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Köln kann wieder feiern - auch an Silvester

Jahreswechsel Köln kann wieder feiern - auch an Silvester

Köln schreibt den zweiten Jahreswechsel nach der berüchtigten Silvesternacht 2015/16. Die Polizei passt ihr Sicherheitskonzept erneut an. Und tatsächlich verläuft die Nacht halbwegs friedlich.

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In Köln ist es friedlich geblieben.

Quelle: Henning Kaiser

Köln. „Respect!“ steht in projizierten Riesenbuchstaben auf einer Fassade neben dem Kölner Dom. Es ist das, was sich die viertgrößte Stadt Deutschlands in dieser Silvesternacht dringend wünscht.

Und tatsächlich sieht es so aus, als würde es gelingen: Rund um den Dom ist es pickepackevoll. Es feiern alteingesessene Kölner und Migranten, Alte und Junge, Familien mit Kindern. Und mittendrin viele Flüchtlinge. Die Atmosphäre ist entspannt. Dompropst Gerd Bachner sagt: „Wenn sich hier Kölner und Migranten um den Dom versammeln, dann ist das auch ein gutes Zeichen.“

Derweil verkündet Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Rathaus: „Die Lage ist heute ausgesprochen ruhig und angenehm.“ Köln verlangt geradezu nach solchen Sätzen. Die berüchtigte Silvesternacht von 2015/16 mit ihren massiven sexuellen Übergriffen auf Frauen hat das Image der einstigen Frohsinnskapitale nachhaltig beschädigt. Kölner merken das, wenn sie nach Amerika oder Asien in Urlaub fahren. Plötzlich verbinden die Leute dort etwas mit „Cologne“. Aber leider sind es dann nicht immer der Dom oder Karneval.

Vergangenes Jahr war zum Jahreswechsel schon vieles anders gelaufen. Kaum Sexualdelikte, kaum Diebstähle. Kritik gab es trotzdem: Hunderte Menschen seien allein aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermuteten nordafrikanischen Herkunft eingekesselt und kontrolliert worden, kritisierte Amnesty International. Also hat die Polizei nun ihr Konzept erneut angepasst.

An diesem Silvesterabend Ende 2017 werden keine nordafrikanisch oder arabisch aussehenden Männer auf dem Bahnhofsvorplatz festgehalten. Die Polizei achtet lediglich darauf, dass sich dort keine größeren Gruppen bilden. Die Domplatte ist abgesperrt. Wer dorthin will, muss Sicherheitsschleusen passieren und sich gegebenenfalls abtasten lassen. Feuerwerk und Knaller sind in der Schutzzone verboten.

Um sich ein Bild von der Lage zu machen, ist der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) angereist. Es ist seine erste Kölner Silvesternacht. Jene von vor zwei Jahren hatte mit dazu beigetragen, dass die Vorgängerregierung aus SPD und Grünen im vergangenen Mai abgewählt wurde. Der Vorwurf lautete damals unter anderem, dass Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zu spät reagiert habe. Reul will deshalb lieber nichts anbrennen lassen.

Mit einem Tross Journalisten im Schlepptau fällt der Minister in einer provisorischen Polizeiwache ein. Vor sehr langer Zeit hätten die Menschen den Staat erfunden, der sie gegen äußere Feinde, aber auch im Inneren schützen müsse, eröffnet er den Beamten. Letztere Aufgabe falle ihnen zu. Eine wichtige Aufgabe, die in den kommenden Jahren womöglich noch wichtiger werde. Die Männer nicken und schweigen. „Dann hoff' ich nur, dass nix passiert.“ Draußen ruft jemand dem Minister zu: „Überwachungsstaat!“.

Dann ist es 2018. Die Polizei verzeichnet Schlägereien und Sachbeschädigungen. Auch melden sich drei Frauen, die eigenen Angaben zufolge unsittlich angefasst wurden. „Wir haben gut zu tun“, sagt ein Polizeisprecher. Aber eine Kölner Silvesternacht wie vor zwei Jahren? Wohl nicht: „Das sind die üblichen Einsätze, wenn viele Leute feiern und Alkohol trinken.“

dpa

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