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Im Bad mit Bush

Dallas Im Bad mit Bush

Jetzt malt er auch noch — und gar nicht mal so schlecht: Der frühere US-Präsident George W. Bush (67) schwärmt von seinem neuen Hobby und eröffnet bald eine erste Ausstellung.

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Hunde sind das Lieblingsobjekt des Texaners, hinzu kommen Landschaftsbilder und Stillleben. Screenshot (gawker.com): Reichardt

Dallas. Der einst mächtigste Mann der Welt in der Badewanne. Unter der Dusche. Nackt.

Es waren sehr private Bilder, die ein rumänischer Hacker vor rund einem Jahr dem E-Mail-Verkehr der Familie Bush entnahm und öffentlich machte. George W. Bush hätte allen Grund gehabt, wütend zu sein und sich jeglichen Kommentar zu verbitten. Doch im Gegenteil: Der 67-Jährige schien erfreut darüber, nach seinem neuen Hobby befragt zu werden.

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„Gemalt voller Zuneigung“: ein Barney- Porträt von Bushs Facebook-Seite.

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„Am Rande bemerkt“, plauderte er bester Laune in einem Fernsehinterview über die Wannen-Szene, „es ist gar nicht so einfach, Wasser zu malen, das auf Wasser trifft, wissen Sie, und dann die Perspektiven. . . Ein Prachtexemplar, nicht wahr?“ Und so faszinierte die gelassene Reaktion des früheren US-Präsidenten die Amerikaner ebenso nachhaltig wie die schiere Tatsache, dass sich ausgerechnet der Mann, den seine Kritiker als Kriegstreiber und Staats-Bankrotteur, einige gar als Personifizierung des Bösen in Erinnerung haben, den schönen Künsten zuwendet.

„Die Menschen sind überrascht“, befindet Bush nicht ohne Genugtuung. „Einige sind natürlich schon überrascht, dass ich überhaupt lesen kann.“ Das Image des tumben Texaners, der sich ständig absurde Versprecher — bekannt als „Bushismus“ — leistete, haftet ihm an. Seine Leidenschaft für Öl-Malerei fügt dem nun eine ungewohnte Nuance hinzu. Der Cowboy-Typ mit Baseball-Kappe — am Ende ein Feingeist? Viele seiner Landsleute sind verwirrt.

„Ich liebe es zu malen“, freut sich Bush. „Die Malerei hat mein Leben unglaublich zum Positiven verändert.“ Eine neue Sicht auf die Umgebung, auf Licht und Schatten habe er gewonnen, und er genieße es, etwas zu erschaffen.

Die Malerei als Therapie

Seit etwa drei Jahren stehe er täglich mehrere Stunden an der Staffelei. Eine Künstlerin aus Florida soll Bush unterrichtet und seinen Horizont vom Lieblingsobjekt „Hund“ ausgehend zu Landschaften und Stillleben erweitert haben. „Er malt mit einer derartigen Hingabe, es ist erstaunlich!“, wird seine Lehrerin Bonnie Flood zitiert.

Inspiriert wurde Bush ausgerechnet durch den Aufsatz „Painting as a Pasttime“ (Malen als Zeitvertreib) eines anderen Staatslenkers: Winston Churchill, einst britischer Premier. Dieser schreibt: „Ich kenne nichts, außer körperlicher Erschöpfung, was den Geist besser reinigt. Welche Gegenwartssorgen oder Zukunftsschrecken auch immer uns quälen mögen, kaum haben wir mit einem Bild begonnen, ist kein Raum mehr im Kopf für alle Sorgen.“

Das klingt nach Kunst-Therapie, nach Vergangenheitsbewältigung, und seine Kritiker zweifeln nicht daran, dass Bush einiges quälen dürfte. Schließlich falle das Resümee seiner Amtszeit verheerend aus — Stichwort Invasion des Irak, Folter in Guantanamo. Mit Spannung wird daher die Ausstellung von Bushs „politischen“ Gemälden erwartet (siehe rechts).

Emotional und überschwänglich

Während sein Vorbild Churchill die Malerei strategisch anging, leben Bushs Bilder von ihrer kindlichen Naivität — was laut mehreren Kritikern, die seine Werke unter die Lupe nahmen, nichts Schlechtes sein muss. Bush male emotional, widme sich seiner Innenwelt, ausdrucksstark, überschwänglich, mit einem guten Gefühl für Farbe. Als Bush im November 2013 in Jay Lenos Talkshow zu Gast war und ihm ein selbst gemaltes Porträt überreichte, war dieser kurzzeitig sprachlos: „Jetzt kann ich mich gar nicht mehr lustig machen.“

Bush selbst schätzt sein Talent realistisch ein: „Momentan ist die Signatur noch wertvoller als das Bild.“ Wie der Polit-Rentner seine Werke zeichnet? Mit einer „43“ — seinem Platz in der Reihe der US- Präsidenten. Es ist diese Identität, die ihn prägt — und der er doch ein Stück weit entkommen will.

Die Ausstellung


2001 wurde George Walker Bush zum 43. Präsidenten der USA gewählt. Er folgte auf Bill Clinton, der wiederum Bushs Vater, George Bush senior, abgelöst hatte. Vor seiner Politik-Karriere arbeitete Bush in der Ölbranche. Er studierte zuvor an der Harvard- und Yale-Universität.
Mehr als zwei Dutzend seiner Werke werden ab April in der Präsidenten-Bibliothek in Dallas zu sehen sein. Die Ausstellung trägt den Titel „Die Kunst der Führung: Die persönliche Diplomatie eines Präsidenten“ und soll die Beziehungen erforschen, die Bush mit anderen Staatenlenkern schmiedete, „um internationale Politik zu gestalten und amerikanische Interessen im Ausland voranzubringen“, hieß es.



Neben Porträts sollen auch Gegenstände, Fotos und persönliche Überlegungen Bushs zu sehen sein.



Seit seinem Ausscheiden aus der Politik 2009 ist der 67-Jährige nur noch selten in der Öffentlichkeit aufgetreten. Anders als Vorgänger, wie Jimmy Carter und Bill Clinton, lebt er zurückgezogen mit Frau Laura in Dallas.

 



Annika Reichardt

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