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Ermittler hoffen auf Einblicke in Drogenkartell

«El Chapo» vor Gericht Ermittler hoffen auf Einblicke in Drogenkartell

Jahrelang war López Núñez die rechte Hand von Drogenbaron „El Chapo“. Nach seiner Festnahme hoffen die Ermittler auf intime Details aus dem Inneren des Verbrechersyndikats. „El Chapo“ wird heute vor einem New Yorker Gericht erwartet.

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Der mexikanische Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán wird am 19.01.2017 in Ciudad Juarez (Mexiko) von Polizisten eskortiert.

Quelle: Pgr/ho/prensa International

New York/Mexiko-Stadt. Der mexikanische Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan, vor wenigen Tagen ist seine rechte Hand Dámaso López Núñez den Ermittlern in Mexiko-Stadt ins Netz gegangen. Die Ermittler hoffen nun, dass die beiden Anführer des Drogenkartells von Sinaloa auspacken.

„Die Informationen sind sehr wichtig, um der Struktur dieses wichtigen Kartells zu schaden“, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am Donnerstag im Radiosender Fórmula. Die Behörden interessieren sich vor allem für die Logistik- und Finanzstrukturen des Verbrechersyndikats.

Heute soll „El Chapo“ zum dritten Mal vor Gericht in New York erscheinen. Zuletzt hatten sich seine Anwälte über die Isolierung ihres Mandanten in einem Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan beschwert. Der Drogenbaron kann seine Zelle nur eine Stunde pro Tag verlassen. Selbst seine Lebensgefährtin darf ihn nicht besuchen.

Die US-Behörden werfen ihm unter anderem Drogenschmuggel und Geldwäsche vor. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe. Es wurde darüber spekuliert, ob „El Chapo“ den Ermittlern im Gegenzug für Hafterleichterungen brisante Informationen über seine illegalen Geschäfte liefert.

Am Dienstag wurde sein Vertrauter und möglicher Nachfolger López Núñez alias „El Licenciado“ (Der Akademiker) gefasst. Derzeit befindet er sich in einem Hochsicherheitsgefängnis in Ciudad Juárez, wo auch „El Chapo“ vor seiner Auslieferung in die Vereinigten Staaten einsaß. Gegen López Núñez liegt ein Auslieferungsgesuch des US-Bundesstaats Virginia vor.

Der 51-Jährige soll zuletzt mit den Söhnen von „El Chapo“ um die Kontrolle des Sinaloa-Kartells gekämpft haben. Vor einer möglichen Auslieferung in die USA wird er nun intensiv vernommen. „Seine jüngsten Schachzüge als Kartellchef sind für uns sehr wichtig, um die logistischen und finanziellen Bewegungen des Kartells zu verstehen“, sagte Innenminister Osorio Chong.

Die Sicherheitsbehörden in Mexiko und den USA sind noch immer auf der Suche nach dem Vermögen von „El Chapo“. Mit seinen kriminellen Geschäften soll er über 14 Milliarden US-Dollar verdient haben. Im Kampf gegen die Drogenkartelle raten Sicherheitsexperten schon seit langem, die Finanz- und Logistikstrukturen ins Visier zu nehmen, statt nur die prominenten Köpfe zu jagen.

Das gestaltet sich allerdings schwierig. „Bis jetzt haben wir nur sehr wenig Geld von „El Chapo“ sichergestellt“, sagte zuletzt der mexikanische Generalstaatsanwalt Raúl Cervantes. Der Drogenboss habe seine Gewinne nicht in das legale Finanzsystem investiert. „Die USA haben bis heute noch nicht einen Dollar von „El Chapo“ gefunden.“

dpa

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