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„Ihr fehlt uns“ - Gedenken an Germanwings-Opfer in Haltern

Trauer und Trost „Ihr fehlt uns“ - Gedenken an Germanwings-Opfer in Haltern

Es sind schon zwei Jahre. Es sind erst zwei Jahre. In Haltern ist die Trauer über den Tod von 18 jungen Menschen immer noch riesengroß. Sie starben beim Absturz der Germanwings-Maschine. Sie waren auf dem Rückflug von einem Schüleraustausch.

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Trost: Schüler umarmen sich bei der Gedenkfeier am Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See.

Quelle: Ina Fassbender

Haltern. Auf den fünf Gräbern der getöteten Jugendlichen in Haltern stehen frische Frühlingsblumen. „Manchmal glauben wir, dass du da bist, dich mit uns freust, wenn wir zusammen sind“ ist in einem steinernen Buch zu lesen.

„Du fehlst uns“ hat jemand mit Silberschrift auf einen herzförmigen Kiesel geschrieben. Auf einem Grablicht steht: „Zwei Jahre voller Sehnsucht nach deinen strahlenden Augen, nach deinem fröhlichen Lachen, einfach nach dir - wir vermissen dich.“ Mama und Papa haben es aufgestellt. Im westfälischen Haltern ist der Schmerz über den Verlust von 16 jungen Menschen und zwei Lehrerinnen auch zwei Jahre nach dem Absturz der Germanwings-Maschine unsagbar groß.

Gedenkfeier auf dem Schulhof des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am Freitag. Hier gingen die 18 zur Schule. Von einem Austausch mit einer spanischen Schule vor zwei Jahren kehrten sie nicht lebendig zurück. Jetzt sind ihre Namen in eine Stahlplatte geschnitten, zentrales Element der Gedenkstätte an der Schule. Viele Kerzen und Blumen, die Landesregierung hat ein Gesteck geschickt. Alle 1200 Schüler der Schule sind gekommen, dazu Lehrer und viele Bürger. Auch die Eltern von vier Opfern und andere Angehörige wie etwa Großeltern nehmen teil. „Ihr fehlt uns“, sagt Schulleiter Ulrich Wessel.

Es ist mucksmäuschenstill. Schon lange vor der Feier. Ein Posaunenchor spielt. Es gibt kurze Ansprachen. Und dann zur Absturzzeit um 10.41 Uhr: Nichts. Fünf Minuten Schweigen. In der Ferne läuten die Trauerglocken mehrerer Kirchen. Schüler umarmen sich und weinen leise. Ein Mann und sein erwachsen aussehender Sohn stehen nebeneinander und halten sich. Am Ende legen viele Schüler und Erwachsene weiße Rosen vor den Namen ab. „Wir haben sie nicht vergessen und wir werden sie nicht vergessen“, sagt Wessel. Seit dem Absturz besorgt er jede Woche 18 weiße Rosen und stellt sie an einem weiteren Gedenkort in der Schule auf.

„Seit zwei Jahren ist nichts mehr so wie es vorher einmal war“, sagt Bürgermeister Bodo Klimpel. Der Schmerz habe ein Ausmaß, „das für uns alle völlig unvorstellbar war“. Und er verspricht: „Wir werden sie in unseren Herzen lebendig halten.“ Er ist der einzige, der etwas zur Katastrophe selbst sagt: „Der Copilot brachte die Maschine zum Absturz.“

Auf dem Waldfriedhof in Haltern gibt es auch eine Gedenkstätte. Wie ein Klassenzimmer ist die kleine Fläche angelegt. 16 Zierapfelbäume sind auf der einen, zwei auf der anderen Seite gepflanzt. Fünf Meter hoch sind sie schon gewachsen. In der Mitte ein Gedenkstein wie ein Pult mit allen Namen und der schwarzen Trauerschleife mit der Flugnummer 4U9525. Das Symbol ging nach dem Absturz um die Welt. Darauf ein Zettel: „Ich wünsche, dass es Euch gut geht, dort wo ihr seid und Euren Familien und Freunden viel Kraft!“ Es ist Frühling. Die Zierapfelbäume treiben schon wieder aus.

dpa

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