Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Panorama Deutscher brüllt schwangere Syrerin in Fußgängerzone an
Nachrichten Panorama Deutscher brüllt schwangere Syrerin in Fußgängerzone an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:02 04.05.2018
In der Fußgängerzone in Bad Segeberg wurde eine schwangere Syrerin von einem Deutschen verbal attackiert. Sie brach unter dem Druck zusammen. Sie war mit ihrem Mann und ihrem Kind unterwegs. Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Bad Segeberg

Der Zwischenfall trug sich am Donnerstag gegen 12.40 Uhr zu. Wie Polizeisprecher Arnd Habermann schildert, saß die 29-Jährige mit ihrer Familie auf einer Bank in der Kirchstraße. Die Familie genoss den sonnigen Tag. Zeugen beobachteten, wie sich ein Deutscher mit einem Fahrrad der kleinen Gruppe näherte. Zunächst deutete nichts auf einen Konflikt hin, aber nur wenige Sekunden später sahen sich die Frau, ihr 39 Jahre alter Ehemann und der kleine Sohn einem wütenden Gebrüll ausgesetzt.

Passanten eilten der verängstigten Familie zu Hilfe

„Der Mann hat die Frau unvermittelt angeschrien“, berichtet Habermann weiter. „Unter anderem hat er sie dazu aufgefordert, ihr Kopftuch abzunehmen. Die Familie war relativ perplex.“ Die Schimpftirade schreckte auch zahlreiche Passanten auf, die in der Innenstadt ihre Einkäufe erledigten. Einige von ihnen wählten den Notruf und alarmierten die Polizei.

Die Situation schaukelte sich unterdessen weiter hoch. Den Wüterich brach nämlich die Tatsache, dass die syrische Familie nicht auf seine Forderungen und Vorwürfe reagierte, noch mehr in Rage. Doch die Flüchtlinge waren mit der Verbalattacke heillos überfordert. „Sie sprechen nur wenig Deutsch und wussten gar nicht, was der Mann von ihnen wollte“, sagt der Polizeisprecher. Glücklicherweise seien ihnen schnell einige der Umstehenden zu Hilfe geeilt. Aber selbst von dieser Zivilcourage ließ sich der 48-Jährige in seinem Zorn nicht einschüchtern.

Die Bad Segeberger Polizei erschien mit drei Streifenwagen am Ort des Geschehens. „Die Kollegen wussten nicht so recht, was sie erwartet“, erklärt Habermann. Zunächst war nämlich von den Beamten eine sich anbahnende Schlägerei befürchtet worden. Erst kürzlich hatten sich 20 junge Leute aus Syrien und Afghanistan in einem anderen Teil der Fußgängerzone geprügelt.

29-Jährige brach mit Kreislaufproblemen zusammen

In diesem Fall blieb es bei dem Anschreien, doch das fortwährende Gebrülle hatte für die junge Frau laut Habermann gesundheitliche Folgen. „Das hat sie alles sehr aufgeregt.“ Die beängstigende Situation führte zu Kreislaufproblemen, so dass die 29-Jährige zu Boden sackte und im herbeigerufenen Rettungswagen behandelt werden musste. Der Zusammenbruch der Mutter sorgte wiederum bei dem kleinen Sohn für Panik. Er ließ sich, wie Passanten beobachtet haben, nur mühsam beruhigen und stand seiner Mutter im Rettungswagen bei.

Die Polizei knöpfte sich den tobenden Fahrradfahrer vor. „Uns kam es darauf an, die beiden Parteien zu trennen“, erläutert Polizeioberkommissar Habermann. Der Wüterich habe seinen Ausbruch nicht erklären können. „Es gab keine Vorbeziehung. Die haben sich nicht gekannt. Der Mann sprach von Unzufriedenheit mit seiner persönlichen Lebenssituation.“ Alkohol war offenbar nicht im Spiel. Ihm wurde von der Polizei ein Platzverweis für die Fußgängerzone erteilt, dem er auch umgehend folgte. Außerdem wurden seine Personalien zu Protokoll genommen.

Polizei sucht Zeugen für den schockierenden Vorfall

Wie es nun weitergeht, ist nach Worten von Habermann noch offen. Es kommen Straftatbestände wie Bedrohung und Beleidigung in Betracht, aber ausgerechnet das Opfer und seine Familie sind als Zeugen nur eingeschränkt hilfreich. „Sie haben schlicht nicht verstanden, was er gesagt hat.“ Nun will die Polizei von den Umstehenden erfahren, was genau der 48-Jährige gebrüllt hat. Zeugen können sich unter 04551/8840 an die Ermittler wenden. „Wenn es ein Straftatbestand sein sollte, wird natürlich eine Anzeige geschrieben.“ Einen Körperkontakt habe es zwischen Täter und Opfer allerdings nicht gegeben.

Von RND/LN/Michael Stamp

Schottland hat einen Mindestpreis für Alkohol eingeführt, auch in Deutschland wird über eine ähnliche Regelung diskutiert. Doch welche Auswirkungen hätte das auf den Preis für eine Flasche Bier?

04.05.2018

Spätestens seit den ersten – heimlich aufgenommenen – Kuschelfotos von Heidi Klum und Tokio Hotel Gitarrist Tom Kaulitz brodelt die Gerüchteküche. Sind sie ein Paar oder nicht? Der 28-Jährige hat nun Klartext geredet.

04.05.2018

Wenn sich Menschen mit weißer Hautfarbe schwarz schminken, wird das von vielen als rassistisch angesehen. Blackfacing wird es genannt. Auch Model Gigi Hadid wird mit dem Vorwurf konfrontiert.

04.05.2018
Anzeige