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Panorama Legionellen-Alarm in Warstein
Nachrichten Panorama Legionellen-Alarm in Warstein
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04:19 13.09.2013
Die Warsteiner Brauerei ist im Sauerland ein bedeutender Arbeitgeber.

Die Verbreitung von Legionellen-Bakterien in Warstein hat jetzt auch die dortige Brauerei getroffen. Bei zwei Messungen im Abwassersystem der Brauerei sei eine starke Belastung festgestellt worden, teilte das nordrhein-westfälische Umweltministerium mit. Nach dem Fund ist der Kampf gegen die gefährlichen Erreger noch einmal verschärft worden. Unklar ist bisher, wie die Bakterien in das Abwasser der Großbrauerei gekommen sind. Fest steht nur, dass das Bier nicht betroffen ist. Geprüft wird vor allem, wo die Legionellen-Welle in der sauerländischen Stadt Warstein ihren eigentlichen Ausgang genommen hat.

„Die Warsteiner Brauerei ist für uns derzeit nicht die ursächliche Quelle“, sagte gestern der Sprecher des NRW-Umweltministeriums, Frank Seidlitz.

Wegen der Legionellen wurden seit Anfang August 165 Menschen behandelt. Bei zwei Toten sind Legionellen-Infektionen als Ursache bestätigt. Sie hatten die Erreger eingeatmet. Der Kreis Soest rät wegen der Erkrankungswelle weiter von Reisen nach Warstein ab.

Das Bier zumindest sei nicht betroffen, versichern Ministerium und Brauerei. Es werde während der Produktion auf fast 100 Grad erhitzt. Die Bakterien sterben bei über 60 Grad ab.

Außerdem sind der Brauerei jetzt auch Auflagen gemacht worden. Das Düsseldorfer Ministerium erwarte, dass die Vorkehrungen in den kommenden Tagen umgesetzt werden, sagte Seidlitz. Dazu gehören etwa eine Desinfektion mit UV-Bestrahlung sowie die Abdeckung der Klärbecken.

„Unsere Produkte sind sicher“, hatte Brauereisprecherin Christiane Willeke betont, nachdem der Legionellen-Befall am Mittwochabend bekannt geworden war. Der Fund an einem Abwasserbecken der Brauerei ist ein Dämpfer für die Warsteiner, denn zuvor standen die Zeichen auf Entwarnung. Neuerkrankungen gab es laut dem Kreis Soest in den vergangenen Tagen nicht mehr.

Vermutlich waren die Legionellen über die Vorkläranlage der Brauerei und eine weitere Kläranlage über den Fluss Wester in die Kühlanlage einer Firma gelangt — und von dort aus im Wasserdampf in die Umgebungsluft. Trotzdem ist die Brauerei nach den bisherigen Erkenntnissen nicht der eigentliche Ausgangspunkt.

Die Behörden wollen auf jeden Fall noch die Ursache der Legionellen-Ausbreitung in der Brauerei klären. Das Umweltministerium glaubt, dass die Erreger möglicherweise über die Luft, über Vogelkot oder Vorproduktionen in die Brauerei gelangt sein könnten. Lebensmittelkontrolleure haben bereits Proben von eingehenden Materialien gezogen. Sollten die Erreger über die Außenluft gekommen sein, dürfte sich das Problem wegen der inzwischen kühlen Witterung verringern, da Legionellen wärmere Temperaturen zur raschen Vermehrung brauchen.

Gefahr aus der Dusche
Legionellen sind Stäbchenbakterien, die im Wasser leben. Sie werden durch das Einatmen von zerstäubtem Wasser, etwa beim Duschen, übertragen und lösen die Legionärskrankheit aus, die tödlich enden kann.


Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad bieten ideale Wachstumsbedingungen für Legionellen. Ist das Wasser heißer als 60 Grad, werden sie abgetötet.


Wie gefährlich Legionellen werden können, hängt von ihrer Anzahl und von der Empfindlichkeit der Betroffenen ab. Gefährdet sind vor allem Ältere, Raucher sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem.


Eine Infektion beginnt meist mit Husten, Durchfall und Fieber. Die Legionärskrankheit zeigt sich in einer schweren Lungenentzündung, die tödlich verlaufen kann. Das häufiger vorkommende Pontiac-Fieber ist eine grippeähnliche Erkrankung.


Das Trinken von Wasser, das mit Legionellen verseucht ist, ist meist harmlos. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt als unwahrscheinlich.

Unsere Produkte sind sicher.“Christiane Willeke, Referentin für Unternehmenskommunikation bei der Warsteiner Brauerei

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