Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Gruselige Entdeckungen im Haus von Silvio S.

Potsdam Gruselige Entdeckungen im Haus von Silvio S.

Was die Polizei beim mutmaßlichen Mörder von Elias und Mohamed fand, klingt nach einem Horrorfilm. Menschenpuppen, SM-Zubehör und lauter Zeitungsausschnitte mit winzigen Kinderköpfen. Das bizarre Protokoll.

Potsdam. Lebensecht aussehende Kinderpuppen, rosa Prinzessinnenkleider, Fesselwerkzeug und ein Teddy mit Kameraaugen: Im Haus des mutmaßlichen Kindermörders Silvio S. hat die Polizei nach seiner Festnahme bizarre Entdeckungen gemacht.

„In einer Kammer lag ein Riesenhaufen Müll, bis zur Hüfte hoch“, sagte eine Polizeibeamtin beim Landgericht Potsdam im Prozess um den Tod der kleinen Jungen Elias (6) und Mohamed (4). Unzählige alte Zeitungsausschnitte hätten in dem Raum gelegen, die sie bei der Durchsuchung Stück für Stück sortiert habe.

„Da waren Massen an ausgeschnittenen Babyköpfen, Mädchenköpfen, Jungenköpfen“, sagte die Zeugin. Manche seien nur zwei Zentimeter groß gewesen. „Die meisten sahen aus wie aus einer normalen Tageszeitung, wie wenn Kindertagesstätten Feierlichkeiten abgehalten haben.“ Das sei präzise Kleinarbeit gewesen: „Für mich war da schon klar: Er hat sich schon ziemlich lange mit dem Thema beschäftigt.“

Silvio S. war im Oktober 2015 festgenommen worden. Seine Mutter hatte ihn auf Bildern einer Überwachungskamera erkannt. Er soll die kleinen Jungen nacheinander entführt und ermordet haben.

An einem einzigen Tag wurden 238 Spuren sichergestellt, darunter SM-Spielzeug und ein Sessel für Fesselspiele. Kinderkleidung gab es in großer Zahl, auch Prinzessinenkostüme. In einer Tüte eines Textildiscounters entdeckten die Beamten ein Mädchenkleid in Kindergröße, ein Kinder-Oberteil, einen verpackten Slip, eine Einwegfessel, Einmalhandschuhe und Paketschnüre.

Im Schlafzimmer des Angeklagten lagen lebensecht gestaltete Puppen von kleinen Mädchen und Babys. Unter anderem stellte die Polizei auch eine Teddy-Kamera und ein Nachtsichtgerät sicher.

Außerdem hätten dort handschriftliche Notizen mit rosa Textmarker gelegen, wie eine andere Polizistin (36) berichtete: „Mädchen, Junge, Messer, Kind besoffen machen, Fesseln, Mund zukleben, knebeln.“ Was das zu bedeuten habe? „Es klingt wie eine Fantasie-Anleitung“, sagte die Beamtin. „Wie eine Fantasie, die man niederschreibt, um sich das zu versinnbildlichen.“

Ermittler werteten das Bildmaterial aus den Kameras aus, wie die Polizistin berichtete: „Es wurde eine Bildreihe produziert, in der eine männliche Person sich auf dem Bett mit einer Puppe beschäftigt. Es gibt auch ein Bild, wo die männliche Person mit Latexmaske zu sehen ist.“

Es war der fünfte Prozesstag. Am Montag soll es weitergehen. Ein Urteil wird Ende Juli erwartet.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Landshut

Das Landgericht Landshut hat eine 24-Jährige nach der versuchten Tötung ihres Neugeborenen auf der Toilette des Münchner Flughafens zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

mehr
Mehr aus Panorama
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.