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Panorama Kritik an Aufnahmestopp für Migranten
Nachrichten Panorama Kritik an Aufnahmestopp für Migranten
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15:33 23.02.2018
Für Migranten bleibt die Tür der Essener Tafel künftig geschlossen. Quelle: dpa
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Essen

Die Essener Tafel will abgesehen von den bisherigen Kunden vorerst keine weiteren Migranten mehr bedienen. Damit zog die Hilfsorganisation für Bedürftige die Konsequenzen aus einem steigenden Migrantenanteil beim Kundenandrang und nimmt derzeit nur noch Neukunden mit deutschem Pass an. „Da Aufgrund der Flüchtlingszunahme in den letzten Jahren der Anteil ausländischer Mitbürger bei unseren Kunden auf 75 Prozent angestiegen ist, sehen wir uns gezwungen um eine vernünftige Integration zu gewährleisten, zurzeit nur Kunden mit deutschem Personalausweis aufzunehmen“, heißt es auf der Internetseite des Vereins.

Ausschlaggebend ist der Pass

Der direkte Anteil der Migranten liege bei 61 Prozent, betonte am Donnerstag Jörg Sator, Vorsitzender der Essener Tafel, und bestätigte einen Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Weil die Kinderzahl bei Migranten meist hoch sei, habe die Nutzerzahl faktisch bei bis zu 75 Prozent gelegen. Sator betonte aber, dass die Essener Tafel keinen Unterschied mache, ob die Kunden mit deutschem Pass ausländische Wurzeln hätten oder nicht. Die Tafel gibt Lebensmittelspenden an anspruchsberechtigte Bedürftige weiter.

Der Andrang steigt bundesweit

Der Landesverband der Tafeln bestätigte einen starken Andrang von Migranten in den vergangenen zwei Jahren. Davon seien alle Tafeln in Nordrhein-Westfalen betroffen, sagte die stellvertretende Vorsitzende Claudia Manousek in Dormagen. Ein Handeln wie in Essen sei aber nicht bekannt.

Aus Sicht des Landesverbandes gibt es durchaus Unmut bei den Kunden. Migranten hätten gelegentlich falsche Erwartungshaltungen. Es gebe Regeln, die manchmal schon aus sprachlichen Gründen schwer zu erklären seien. Bei manchen anderen Kunden rege sich da Unmut. Dazu komme auch, dass Kunden früher zwei Mal die Woche kommen konnten und inzwischen nur noch ein Mal.

Die Hälfte der Kunden sind Rentner

Der Landesverband hatte zum Jahresende die Zahl der Kunden mit 200 000 angegeben. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Zahl verdoppelt. Unter den Kunden seien 10 000 Flüchtlinge. Die Hälfte der Kunden bei den 170 Tafeln seien Rentner.

In anderen Landesverbänden stieß die Essener Entscheidung auf Unverständnis. So auch in Thüringen. „Wir sind für alle Bedürftigen da, egal welche Hautfarbe oder Nationalität sie haben“, sagte der Landesvorsitzende Nico Schäfer am Freitag in Erfurt. Auch bei den Thüringer Tafeln gebe es Zugangsbeschränkungen, räumte Schäfer ein. Dabei handele es sich aber um neutrale Wartelisten.

Die Berliner Tafel kennt keine Bedürftigen erster Klasse

In Berlin dagegen entscheidet die Bedürftigkeit. „Für die Berliner Tafel gibt es keine Bedürftigen erster oder zweiter Klasse“, betonte die Vorsitzende Sabine Werth. Die Berliner Tafel versorgt rund 50 000 Menschen im Monat. Seit Beginn der großen Fluchtbewegungen 2015 sei die Kundenzahl um rund 4000 im Monat angestiegen.

Und auch aus Niedersachsen kam Kritik: „Man diskriminiert ja eine Gruppe“, sagte Manfred Jabs. „Das widerspricht eigentlich den Grundsätzen der Tafeln. Da muss man andere Wege finden.“

Kritik an unzureichenden staatlichen Leistungen

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat den Aufnahmestopp für Migranten bei der Essener Tafel kritisiert, Ursache für den Andrang seien aber unzureichende staatliche Leistungen. „Ganz klar ist, was die Essener Tafel macht, ist nicht richtig. Aber dahinter steht ein größeres Problem“, sagte der Leiter Sozialpolitik des NRW-Verbandes, Michael Spörke. „Die Tafeln sind Lückenbüßer dafür, dass staatliche Leistungen nicht reichen“, sagte Spörke. Der Andrang sei deshalb groß. Die Menschen hätten dabei Ängste, wenn sie anstehen. „Das Eigeninteresse ist hoch, etwas zu bekommen.“ Ängste bei Älteren seien nachvollziehbar.

Von dpa/RND

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