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Panorama "Der Rest ist, was man daraus macht"
Nachrichten Panorama "Der Rest ist, was man daraus macht"
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22:59 18.04.2013
In "Alles für meine Tochter" spielt Ann-Kathrin Kramer eine Mutter, die nach 16 Jahren mit ihrem Kind konfrontiert wird, das sie damals zur Adoption freigegeben hat. Quelle: ARD Degeto / Willi Weber
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Ann-Kathrin Kramer legt ein gutes Wort für einen oftmals eher unpopulären Berufsstand ein: "Ich finde, Lehrer ist ein ganz wichtiger Beruf, der durchaus mehr Anerkennung erfahren dürfte. Meistens hört man erst einmal Witzchen über sehr viel Urlaub und Halbtagsarbeit. Aber so sieht ja die Realität überhaupt nicht aus!" Während ihrer Laufbahn hatte es die 47-Jährige nicht nur mit vielen Lehrern zu tun - aktuell zum Beispiel mit einem, der ihr das Klavierspiel beibringt. Nun spielt sie selbst eine Pädagogin im ARD-Drama "Alles für meine Tochter" (Fr., 10.05., 20.15 Uhr, ARD) - eine im Ausnahmezustand. Denn plötzlich soll diese ihre Tochter unterrichten, die sie vor 16 Jahren zur Adoption freigegeben hat. Die Frau, von Muttergefühlen übermannt, setzt sich quälender Geheimniskrämerei aus. Für die Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer wäre das nichts: Sie redet gerne gleich Klartext.

Als Sport- und Mathematik-Lehrerin hat Ines Erdmann eine Leidenschaft für Zahlen. Tatsächlich entdeckte auch Ann-Kathrin Kramer zu ihrer Überraschung später noch den Spaß am Rechnen. "Es war eine sehr schöne Erfahrung, festzustellen, dass man etwas kann, von dem einem immer gesagt wurde, darin sei man nicht so gut." Nach ihrem Hauptschulabschluss und einer Ausbildung zur Dekorateurin holte sie ihr technisches Abi nach: in Mathematik, Physik und Informatik. "Es war nicht unbedingt so, dass ich ein wahnsinniges Mathe-Talent hatte. Aber ich habe mein Abitur nachgemacht, als ich es wirklich machen wollte, und fand ganz spannend, dass ich in den naturwissenschaftlichen Fächern eigentlich ziemlich gut war. Früher, in der normalen Schulzeit, kannte ich das gar nicht von mir." Das eine ist das Paket an Fähigkeiten, das man als Veranlagung mit auf den Weg bekommt, das andere, was entsprechende Bildung dazu beiträgt. "Es gibt ja immer wieder Theorien darüber, was nun überwiegt, Veranlagung oder Erziehung. Am Ende pendelt es sich wohl irgendwo in der Mitte ein, was dazu führt, wie ein Mensch wird", sagt Kramer, die erst mit 26 Jahren in München die Schauspielschule besuchte. "Der Rest ist einfach auch, was man daraus macht."

Von der Zeit als Schauwerbegestalterin hat sich Ann-Kathrin Kramer, die mit Ehemann Harald Krassnitzer (ORF-"Tatort") und ihrem 15-jährigen Sohn (aus der früheren Beziehung mit Jan Josef Liefers) in ihrer Geburtsstadt Wuppertal lebt, vor allem praktische Kenntnisse bewahrt. "Wenn im Haushalt etwas kaputtgeht, mache ich mich durchaus auch mal selbst daran, das zu reparieren." Unkompliziertheit lautet auch die Devise fürs Zwischenmenschliche.

Ein Konzept bei der Kindererziehung war für Ann-Kathrin Kramer von Anfang an: Humor bewahren. "Das hilft wirklich. Es ist einfach wichtig, die Dinge nicht immer so ernst zu nehmen. Mit Kindern entstehen nun mal Situationen, die anders sind, als geplant. Ich glaube, wenn man etwas lockerer an die Sache herangeht, dann nimmt man auch sich selbst etwas den Druck." Funktioniert das auch noch, wenn das Kind die Pubertät erreicht hat? "Natürlich", antwortet sie. "Das hat man ja dann viele Jahre geübt, und es klappt immer besser. Aber: Mit gutem Beispiel voranzugehen ist sowieso immer die halbe Miete. Man kann sich ja immer hinstellen und dem anderen sagen, was er alles machen muss. Letztlich funktioniert das meiner Meinung nach nur dann, wenn man selbst den Anfang macht."

So versucht Ann-Kathrin Kramer auch Konflikte ohne Geschwurbel zu lösen, Dinge direkt anzusprechen, "selbst wenn das Problem noch vor der Tür steht". "Die Menschen sollten untereinander mehr miteinander reden. Richtige Kommunikation hat sehr viel mit Liebe zu tun." Die direkte Art der Blondine mit den strahlenden Augen kommt ganz allgemein "mal mehr, mal weniger" gut bei den Mitmenschen an. "Aber letztlich mag ich auch lieber, wenn man mit mir so umgeht. Das ist vielleicht manchmal ein bisschen anstrengend. Aber auf lange Sicht kürzt man damit den Weg unheimlich ab, der sonst auch gerne mal ein bisschen kompliziert werden könnte."

Ihre Fantasie lebt Ann-Kathrin Kramer zurzeit vor allem am Schreibtisch aus. Gerade wurde ihr erstes Kinderbuch, "Matilda - Das Mädchen aus dem Haus ohne Fenster", neu aufgelegt. Ein neuer, zweiter Erzählband mit Matilda-Abenteuern soll im Herbst erscheinen. Nach "Heiratsschwindlerin mit Liebeskummer" (2006) schreibt sie auch an einem weiteren Drehbuch. "Außerdem drehe ich und freue mich des Lebens."

Agenturseite Ann-Kathrin Kramer

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