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Haft für Behinderung von Löscharbeiten an Flüchtlingsheim

Harte Strafen ohne Bewährung Haft für Behinderung von Löscharbeiten an Flüchtlingsheim

Zwei Angeklagte müssen lange Haftstrafen antreten - auch weil sie sich an der brennenden Flüchtlingsunterkunft „Husarenhof“ in Bautzen dem Platzverweis widersetzten und handgreiflich wurden.

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Weil sie die Löscharbeiten an diesem brennenden Flüchtlingsheim behinderten, müssen zwei junge Männer ins Gefängnis.

Quelle: Rico Loeb

Bautzen. Vor Gericht geben sie sich kleinlaut. Blass sitzen die Angeklagten zwischen ihren Verteidigern im Raum 128 des Bautzener Amtsgerichts. Die Beine wippen nervös.

Den beiden 21-Jährigen wird Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte bei den Löscharbeiten an einer noch unbewohnten Flüchtlingsunterkunft in Bautzen vorgeworfen. Doch das ist nur einer von mehreren Anklagepunkten. Auf der Liste stehen unter anderem auch gefährliche Körperverletzung, Diebstahl, Beleidigung und Sachbeschädigung.

Das Gericht sah eine Vielzahl von Delikten als erwiesen an und verhängte auf Antrag der Staatsanwaltschaft am Montag hohe Jugendstrafen. Die Verurteilten müssen für zweieinhalb beziehungsweise drei Jahre in eine Strafanstalt. „Wenn man ständig neue Straftaten begeht, muss man irgendwann mit den Konsequenzen rechnen“, sagte Jugendrichter Manfred Weisel. Die Staatsanwältin sagte, „den Angeklagten sind Regeln und Normen egal. Ich sehe einen erzieherischen Bedarf, um etwas gerade zu rücken“.

Das Großfeuer am 21. Februar 2016 in dem geplanten Asylbewerberheim „Husarenhof“ sorgte bundesweit für Schlagzeilen, auch wegen der Behinderung der Löscharbeiten. Wer den Brand gelegt hat, ist bisher unklar. Dazu laufen derzeit noch die Ermittlungen bei der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden.

Die Angeklagten hatten eingeräumt, sich in der Brandnacht im Gefahrenbereich des Gebäudes aufgehalten zu haben. Ansonsten machten sie bei der Vernehmung Erinnerungslücken aufgrund ihres Alkoholkonsums geltend. Die Zeugen der Polizei und Feuerwehr sagten aus, dass die Angeklagten dem mehrfachen Platzverweis im Gefahrenbereich nicht nachgekommen seien. Dabei sollten sie den Ort verlassen, um sich selbst in Sicherheit zu bringen. Denn vom Dach fielen nach übereinstimmenden Aussagen brennende Dachziegel.

Die Gefahren sahen die jungen Männer wohl nicht: Sie sollen gegenüber den Polizisten verbal ausfällig und handgreiflich geworden sein, teilweise mussten sie mit Handfesseln am Boden fixiert werden. Ein Feuerwehrmann sagte: „Einer ist einer Polizistin von hinten auf den Rücken gesprungen. Den habe ich ihr vom Kreuz genommen.“ 

dpa

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