der Folkekirke, konvertiert, fühlt sich der Franzose dort lange nicht wohl. „Die Dänen haben mir nicht viele Chancen gegeben, ihnen zu zeigen, wer ich bin“, klagte Henrik noch mit 60 Jahren in einem Interview der Nachrichtenagentur Ritzau. Sie lästern über seinen Akzent, den Wein, den er auf seinem Weingut in Frankreich anbaut und über Minderwertigkeitskomplexe.

Eines wurmt Prinz Henrik nämlich während seiner Ehe mit der Königin so richtig: Dass er nicht König, sondern nur schlichter Prinz ist. 2005 wird auf seinen Wunsch deshalb der Titel „Prinzgemahl“ eingeführt. Auch wenn Margrethe über die Unzufriedenheit ihres Mannes mit seiner Rolle manchmal die Augen verdreht, hält sie öffentlich immer zu Henrik. Die Ehe kommt 50 Jahre lang ohne Skandale aus.

Als Königin Margrethe II. in ihrer Neujahrsansprache 2015/2016 verkündet, dass ihr Mann in Rente geht, ruft das bei vielen Dänen ungläubiges Erstaunen hervor. Seitdem ist Henrik nicht mehr Prinzgemahl, sondern wieder nur noch Prinz, und bei offiziellen Anlässen glänzt er häufiger mit Abwesenheit. Stattdessen lässt sich der 82-Jährige einen Bart stehen, was bei seinen Landsleuten gut ankommt. „Good looking prins!“, kommentieren Instagram-Nutzer im Juni 2016 erste Bilder.

Nach seiner Entscheidung für den Ruhestand spekulieren dänische Medien lange über eine royale Scheidung. Derartige Gerüchte weist Margrethe entschieden ab. „Mein Mann unterstützt mich immer noch, auch wenn das weniger sichtbar ist“, sagt sie in ihrer Neujahrsrede. Und beteuert bei einem Besuch auf den Färöer Inseln im vergangenen Sommer: „Man muss mich nicht bemitleiden.“ Auch die Tatsache, dass die beiden ihre Goldhochzeit ganz im Stillen feiern wollen, sei kein Hinweis auf eine Ehekrise.

Wie und wo das Paar den besonderen Tag verbringt, kann ein Sprecher des Königshauses zunächst nicht sagen. Nur soviel verrät die Königin auf den Färöern: „Natürlich wollen wir unsere Kinder und Enkelkinder um uns herum haben.“

dpa

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