Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Panorama Haftstrafe für Königsschwager bestätigt
Nachrichten Panorama Haftstrafe für Königsschwager bestätigt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:04 12.06.2018
Iñaki Urdangarín muss ins Gefängnis. Quelle: Joan Llado/ap
Anzeige
Madrid

Hiobsbotschaft für die spanischen Royals um König Felipe VI.: Das Oberste Gericht in Madrid hat eine langjährige Gefängnisstrafe für Königsschwager Iñaki Urdangarín in leicht gemilderter Form bestätigt.

Das Madrider „Tribunal Supremo“ beschloss am Dienstag, dass der 50 Jahre alte Ehemann der Infantin Cristina (52) für fünf Jahre und zehn Monate hinter Gitter muss.

Der frühere Handballstar war im Februar 2017 von einem Gericht in Palma de Mallorca wegen Veruntreuung von sechs Millionen Euro Steuergeldern sowie wegen Geldwäsche, Urkundenfälschung und Betrugs zu sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Die Anwälte Urdangaríns hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt.

In einer ersten Reaktion sagte ein Sprecher des Königshauses der Deutschen Presse-Agentur, man habe „absolutes Respekt“ für die Entscheidung der Justiz.

Insgesamt waren in der Affäre um die vermeintlich gemeinnützige Stiftung „Nóos“ 17 Verdächtige angeklagt worden. Verwickelt war unter anderem der frühere Regionalpräsident der Balearen Jaume Matas, der zu drei Jahren und acht Monaten Freiheitsentzug verurteilt wurde. Für Urdangaríns wichtigsten Geschäftspartner, Diego Torres, gab es fünf Jahre und acht Monate.

Das Oberlandesgericht der Balearen entscheidet, wann der Verurteilte seine Strafe antreten muss. Das Justizministerium könnte beim König eine Begnadigung beantragen. Und Urdangarín kann außerdem noch vor das Verfassungsgericht ziehen. Falls die Richter die Berufungsklage akzeptieren, könnten sie den Königsschwager bis zu einem endgültigen Urteil auf freien Fuß lassen. Das gilt aber als sehr unwahrscheinlich. „Urdangarín steht mit einem Fuß im Gefängnis“, schrieb die Zeitung „El País“ am Dienstag in der Onlineausgabe.

Cristina war Co-Präsidentin einer der Firmen ihres Gatten und der Beihilfe zum Steuerbetrug bezichtigt worden, sie wurde aber im Prozess in Palma freigesprochen. Sie ist die jüngere der beiden Schwestern von Felipe (50) und die Nummer sechs in der Thronfolge. Cristina war die erste nahe Verwandte eines spanischen Königs, die vor Gericht kam.

Der im Jahr 2011 ausgebrochene Skandal war einer der schwersten in der Geschichte der spanischen Monarchie. Zusammen mit anderen Affären führte er zu einem raschen Imageverlust des Königshauses. Der damalige Sprecher der Royals sprach 2013 unter anderem von einem „Martyrium“. Im Zusammehang mit den Probleme dankte Cristinas Vater Juan Carlos I. im Juni 2014 zugunsten von Felipe ab.

Seit der Zuspitzung der Finanzaffäre vor mehr als vier Jahren hat das Ehepaar Urdangarin derweil kaum noch Kontakt zum Königshaus. Die beiden wurden nicht nur von allen offiziellen Terminen der „Casa Real“ gestrichen, auch privat soll man auf Distanz gegangen sein. Als Juan Carlos zum Beispiel am 5. Januar dieses Jahres im Palacio de la Zarzuela nordwestlich von Madrid mit 70 Angehörigen und Freunden seinen 80. Geburtstag feierte, war das Ehepaar Urdangarin nicht dabei.

Das Paar lebt mit den vier Kindern - drei Jungs und ein Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 - ohnehin seit fünf Jahren nicht mehr in Spanien, sondern in einer luxuriösen 12-Zimmer-Wohnung im Zentrum von Genf. Cristina war 2013 inmitten des Skandals von ihrem Arbeitgeber, einer spanischen Großbank, dorthin versetzt worden.

dpa

Mehr zum Thema

Im Mai 2016 hatten zwei 15 Jahre alten Jungen einen betrunkenen Mann in Rostock zusammengeschlagen und dann dessen Jacke angezündet. Das Opfer erlitt schwere Brandverletzungen.

08.06.2018

Die Anklageschrift umfasst mehr als hundert Seiten. Geschildert werden abstoßende Sexualstraftaten, begangen an einem Kind. Ausgeführt von seiner eigenen Mutter, deren Lebensgefährten und Freiern.

12.06.2018

Die Anklageschrift umfasst mehr als hundert Seiten. Geschildert werden abstoßende Sexualstraftaten, begangen an einem Kind. Ausgeführt von seiner eigenen Mutter, deren Lebensgefährten und Freiern. Die Verfahren lassen Abgründe sichtbar werden.

12.06.2018

Ali B. hat den Mord an der 14-jährigen Susanna gestanden. In Untersuchungshaft wartet er auf seinen Prozess. Ein Urteil könnte für ihn härter ausfallen als bisher angenommen: Denn der Iraker ist wohl älter als bisher vermutet – zu alt für eine Jugendstrafe.

12.06.2018

Pool-Drama auf einer Nachbarschaftsfeier: Der frühere US-Skistar Bode Miller und seine schwangere Frau trauern um ihre 19 Monate alte Tochter. Das Mädchen ist im Pool der Nachbarn ertrunken.

12.06.2018

Integration ganz praktisch: Damit künftig alle Schülerinnen am Schwimmunterricht teilnehmen können, hat ein Gymnasium in Nordrhein-Westfalen Burkinis angeschafft.

12.06.2018
Anzeige