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Hebamme aus Island wird „Miss EM“

Rust Hebamme aus Island wird „Miss EM“

Island holt den Titel. Allerdings nicht auf dem Rasen, sondern auf dem Laufsteg: Die Hebamme Arna Ýr Jónsdóttir wird zur schönsten Frau der Fußball-Europameisterschaft gewählt.

Rust. Deutschland schafft es bis ins Finale. Doch für den Sieg reicht es nicht. Den sichert sich EM-Neuling Island. Die Hebamme Arna Ýr Jónsdóttir aus der isländischen Hauptstadt Reykjavík holt sich den ersten Titel zur Fußball-Europameisterschaft.

Die 21-Jährige wird neue „Miss EM“ - und damit die schönste Frau des Turniers 2016. Der Vertreterin Deutschlands bleibt Platz zwei.

„Es ist bewiesen: Europa macht zur Fußball-EM eine gute Figur“, sagt Boxtrainer Ulli Wegner. Der 74-Jährige sitzt bei dem Schönheitswettbewerb in der Nacht zum Samstag im Europa-Park in Rust bei Freiburg in der Jury. Eine Woche vor dem Eröffnungsspiel (10.6.) der Fußball-EM in Frankreich hat er die Aufgabe, die „Miss EM“ zu wählen. „Keine leichte Sache“, sagt er: „Im Umgang mit harten Männern bin ich trainiert. Aber das hier ist Neuland für mich.“

In Rust wird seit zehn Jahren zu jeder WM und EM eine Miss gewählt. Ausgetragen wird das Match auf dem Laufsteg. Dort bemühen sich Frauen aus den 24 EM-Teilnehmerländern auf Stöckelschuhen um die Siegerkrone. Sie präsentieren sich im Trikot der Fußball-Nationalmannschaft ihres Landes sowie in Abendkleid und Bikini. Sie müssen aus dem Land, für das sie stehen, kommen oder dort ihre Eltern oder Großeltern haben. Mehrere hundert Frauen aus ganz Europa haben sich beworben, sagt Organisator Ralf Klemmer.

Fußball-Reporter Marcel Reif (66) steht an der Seitenlinie und bringt als Moderator der Miss-Wahl seine Kenntnisse ein. Fußballwissen bei den Damen ist nicht gefragt. „Wir entscheiden nach Aussehen und Ausstrahlung“, sagt der ehemalige Fußballprofi und heutige Trainer Thorsten Fink (48), der ebenfalls in der Jury sitzt.

Am Ende siegt das Land, das erstmals bei einer EM dabei ist: Island. „Ich bin stolz auf diesen Titel“, sagt Siegerin Arna Ýr Jónsdóttir aus Reykjavík: „Es ist eine große Ehre für ein kleines Land wie Island, bei der Fußball-EM dabei sein zu können. Und es ist eine Freude für mich persönlich, mein Land in dieser Form repräsentieren zu dürfen.“

Eine offizielle Funktion bei der EM hat die Miss nicht. Doch die Spiele wird sie sich als Schönheitskönigin bei Public Viewings und anderen Veranstaltungen sehen. Zum Sieg erhält sie 3000 Euro und eine Armbanduhr. Sie selbst spielt nicht Fußball, erzählt sie der Deutschen Presse-Agentur. Die junge Frau mit den blonden Haaren und blauen Augen ist seit Jahren als Stabhochspringerin erfolgreich - auch bei internationalen Wettbewerben.

Die amtierende „Miss Germany“, Lena Bröder (26) aus Münster in Nordrhein-Westfalen, steht nach der Siegerehrung etwas im Abseits. Sie ist für Deutschland angetreten. Und ist zufrieden - trotz nur zweiten Platzes. Ein Vorzeichen für die EM sei ihre Platzierung beim Miss-EM-Wettbewerb keineswegs, meint sie. Sie glaubt: „Unsere Jungs werden auf dem Rasen ein gutes Bild abgeben und für Deutschland den Pokal holen.“

dpa

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