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Hollande nimmt Muslime in die Pflicht

Paris Hollande nimmt Muslime in die Pflicht

Frankreichs Präsident François Hollande hat von den Muslimen des Landes Respekt vor Freiheit und Demokratie eingefordert.

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Die Macher von «Charlie Hebdo» wollen sich vom Terror nicht kleinkriegen lassen und heben erneut eine Mohammed-Karikatur auf den Titel. Aus Nordafrika gibt es scharfe Kritik und Terrordrohungen.

Quelle: Eddy Lemaistre

Paris. Frankreichs Präsident François Hollande hat von den Muslimen des Landes Respekt vor Freiheit und Demokratie eingefordert. So wie Frankreich Muslime schütze und achte, müssten diese auch das Land respektieren.

Frankreich sei ein Land mit Regeln, Prinzipien und Werten. „Darunter gibt es Werte, die nicht verhandelbar sind und es auch nie sein werden, wie Freiheit und Demokratie“, sagte Hollande in Paris während eines Besuchs im Institut der Arabischen Welt.

Der Islam sei durchaus mit der Demokratie vereinbar und das laizistische Frankreich sichere den Respekt für alle Religionen. Zugleich hob Hollande das Leiden vieler Muslime unter islamistischem Extremismus hervor: „Muslime sind die ersten Opfer von Fanatismus, Fundamentalismus und Intoleranz“, betonte der Staatschef.

Nach Anschlägen und Geiselnahmen der vergangenen Woche mit 17 Todesopfern suchen die Ermittler weiter nach Unterstützern der ebenfalls getöteten drei Terroristen Saïd und Chérif Kouachi sowie Amedy Coulibaly. Der 32-Jährige Coulibaly soll nach Medienberichten Silvester mit seiner Freundin in Madrid verbracht haben.

Die 26 Jahre alte Hayat Boumeddine, nach der die französische Polizei fahndet, war vor den Terrorakten über Madrid in die Türkei gereist. Im Zusammenhang mit der Entdeckung von Waffen in einem Haus in Gentilly bei Paris sucht die Polizei nach einem Bericht von „Le Parisien“ nun nach einem weiteren Unterstützer.

Der Ansturm auf die erste Ausgabe des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ nach dem Terroranschlag von Paris setzte sich auch am Donnerstag fort. Am Morgen war das Blatt schon früh an vielen Kiosken ausverkauft. „Ich hatte 50 Exemplare; die waren um halb sieben nach zehn Minuten weg“, sagte ein Kioskbesitzer im Osten der Stadt nur wenige hundert Meter vom Tatort in der Redaktion von „Charlie Hebdo“ entfernt.

Bereits am Mittwoch war „Charlie Hebdo“ an den meisten Verkaufsstellen nach wenigen Minuten vergriffen gewesen. Um die riesige Nachfrage zu decken, sollen vom aktuellen Heft fünf Millionen Exemplare gedruckt werden. Vor dem Anschlag lag die Auflage bei 60 000. Auch in Belgien waren die 40 000 Exemplare am Donnerstag rasch ausverkauft. An Kiosken in Deutschland soll das Blatt spätestens am Wochenende in der Originalfassung erhältlich sein.

In Paris gab es weitere Trauerfeiern für die insgesamt 17 Opfer der Anschläge und Geiselnahmen. Der Zeichner Georges Wolinski sollte auf dem Friedhof von Montparnasse beigesetzt werden, der unter dem Pseudonym Tignous zeichnende Bernard Verlhac auf dem berühmten Friedhof Père Lachaise. Vor der Feier für Tignous schrieben und zeichneten Trauergäste auf den Sarg des Ermordeten.

In Bernay in Nordfrankreich wurde der Polizist Franck Brinsolaro beigesetzt, der als Leibwächter von „Charlie Hebdo“-Redaktionsleiter Charb erschossen worden war. Die zentrale Trauerfeier für alle Opfer wird für die kommende Woche vorbereitet.

Unbekannte Hacker setzten eine gegen Frankreich gerichtete islamistische Botschaft auf die Webseite der rumänisch-orthodoxen Kirchenzeitung „Lumina“. Auch Seiten französischer Firmen wurden gehackt und mit islamistischen Parolen versehen.

Nach Veröffentlichung des neuen „Charlie Hebdo“-Titelbilds in der Türkei verurteilte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu den Abdruck von Mohammed-Karikaturen. „Pressefreiheit bedeutet nicht die Freiheit zur Beleidigung“, sagte Davutoglu nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu in Ankara. Auch das pakistanische Parlament verurteilte die Mohammed-Karikatur in der neuen Ausgabe der Satirezeitung. Islamistische Gruppen kündigten für Freitag Protestmärsche an.



dpa

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