Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Panorama Loveparade-Prozess: Betreuer stehen für Angehörige bereit
Nachrichten Panorama Loveparade-Prozess: Betreuer stehen für Angehörige bereit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:22 09.12.2017
Ein Fernsehübertragungswagen vor dem Kongresszentrum: Bis Ende 2018 sind weitere 110 Verhandlungstage angesetzt. Quelle: Roland Weihrauch
Anzeige
Düsseldorf

Beim Loveparade-Prozess in Düsseldorf stehen auch an den kommenden Verhandlungstagen Betreuer für Angehörige von Opfern und Traumatisierte bereit. Notfallseelsorger und Psychologen stünden jeweils für Gespräche zur Verfügung.

Das sagte der zuständige Koordinator der Notfallseelsorge Duisburg, Diakon Richard Bannert, der Deutschen Presse-Agentur. „In der Regel sind zwei Leute vor Ort, immer als Tandem Psychologe und Seelsorger“, erläuterte Bannert weiter.

Der mit Spannung erwartete Strafprozess hatte am Freitag begonnen. Neben den rund 25 anwesenden Nebenklägern waren rund 50 Zuschauer in einen Kongresssaal nach Düsseldorf gekommen. Das Landgericht Duisburg hatte mit wesentlich mehr gerechnet und 234 Plätze vorgehalten.

Die Stimmung der Traumatisierten und Angehörigen der Opfer bezeichnete Bannert als angespannt. Das vierköpfige Betreuungsteam habe am ersten Prozesstag in Düsseldorf mehrere Gespräche mit Angehörigen geführt. „Das war so wie bei anderen Begegnungen auch, etwa bei den Jahrestagen“, erläuterte er. Für ein solches Gespräch habe man einen extra vorgehaltenen Rückzugsraum nutzen können.

Bei dem Unglück in Duisburg am 24. Juli 2010 waren in einem Gedränge am einzigen Zu- und Abgang der Technoparade 21 Menschen im Alter von 17 bis 38 Jahren erdrückt worden. Mindestens 652 wurden verletzt. Das Verfahren steht unter Zeitdruck: Gibt es bis Ende Juli 2020 kein erstes Urteil, verjähren die Vorwürfe. Bis Ende 2018 sind weitere 110 Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

Sechs Mitarbeitern der Stadt Duisburg und vier Mitarbeitern des Veranstalters Lopavent wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Ihnen drohen bis zu fünf Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten schwere Planungsfehler und eine rechtswidrige Genehmigung der Loveparade vor.

dpa

Mehr zum Thema

Lange wurde der Strafprozess zur Loveparade-Katastrophe erwartet. Doch der Auftakt gestaltet sich schwierig. Erst nach stundenlangen zähen Diskussionen kann die Anklage verlesen werden.

08.12.2017

Der Loveparade-Prozess wird von Mario Plein geführt. Der 46-Jährige ist Vorsitzender Richter am Landgericht Duisburg.

08.12.2017

Die Loveparade in Duisburg war als fröhliches Fest geplant. Sie endete in einer Katastrophe mit 21 Toten und mindestens 652 Verletzten. Die Tragödie und ihre Aufarbeitung: 24.

08.12.2017

Die Schauspielerin Daisy Ridley fürchtet sich nicht davor, künftig auf ihre Rolle der Rey in „Star Wars“-Saga festgelegt zu sein. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Rey je eine Bürde für mich sein könnte, ich bin sehr glücklich mit ihr“, sagte die Schauspielerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

10.12.2017

Lange wurde der Strafprozess zur Loveparade-Katastrophe erwartet. Doch der Auftakt gestaltet sich schwierig. Erst nach stundenlangen zähen Diskussionen kann die Anklage verlesen werden.

08.12.2017
Panorama Die Arbeit der “Cold Case“-Ermittler - Der Kommissar der kalten Akten

Schon sein Vater war bei der Mordkommission – jetzt übernimmt Steven Baack Fälle, die über Jahrzehnte ungelöst blieben. Der 37-Jährige leitet die Ermittlungsgruppe “Cold Cases“ der Hamburger Polizei und kommt Tätern auf die Spur, die sich längst in Sicherheit wähnten.

08.12.2017
Anzeige