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Panorama Großkotz in der Puppenstube
Nachrichten Panorama Großkotz in der Puppenstube
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23:00 18.04.2013
Stephan Luca spielt in der SAT.1-Komödie einen Spielwarenmanager, der zum Winzling schrumpft. Gerne wechselt er die Genres, denn er möchte ein Grenzgänger sein. Quelle: Christoph Grunert

Eigentlich möchte man ja mit ihm tauschen, wenn er so dasteht auf dem Küchentisch und ihm Felicitas Woll mit großen Kinderaugen zuschaut in seiner Not. In der SAT.1-Komödie "Großer Mann ganz klein!" (Dienstag, 07.05., 20.15 Uhr) spielt der 1974 in Stuttgart-Sindelfingen geborene Schauspieler Stephan Luca quer durch die Genres: Liebeskomödie, Action, Melodram - von allem ist etwas dabei. Als neu ernannter Manager einer angeschlagenenen Spielzeugfabrik wirbelt er erst mal großkotzig der Firmensekretärin Ina (Felicitas Woll) vor der Nase herum. Bis diese ihn durch einen Zaubertrick ganz klein schrumpfen lässt. "So klein mit Hut", wie vorhergesagt, ist er nun. Und ab sofort auf Ina angewiesen - mal muss er sich in Inas Handtasche verstecken, mal in der Puppenstube ihrer kleinen Tochter schlafen, und ein Meerschweinchen wird dabei zum Ungetüm.

Im für den Filmtrick grün ausgekleideten Studio ("Greenbox") musste Stephan Luca meist ganz alleine seinen erbarmenswürdigen, weil "geschrumpften" Angeber-Manager spielen. Was im Film so drollig aussieht, war in Wahrheit Schwerstarbeit. Ob Luca davon nachts noch manchmal träumt? "Nein. Ich habe mir angewöhnt, die Dinge nicht lange mit mir herumzutragen", sagt der Schauspieler, der in Wirklichkeit immerhin 1,84 Meter misst. "Ich lege so etwas nach dem Drehen wieder ab und wache nicht nachts schweißgebadet auf."

Bei all den schönen Tricks (Visual Effects) ist Luca vor allem der Filminhalt wichtig. "Ein modernes Märchen", so interpretiert er immer noch ganz begeistert los. "Es gibt den König, den Besitzer der Pleitefabrik, und die böse Hexe, meine Gegnerin, die Sonja Kirchberger spielt, und schließlich ja auch einen Prinz und eine Prinzessin, Felicitas Woll und mich als einen anfangs ziemlich eitlen Gockel. Alle Genres, von der Komödie bis zur Romanze und zum Märchen werden durchgespielt."

Den Trick-Zwerg spielte Luca in einer Lagerhalle bei Karlsruhe. "Sie war so groß wie ein Fußballfeld", erzählt er, "alles außer mir war elfmal vergrößert, alle Entfernungen elfmal so weit. Ich musste, wenn ich vom Tisch springen wollte, aus 24 Metern Höhe springen." Den Sprung hat zwar ein Stuntman gemacht, gibt er auf Nachfrage schmunzelnd zu. "Ich sprang nur die eine Hälfte." Zuzutrauen wäre es dem sportlichen Schauspieler ja, der in früheren Jahren Tennis- und Skilehrer war und in Filmen wie etwa "Die Route" (2010) Extremsportler spielte. "Ich spiele gerne körperlich", sagt er. "Es entsteht immer wieder ein kleiner Wettkampf mit den Stuntleuten, wenn es darum geht, was ich machen darf oder soll."

Der Vater hat ihn sportlich erzogen, er war auch mal recht nahe an einer Tenniskarriere dran. Inzwischen packt Luca den Tennisschläger und die Laufschuhe immer wieder mit ein, wenn es zu Dreharbeiten oder auf Reisen geht. "Man kann die Sachen mit um die Welt nehmen und mit Kollegen wunderbare Matches spielen." In Filmen ist er nicht unbedingt darauf erpicht, zu zeigen, wie fit er ist. So mochte er im SAT.1-Film die ruhigeren Szenen ganz besonders - etwa wenn er mit Felicitas Woll die Rettung der Spielzeugfirma plant.

Wenn er sich im Film aus strategischen Gründen auch gerne in Wolls Handtasche stecken lässt ("Endlich habe ich mal aus nächster Nähe gesehen, was die Frauen da so alles mit sich tragen"), im richtigen Schauspielerleben mag er die Schublade, die sich immer wieder gerne öffnet, keineswegs. Lieber schwingt er sich zu "Grenzüberschreitungen" auf, wie in Stefan Krohmers "Die fremde Familie" (mit Katja Riemann, 2011) oder auch im Historienfilm "Störtebeker" (2005) als fechtfreudiger Bösewicht. Er dreht manchmal am laufenden Band und sagt: "Ich mag es, mich immer wieder in einem Risikobereich, in einer neuen Kampfzone zu bewegen. Ich würde den Beruf heute nicht mehr ausüben, wenn ich dem Verlangen nachgekommen wäre, den ewigen Liebhaber zu spielen." Weshalb er gerade jetzt wieder in "Nachbarn", einem kleinen ZDF-Fernsehspiel unter der Regie von Titus Selge, die heikle Rolle eines Mannes in der Midlife-Crisis, übernommen hat.

Seine Heimat Stuttgart liebt er immer noch, er kennt die Winkel und die Tenniscourts noch aus dem Effeff. Luca ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. Mal 'ne Frage: Gibt es Eifersucht, wenn er so mit fremden Frauen dreht? - "Nein. Wir haben gelernt, als Partner damit umzugehen und uns mit der Zeit eine professionelle Sichtweise zugelegt." Trotzdem: Er küsst nicht gerne vor der Kamera, sagt Stephan Luca. "50 Leute stehen da herum. Es ist im Grunde ja nichts anderes, als wenn man sich eine Ohrfeige abholen muss." Als Gentleman fügt er aber doch noch schnell hinzu: "Ich will aber nicht sagen, ich hätte es bei Felicitas Woll nur ungern getan."

Society-Auftritte sind nicht seine Sache. Nur wenn es wirklich Sinn macht, zeigt sich der Wahl-Hamburger, der das südländische Naturell von der aus Ex-Jugoslawien stammenden Mutter geerbt hat, gerne auch mal in der Öffentlichkeit. So tritt der HSV-Fan gegenwärtig für den "Hamburger Weg" ein: "Eine tolle Aktion zusammen mit dem HSV, die Kindern der Stadt Hamburg hilft." Und auch bei der Aktion "I am Jonny", die sich mit den Hinterbliebenen des am Berliner Alex niedergeschlagenen Jugendlichen Jonny K. gegen jede Gewalt engagiert, ist er gerne dabei. Luca will "nicht den Gutmenschen spielen", sagt er. "Aber man kann ja immer mal wieder die Augen aufmachen."

Den Künstlernamen Stephan Luca hat er sich 2005, gewagt spät, anlässlich eines internationalen Filmprojekts gegeben - aber auch, weil seine ganze Liebe seiner "zweiten Heimat" Italien gehört, "auch wenn die gerade eine Politik machen, die stark daran erinnert, wie der HSV Fußball spielt". Mehrfach hat er in Italien gedreht, er fährt immer wieder gerne hin. Trotz aller Korruption und wenig sozialer Angleichung mag er "einfach die große Lebensfreude" der Italiener. "Die Piazza, auf der die Oma und der Opa mit den Enkeln spazieren, dieses Leben findet dort immer noch alltäglich statt."

Agenturseite Stephan Luca

Homepage Stephan Luca

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