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Panorama Deutsche in Indonesien vergiftet
Nachrichten Panorama Deutsche in Indonesien vergiftet
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00:00 28.08.2013
Jakarta

Große Trauer um zwei junge Brüder aus Berlin: Lukas und Felix B. starben nach dem Konsum mutmaßlich gepanschten Alkohols auf der indonesischen Insel Java. „Die Vermutung liegt nahe“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes der „Berliner Morgenpost“.„Nach Angaben des Arztes, der den jungen Mann behandelt hat, starb er nach dem Genuss von gepanschtem Alkohol“, sagte auch ein Sprecher der Dr. Kariadi-Klinik in Semarang auf der Insel Java. Der 23-jährige Bruder des Verstorbenen ist hirntot.

Tödliche Abschiedsfeier

Vergangene Woche wollte Lukas B. in der Millionenstadt Semarang in Nordjava mit seinem Bruder und sechs einheimischen Freunden seinen Abschied feiern. Fast ein Jahr lang war der 19-Jährige für die Dejavato-Stiftung als Assistenzlehrer tätig und hatte Schüler unterrichtet. Nur noch acht Tage trennten ihn von der Rückreise nach Berlin, wo er im Juni 2012 sein Abitur gemacht hatte.

Die Gruppe vergnügte sich in einer Hotelbar der Hafenstadt. Dabei wurde auch getrunken. Zumindest die Berliner Brüder tranken dabei nach Erkenntnissen der örtlichen Polizei auch Whisky.

Ein Mitarbeiter der Dejavato-Stiftung bestätigte, dass Lukas, der jüngere der beiden Brüder,, zwei Tage später mit Krämpfen ins Krankenhaus gebracht worden sei — er starb kurz darauf.

Unterdessen war dessen Bruder Felix bereits auf dem Rückflug nach Berlin. Aber noch vor dem Zwischenstopp auf dem Flughafen von Doha (Katar) verschlechterte sich der Zustand des Mannes rapide, berichtete ein Freund. Felix B. wurde ins Krankenhaus eingeliefert und fiel wenig später ins Koma. Inzwischen erklärten die Ärzte ihn für hirntot.

Die Polizei ermittelte nun im Pandanaran Hotel, wo die Deutschen getrunken hatten. „Wir haben der Polizei alle Informationen gegeben, mehr kann ich nicht sagen“, sagte eine Mitarbeiterin an der Rezeption. Vor der ehemaligen Schule des 19-Jährigen in Berlin-Friedenau stellten gestern Familie, Angehörige und Freunde Trauerbotschaften, Kerzen und Fotos auf.

Achtung in Indonesien

Gepanschter Alkohol ist in Indonesien ein Riesenproblem. In dem muslimischen Land mit 240 Millionen Einwohnern ist der Verkauf von Alkohol zwar nicht verboten. Viele Läden führen aber keine Alkoholika. Marken-Gin und -Whisky sind zu teuer. Der Staat erhebt Zoll und Steuern im Umfang von 400 Prozent. So machen skrupellose Straßenverkäufer immer wieder mit gepanschtem Alkohol Geld.

Erst vergangene Woche waren in Jakarta 13 Menschen nach dem Genuss von gepanschtem Alkohol gestorben. Die Polizei stellt bei Razzien jedes Jahr Tausende Liter Fusel-Alkohol sicher. Die Mischungen werden oft mit Chemikalien wie Methanol versetzt (siehe rechts). Immer wieder werden auch Ausländer Opfer.

Der Fall aus Indonesien erinnert an die tödliche Klassenfahrt, die eine Lübecker Schule im Jahr 2009 in die Türkei unternommen hat. Drei 17- bis 21-jährige Schüler des Lübecker Mortzfeld-Bildungszentrums starben damals, nachdem sie an einer Hotelbar Wodka besorgt und getrunken hatten, der hochgiftiges Methanol enthielt. Die Alkoholpanscher waren 2011 zu Haftstrafen von 60 Jahren verurteilt worden. Knapp ein Jahr nach dem Urteil hat das oberste Gericht in der Türkei die Urteile in Teilen aufgehoben und den Fall neu aufgerollt. Die Strafen seien damals zu niedrig gewesen, befanden die Richter.

OZ

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