Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Panorama Fall Niklas: Opfer hatte Vorschädigung am Gehirn
Nachrichten Panorama Fall Niklas: Opfer hatte Vorschädigung am Gehirn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:22 22.08.2016
Anzeige
Bonn

Wende im Fall des bei einer Prügelattacke gestorbenen 17-jährigen Niklas aus Bonn: Die Ermittler gehen nun nicht mehr davon aus, dass ein massiver Tritt gegen den Kopf die Todesursache war.

Ein rechtsmedizinisches Gutachtens habe ergeben, dass die Gefäße im Gehirn des Schülers eine Vorschädigung aufwiesen, so dass die Adern schneller reißen könnten als normalerweise, sagte der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, Robin Faßbender, der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte Informationen des „Focus“. Der Vorwurf des Totschlags gegen den 20 Jahre alten Hauptverdächtigen könne nicht mehr aufrecht erhalten werden.

„Todesursache war der Riss einer Ader im Gehirn“, erläuterte Faßbender. Dieser sei laut Gutachten durch einen Schlag ausgelöst worden, der dem Tritt vorausgegangen war und im Normalfall keine schwerwiegenden Folgen gehabt hätte. Niklas sei sofort nach dem Schlag zu Boden gefallen. Zudem hätten die Gerichtsmediziner keine Verletzungen festgestellt, wie sie bei einer massiven Gewalteinwirkung gegen den Kopf zu erwarten wären, etwa einen Schädelbruch.

Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll der 20-Jährige dennoch in Untersuchungshaft bleiben: Die Behörde hat nach Angaben von Faßbender beim Landgericht Bonn beantragt, den Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr aufrechtzuerhalten und auf Körperverletzung mit Todesfolge umzustellen. Der Anwalt des Verdächtigen hat Haftbeschwerde eingelegt. Das Landgericht werde voraussichtlich Anfang der Woche über die Anträge entscheiden.

Niklas war im Mai nach einem Konzertbesuch im Bonner Stadtteil Bad Godesberg von einer Gruppe junger Männer zusammengeschlagen und -getreten worden. Eine Woche später starb er im Krankenhaus. Die brutale Tat hatte bundesweites Aufsehen erregt.

dpa

Mehr zum Thema

Ermittler hatten ihm im Darknet eine Falle gestellt: Gut drei Wochen nach dem Amoklauf von München wurde gegen den mutmaßlichen Verkäufer der Tatwaffe Haftbefehl erlassen. Mit Waffenhandel soll er seinen Lebensunterhalt finanziert haben.

17.08.2016

Bei dem mutmaßlichen Waffenhändler des Amokschützen von München sind noch weitere Waffen gefunden worden.

17.08.2016

Der mutmaßliche Verkäufer der Amok-Waffe von München sitzt in Untersuchungshaft. Gegen den 31-Jährigen aus Marburg wurde Haftbefehl wegen des Verstoßes gegen das ...

17.08.2016

Nach Wochen politischer Eskalation scheinen Politiker in Berlin und Ankara um Verständigung zwischen Deutschland und der Türkei bemüht. Eine Einmischung in deutsche Angelegenheiten weist der deutsche Innenminister aber brüsk zurück.

22.08.2016

Seit den Gewalttaten von München, Ansbach und Würzburg streitet die Regierungskoalition wieder über Bundeswehreinsätze im Inland. Karlsruhe erlaubt sie in Terrorfällen. Bald sollen sie geübt werden.

22.08.2016

Zehn Millionen Gäste - eine Viertel Million Einwohner: Venedig versinkt in Besuchermassen. Für die Wasserbusse haben Einheimische jetzt eigene Zugänge.

22.08.2016
Anzeige