Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Panorama Kranich Charly will nicht weg
Nachrichten Panorama Kranich Charly will nicht weg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:42 02.10.2017
Es ist Zugsaison für die Kraniche in Brandenburg: Doch der gut sechs Monate alte „Charly“ denkt nicht daran, sich seinen Artgenossen anzuschließen. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Anzeige
Greiffenberg

Charly hat keine Berührungsängste. Mit einem stetigen Piepsen stakst der junge Kranich hinter Eberhard Henne her - egal wohin der 73-Jährige geht.

Auch vor Besuchern, die das Anwesen des ehemaligen Brandenburger Umweltministers bei Angermünde betreten, schreckt der Vogel nicht zurück. Er beäugt Neuankömmlinge, um dann mit dem Schnabel an ihren Fingern zu zupfen. Das Zuhause seiner Zieheltern liegt am Radweg Berlin-Usedom, er ist an Fremde gewöhnt.

„Charly hat quasi immer Hunger“, sagt Henne und läuft in die Küche, den stubenreinen Vogel im Schlepptau. Mehlwürmer, Schaben, Heuhüpfer und Geflügelherzen stehen auf dem Speiseplan. Mais, den Artgenossen wegen seines Energiereichtums schätzen, findet der Jungvogel hingegen uninteressant. Und die Rufe der Kraniche, die sich auf den Feldern um den Hof seiner Zieheltern sammeln, um spätestens Ende Oktober nach Süden zu ziehen, ängstigen ihn eher, als dass sie ihn interessieren. „Das ist sehr bedauerlich“, sagen Henne und seine Frau Beate Blahy, „wir hatten gehofft, ihn auswildern zu können, wenn er so weit ist.“

Am 10. Mai war das etwa 200 Gramm schwere Kranichküken in ihre Obhut gekommen. Der pensionierte Tierarzt und seine Frau haben schon mehrfach Kraniche großgezogen und wieder ausgewildert.

Charly verlor seine Familie, als ein Quadfahrer durch das Brutgebiet raste. Die Altvögel nahmen Reißaus in die Luft, die Küken versteckten sich. Den Kranichjungen verschlug es an einen Müllplatz, wo ihn Naturschützer fanden. „Ziel war natürlich, den Kranich auszuwildern, damit er mit seinen Artgenossen gen Süden fliegen kann“, erzählt Blahy.

Doch die Zeit bei den Elternvögeln war wohl zu kurz. „Deswegen ist er nun auf uns Menschen fixiert, er kennt quasi nichts anderes“, so die Biologin. Die größte europäische Vogelart führe den Nachwuchs den ganzen Tag. Deswegen folge Charly seinen menschlichen Eltern auf Schritt und Tritt. „Er bleibt nicht allein, einer von uns muss immer zuhause sein, sonst fliegt er uns hinterher.“

Noch wirkt der etwa drei Kilogramm schwere Charly mit seinem grauen Jungvogel-Federkleid unscheinbar. Die prächtigen Schmuckfedern am Schwanz und das rote Kopfgefieder wachsen ihm erst im nächsten Jahr. Dann kommt er auch in den Stimmwechsel, das Piepsen verschwindet. Geschlechtsreife männliche Kraniche werden zunehmend aggressiv und verteidigen ihr Revier.

Bei Charly wäre dies das Grundstück von Henne und Blahy. Diese geben die Hoffnung nicht auf, ihn doch auswildern zu können. Mehrmals am Tag gehen sie mit dem Schreitvogel spazieren, um ihm natürliche Futterquellen nahe zu bringen.

Mit dem Fernglas beobachten sie die sich sammelnden Kraniche. Im vergangenen Winter wohnte ein Kranichmädchen mit einem gebrochen Bein bei ihnen. Das Bein verheilte nicht, trotzdem flog Pauline, so der Name, im Frühjahr in die Freiheit.

dpa

Las Vegas - das steht für Casinos, Spaß und Partys. Ausgerechnet dort eröffnet ein Mann das Feuer auf eine feiernde Menge.

02.10.2017

Künstliche Intelligenz bereitet vielen Angst: Sie könnte sich der menschlichen Kontrolle entziehen, lautet häufig das Argument. Harrison Ford und Ryan Gosling teilen diese Sorge nicht - stattdessen heben sie die positiven Aspekte hervor.

02.10.2017

Seine US-Tour hat erst begonnen. Doch nun muss Schockrocker Marilyn Manson gleich mehrere Auftritte absagen. Grund dafür ist ein Malheur auf dem Konzert in New York, wo die Bühnendekoration nicht mitspielen wollte.

02.10.2017
Anzeige