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„Es hat immer einen Weg gegeben“

„Es hat immer einen Weg gegeben“

Einem Millionenpublikum ist Wolfgang Lippert bekannt als TV-Moderator. Doch diese Karriere hatte Höhen und Tiefen, erzählt er in seinem neuen Buch. Seine Devise: immer nach vorn blicken.

Interview von Sophia-Caroline Kosel

Berlin Er war der erste DDR-TV-Entertainer, der vor dem Mauerfall eine West-Sendung moderierte. Später schaffte Wolfgang Lippert (64) den Sprung zum Quotenschiff „Wetten, dass..?“ — aber diesen Job war er bald wieder los. Zur Zeit ist der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) sein Heimatsender. Seit 2000 ist Lippert zudem als Sänger und Schauspieler bei den Störtebeker-Festspielen in Ralswiek auf Rügen zu sehen.

Ihr berufliches Leben hatte so einige Aufs und Abs. Gibt es eine Entscheidung, die sie aus heutiger Sicht sehr bereuen?

Wolfgang Lippert: Man kann es nicht mehr verändern, es ist ja geschrieben. Ich bin dankbar dafür, dass ich immer wieder irgendwie Chancen bekommen habe in meinem Beruf. Ich denke, ich war auch immer fleißig. Aber man braucht auch eine große Portion Glück, ‘ne große Portion Menschen, die Dir Chancen geben. Es hat irgendwie immer wieder einen Weg gegeben.

Sie haben als erster DDR-Fernsehmoderator regelmäßig durch eine West-Sendung geführt, dann waren Sie beim ZDF ganz gut untergekommen — was würden Sie sagen, wenn jetzt der ZDF-Intendant anruft und Ihnen etwas anbietet?

Lippert: Da würde ich Ja sagen! Es geht ja gar nicht darum, dass ich jetzt eine eingeschnappte Leberwurst bin. Aber wenn man eine Sendung moderiert — wie in dem Falle „Wetten, dass..?“ — dann ist die natürlich begehrt, auch bei anderen. Dass nun mein Vorgänger auch gleich wieder mein Nachfolger wird, damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Aber so war es eben mal. Ich habe auch damals keinen Groll gehabt — auch wenn ich sehr, sehr traurig war. Aber ich wurde ja von jemandem abgelöst, der ja nun alles andere als schlecht ist.

Gibt es Shows oder Sendungen, die Sie besonders gern übernehmen würden?

Lippert: Naja, man muss eher mal andere Leute fragen, wo sie meinen, wo meine Begabung liegt. Ich glaube, ich bin immer ganz gut, wenn ich dicht an Menschen bin. Ich habe ja so beinahe alle Formate in meinem mittlerweile langen Leben gemacht — von der Talkshow angefangen, dann Kindersendungen — das war eine traumhafte Zeit. Dann gab es Abend- und Unterhaltungsshows. Die sterben so langsam ein bisschen weg, weil sie auch sehr aufwendig sind.

Noch mal ein kurzer Schlenker zu „Wetten, dass..?“: Es gibt ja immer wieder Diskussionen über ein Comeback der Sendung. Sehen Sie eine Chance dafür?

Lippert: Ich glaube, dass die Idee nicht tot ist — weil sie einfach gut ist. Ich weiß nicht, ob man jemanden nehmen sollte aus der Riege, die das schon mal gemacht haben — aber uns wird diese Idee bestimmt irgendwann wieder begegnen.

Also nicht unbedingt mit Gottschalk . . .?

Lippert: Das weiß ich nicht so genau. Es ist ihm sicherlich zuzutrauen, ja. Aber das müssen Fernsehgewaltige entscheiden. Ich weiß gar nicht, ob er noch Lust hätte. Ich glaube, dass man diese Sendung, so komplett, wie man sie im Kopf hat, eher nicht noch mal wieder sehen wird — aber die Idee schon!

Was finden Sie an der Idee so besonders?

Lippert: Ich vergleiche es mal mit einer Sendung, die wir im Osten hatten: „Außenseiter Spitzenreiter“. Das Geheimnis war, dass das Publikum der Redakteur war. Genau so ist das auch bei „Wetten, dass..?“: Es gibt Menschen, die einfach atemberaubende Ideen haben und den ungeheuren Mut, sich vor ein Millionenpublikum zu stellen und dabei eben einen Rekord aufzustellen. Das ist eine zündende, spannende Idee; dem dabei die Daumen zu drücken und zu sehen, wie er gewinnt — oder wie er scheitert.

OZ

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