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Hände hoch! Bankraub bei Monopoly

Washington Hände hoch! Bankraub bei Monopoly

Der Spiele-Hersteller Hasbro sucht via Facebook Vorschläge für diese und andere Zusatz-Regeln seines Klassikers.

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Washington. Erlebt Amerika einen weiteren Angriff auf seine marktwirtschaftlichen Grundwerte? Die Protestbewegung „Occupy Wall Street“ mag zwar abflauen — dafür aber setzt das Umdenken jetzt bei den Kleinen ein: Monopoly erhält neue, sozialere Regeln. Zinsgünstige Kredite, Rückzahlung von Steuern und höhere Zuschüsse beim Gang über Los sind im Gespräch. Es scheint fast, als nimmt sich der Spielwarenhersteller Hasbro an der US-Notenbank Federal Reserve ein Beispiel, die seit Jahren die Vereinigten Staaten mit billigem Geld flutet. Diskutiert wird allerdings auch über einen Vorschlag, der der neuen Fed-Chefin Janet Yellen nicht gefallen dürfte: Spieler sollen die Möglichkeit erhalten, im Zweifelsfall die Bank zu plündern. Die Wirkungen der neuen Regeln sind wie im wahren Leben: Die Spielzeit dürfte sich deutlich verlängern, bevor der erste pleitegeht.

Neue Regelwünsche

An der Debatte über die neuen Monopoly-Gesetze kann sich übrigens jedermann beteiligen. Hasbro wünscht sich nach eigenen Angaben einen „offenen Kreis", um traditionelle Anhänger nicht zu verschrecken. Wer eine gute Idee hat, sollte sich per Facebook melden. Die seit 1935 weitgehend unveränderten Spielregeln bleiben gültig, betonte Hasbro. Das Unternehmen will den Spielern lediglich die Möglichkeit geben, nach den Hausregeln zu spielen. Jede Gruppe könne dann selbst entscheiden, nach welchen Vorgaben man gegeneinander antritt.

Die Änderungen kommen nicht von ungefähr. Monopoly gilt zwar als das bestverkaufte Spiel aller Zeiten, das in mehr als 100 Ländern angeboten und in mehr als 40 Sprachen übersetzt wird. Doch eine Umfrage des Herstellers zeigt, dass zwei Drittel der Spieler das offizielle Regelwerk gar nicht vollständig kennen und die Hälfte der Teilnehmer eigene Regeln anwendet.

Und dennoch wird über den neuen Kurs diskutiert. Immerhin verbinden viele US-Bürger mit der Jagd nach Häusern und Hotels mehr als nur Familienspaß. Das Brettspiel rund ums Geldverdienen erscheint ihnen eher als ein Grundkurs im Kapitalismus.

Ihre These: Nur im Handel liegt der Profit. Und wer es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu etwas bringen will, sollte sich mit dem Immobilienmarkt beschäftigen — am besten direkt an der Schlossstraße. So ist es kein Wunder, dass Monopoly seit bald 80 Jahren fast unverändert verkauft wird.

Zu den eigentlichen Monopoly-Gurus zählen Jeff Lehman und Jay Walker. 1975 schrieben die damaligen Studenten einen Bestseller, wie Monopoly am besten zu gewinnen sei.

Profis sehen es gelassen

Obwohl Lehmann heute als Vizepräsident der New York Universität in Schanghai tätig ist und Walker mehrere Unternehmen gründete, kühlt ihre alte Leidenschaft nicht ab. „Es wäre toll, wenn es endlich 500 Dollar beim ,Freien Parken‘ gibt", sagt Lehman. Insgesamt sehen sie die Hasbro-Initiative gelassen: „Viele Monopoly- Fans spielen ganz selbstverständlich nach ihren eigenen Regeln. Sie brauchen keine offizielle Genehmigung des Herstellers.“ Vielleicht würden sich die älteren Spieler wohler fühlen, wenn ihre Regelverstöße im Nachhinein legal wären.

Für die beiden Autoren steht außer Frage, dass das Kult-Spiel Einblicke in das wahre Leben bietet: Laut Forbes-Magazin soll es Walker zwischenzeitlich zum Milliardär gebracht haben. Dann soll er kurzerhand 700 Millionen Dollar verloren haben, so dass sein Vermögen auf 300 Millionen geschätzt wird. Ein Leben wie Monopoly . . .

Regelvorschäge bis 4. April abgeben
Auf der Monopoly-Seite von Facebook (www.facebook.com/MonopolyDE) sammelt Spielwarenhersteller Hasbro jetzt weltweit neue Regelvorschläge, um die besten in zukünftige Monopoly-Regelhefte zu übernehmen.



Noch bis zum 4. April haben Fans die Möglichkeit, Einfluss auf die Auswahl der fünf besten „Regelverstöße“ zu nehmen. Eine der hierzulande bekanntesten Hausregeln ist, das Steuergeld in der Spielbrettmitte zu sammeln und an den ersten Frei-Parken-Besucher auszuzahlen. Nach den offiziellen Spielregeln gehört dieses Geld in die Bank.



Im Herbst wird die Monopoly Hausregel-Edition als limitierte Version des Monopoly Classic erscheinen.

 



Stefan Koch

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