Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Panorama Ermittler hoffen auf Einblicke in Drogenkartell
Nachrichten Panorama Ermittler hoffen auf Einblicke in Drogenkartell
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:46 05.05.2017
Der mexikanische Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán wird am 19.01.2017 in Ciudad Juarez (Mexiko) von Polizisten eskortiert. Quelle: Pgr/ho/prensa International
New York/Mexiko-Stadt

Der mexikanische Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan, vor wenigen Tagen ist seine rechte Hand Dámaso López Núñez den Ermittlern in Mexiko-Stadt ins Netz gegangen. Die Ermittler hoffen nun, dass die beiden Anführer des Drogenkartells von Sinaloa auspacken.

„Die Informationen sind sehr wichtig, um der Struktur dieses wichtigen Kartells zu schaden“, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am Donnerstag im Radiosender Fórmula. Die Behörden interessieren sich vor allem für die Logistik- und Finanzstrukturen des Verbrechersyndikats.

Heute soll „El Chapo“ zum dritten Mal vor Gericht in New York erscheinen. Zuletzt hatten sich seine Anwälte über die Isolierung ihres Mandanten in einem Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan beschwert. Der Drogenbaron kann seine Zelle nur eine Stunde pro Tag verlassen. Selbst seine Lebensgefährtin darf ihn nicht besuchen.

Die US-Behörden werfen ihm unter anderem Drogenschmuggel und Geldwäsche vor. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe. Es wurde darüber spekuliert, ob „El Chapo“ den Ermittlern im Gegenzug für Hafterleichterungen brisante Informationen über seine illegalen Geschäfte liefert.

Am Dienstag wurde sein Vertrauter und möglicher Nachfolger López Núñez alias „El Licenciado“ (Der Akademiker) gefasst. Derzeit befindet er sich in einem Hochsicherheitsgefängnis in Ciudad Juárez, wo auch „El Chapo“ vor seiner Auslieferung in die Vereinigten Staaten einsaß. Gegen López Núñez liegt ein Auslieferungsgesuch des US-Bundesstaats Virginia vor.

Der 51-Jährige soll zuletzt mit den Söhnen von „El Chapo“ um die Kontrolle des Sinaloa-Kartells gekämpft haben. Vor einer möglichen Auslieferung in die USA wird er nun intensiv vernommen. „Seine jüngsten Schachzüge als Kartellchef sind für uns sehr wichtig, um die logistischen und finanziellen Bewegungen des Kartells zu verstehen“, sagte Innenminister Osorio Chong.

Die Sicherheitsbehörden in Mexiko und den USA sind noch immer auf der Suche nach dem Vermögen von „El Chapo“. Mit seinen kriminellen Geschäften soll er über 14 Milliarden US-Dollar verdient haben. Im Kampf gegen die Drogenkartelle raten Sicherheitsexperten schon seit langem, die Finanz- und Logistikstrukturen ins Visier zu nehmen, statt nur die prominenten Köpfe zu jagen.

Das gestaltet sich allerdings schwierig. „Bis jetzt haben wir nur sehr wenig Geld von „El Chapo“ sichergestellt“, sagte zuletzt der mexikanische Generalstaatsanwalt Raúl Cervantes. Der Drogenboss habe seine Gewinne nicht in das legale Finanzsystem investiert. „Die USA haben bis heute noch nicht einen Dollar von „El Chapo“ gefunden.“

dpa

Mehr zum Thema

Zu viel Korpsgeist, eine angebliche Todesliste, Pannen bei der Asyl-Anhörung: Der Fall des rechtsradikalen Offiziers zieht weite Kreise. Ministerin von der Leyen macht der Truppe schwere Vorwürfe. Der Bundeswehrverband reagiert schockiert auf die Minister-Kritik.

01.05.2017

Eine Master-Arbeit voller rassistischer Theorien, eine Stube mit Wehrmachtsdevotionalien: Der terrorverdächtige Soldat Franco A. fiel bei der Bundeswehr früh als Rechtsextremer auf. Doch man ließ ihn gewähren. Das passiert nicht zum ersten Mal.

03.05.2017

Spurensuche im Jägerbataillon 291: Ministerin von der Leyen begibt sich nach Illkirch, um der Affäre um Franco A. auf den Grund zu gehen. Sie will Präsenz zeigen. Denn sie steht unter Druck wie nie.

03.05.2017

Nur selten vergibt der „Walk of Fame“ zwei Sterne an einem Tag - aber für manche Paare wird eine Ausnahme gemacht. Entsprechend groß ist das Spektakel, als Goldie Hawn und Kurt Russell zusammen ihre Plaketten in Hollywood enthüllen.

05.05.2017

Über sieben Stunden hat ein Mann vor einem Fast-Food-Restaurant gestanden – und damit einen SEK-Einsatz der Polizei ausgelöst. Der Verkehr rund um die Filiale in Hannover lag stundenlang lahm.

05.05.2017

Die beiden Schauspieler sind ganz aus dem Häuschen: Seit zwei Jahren sind Nikki Reed und Ian Somerhalder miteinander verheiratet, jetzt werden sie zum ersten Mal Eltern.

05.05.2017