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„Ich kann auch gut ohne Kameras“

„Ich kann auch gut ohne Kameras“

Sängerin, Mutter, Spielerfrau: Shakiras neues Leben hält die 37-Jährige ziemlich auf Trab — ein Gespräch.

OSTSEE-ZEITUNG: Ihre Songs „Hips don‘t lie“ (2006) und „Waka Waka“ (2010) sind WM-Superhits geworden. Was haben Sie für Brasilien in petto?

Shakira: Dieses Mal bin ich bloß Groupie (lacht). Milan und ich werden Gerard selbstverständlich begleiten und anfeuern.

OZ: Shakira als Spielerfrau?

Shakira: Ja, unvorstellbar, oder? Fußballerfrau, Fußballermutter — das bin ich jetzt alles auch. Und ich finde das toll.

OZ: Wie ist es um Ihre eigenen fußballerischen Qualitäten bestellt?

Shakira: Hundsmiserabel.

OZ: Wird es dennoch wieder ein

Shakira-WM-Lied geben?

Shakira: Der offizielle Fifa-Song kommt in diesem Jahr bekanntlich nicht von mir. Aber meine Beziehung zum Fußball ist zu eng, als dass ich diesen Anlass einfach verstreichen lasse: Ich habe einen Song gemacht, der kurz vor der WM veröffentlicht wird.

OZ: Werden Sie Spanien oder Kolumbien die Daumen drücken? Der neuen oder der alten Heimat?

Shakira: Mein Traum ist ein Finale zwischen Kolumbien und Spanien.

OZ: Und welcher spätere Beruf für Ihren Sohn Milan wäre Ihnen lieber: Popstar oder Profifußballer?

Shakira: Falls so ein Leben wirklich sein Traum sein sollte, werde ich ihn unterstützen. Aber eigentlich hoffe ich, dass er einen Bogen um das Showgeschäft macht. Das ist ein wirklich aufreibender Beruf. Du bist ständig unter Druck, immer im Stress, hast viel zu wenig Zeit.

OZ: Wirklich so schlimm?

Shakira: Ich habe viele Opfer gebracht. Und ich wünsche Milan, dass er ein normales Leben führen kann und nicht immer unter Beobachtung steht. Aber ich mache mir nichts vor. Er ist der Sohn von zwei berühmten Menschen — so richtig normal wird sein Leben wohl nie sein. Wichtig ist mir, dass er später etwas tut, wofür er wirklich brennt.

OZ: Worauf achten Sie bei Ihrer Erziehung?

Shakira: Unser Sohn ist ein extrem privilegiertes Kind, unsere Herausforderung als Eltern wird auch darin liegen, ihm Ehrgeiz und Biss beizubringen. Und er soll früh wissen, dass es überall auf der Welt Kinder gibt, die nicht so versorgt sind wie er. Milan soll wissen, dass es riesige Ungleichheit in der Welt gibt, vielleicht kann er dazu beitragen, diese Lücke zwischen armen und reichen Menschen zu verkleinern.

OZ: So wie Sie es mit Ihrer Stiftung versuchen?

Shakira: Ja. Wir investieren vor allem in die Bildung — sie kann das Schicksal der Kinder und ihrer Familien grundlegend verändern. Gerade erst haben wir in Cartagena in Kolumbien eine Schule für 1700 Schüler eröffnet. In dem Viertel gibt es jetzt schon viel weniger Kriminalität, die Menschen haben wieder Hoffnung. Es herrscht eine sagenhafte Aufbruchsstimmung.

OZ : Sehen Sie sich als ein Vorbild für starke Frauen?

Shakira: Irgendwie schon, ja. Ich kann verstehen, wenn sich Frauen an meinem Werdegang ein Beispiel nehmen und mein Leben inspirierend finden. Mir ist nichts geschenkt worden, ich war immer eine Kämpfernatur, und das ist etwas, womit sich viele Frauen identifizieren können.

OZ: Sie sind schon als Teenager ein Popstar gewesen. Wie sehr haben Sie Ihre Jugend vermisst?

Shakira: Ich habe diese ganze verrückte Pubertät ausgelassen. Man sagt ja, dass Mädchen dann die Hölle sein sollen — aber an mir ist diese Phase total vorübergegangen.

OZ: Hatten Sie später das Bedürfnis, Ihre Pubertät nachzuholen?

Shakira: Ach, mir fehlt das eigentlich nicht. Ich habe immer ein erfülltes Leben gelebt. Ich habe vor einigen Jahren sogar noch ein Semester Geschichte in L.A. studiert, weil ich mir das gewünscht hatte.

OZ: Wie sehr hat Sohn Milan Ihr Leben verändert?

Shakira: Durch ihn habe ich gelernt, entspannter zu sein. Ich weiß nun, dass man nicht alles im Leben kontrollieren kann. Und ich bin pünktlicher geworden.

OZ: Haben Sie über eine Pause nachgedacht?

Shakira: Ich bin nicht süchtig nach dem Leben in der Öffentlichkeit, ich kann auch gut ohne Kameras. Als Milan zur Welt kam, war ich monatelang zu Hause, war einfach nur Hausfrau und Mutter und fand das sehr schön.

OZ: Aber?

Shakira: Ich bin nicht naiv und weiß, dass ich diese Karriere und Verträge habe — und eine Verantwortung. Und ich mache diesen Job wirklich gerne. Trotzdem genieße ich das Leben zu Hause.

OZ: Wo ist Ihr Zuhause jetzt?

Shakira: In Barcelona. Gerard traniert jeden Tag, also leben wir hier.

OZ: Wie kriegen Sie und Piqué Beruf und Familie unter einen Hut?

Shakira: Unsere Karrieren versuchen wir zu trennen.

OZ: Im Song „23“ auf Ihrem neuen Album singen Sie über Ihre Liebe zu Piqué.

Shakira: Ja. Jedes Mal, wenn ich Gerard in die Augen sehe, weiß ich, dass das Schicksal uns zusammengeführt hat. Gerard war der Mensch, der mir zum Glücklichsein gefehlt hatte.

OZ: Soso.

Shakira: Wir sind uns einfach sehr ähnlich, sind beide liebesbedürftig und voller Leidenschaft. Ehrlichkeit und Treue sind uns wichtig.

 



Interview: Steffen Rüth

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