Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Mallorcas Polizei jagt Rentner-Mörder

Palma de Mallorca Mallorcas Polizei jagt Rentner-Mörder

Großfahndung auf der Urlaubsinsel nach Überfall auf deutsches Paar. War es die osteuropäische Mafia?

Voriger Artikel
Umweltminister beschließen Hochwasserschutz-Programm
Nächster Artikel
„Nie zu alt, um Träume zu verfolgen“

Der Strand von Cala Millor. In der Touristenhochburg hatte das deutsche Paar 20 Jahre lang ein Lokal betrieben.

Palma de Mallorca. Ein deutsches Rentnerpaar wird auf Mallorca in seiner Wohnung brutal überfallen, gefesselt und geschlagen. Der Mann stirbt, die Frau überlebt schwer verletzt. Jetzt fahndet die spanische Polizei mit Hochdruck nach den Tätern.

Wie die Zeitung „Diario de Mallorca“ gestern berichtete, wurden die Kontrollen in den Fährhäfen der Insel und auf dem Flughafen in Palma drastisch verschärft. Bei dem Überfall in der Wohnung des Ehepaars in Sa Coma an der Ostküste Mallorcas war der 65 Jahre alte Deutsche Rainer V. am Freitag ums Leben gekommen, seine Frau wurde schwer verletzt. Die Polizei entdeckte das Paar erst mehrere Stunden nach dem Überfall. Nachbarn hatten ein Wimmern aus der Wohnung der Opfer gehört. Die Räuber hatten in der Zwischenzeit die Wohnung durchwühlt und waren unerkannt entkommen.

Frau schließt Täter aus dem Bekanntenkreis aus

Nach Informationen der Lokalpresse sagte die Frau in einer ersten Vernehmung durch die spanische Polizei aus, dass es sich bei den Tätern um zwei Männer gehandelt habe, die schwarz gekleidet waren und Militärstiefel sowie Motorradhelme trugen. „Das Geld, das Geld“, sollen die Männer immer wieder gerufen haben, während sie brutal auf das Ehepaar einschlugen. Der Mann kam dabei zu Tode. Die Frau habe den Angaben zu folge die Stimmen der Angreifer nicht erkannt und daher ausgeschlossen, dass die Gangster aus dem Bekanntenkreis des Paares stammten, berichtete die Zeitung „Ultima Hora“.

Der aus Hamburg stammende 65-jährige Deutsche hatte gemeinsam mit seiner Frau in der Touristenhochburg Cala Millor etwa 20 Jahre lang ein Restaurant betrieben. Nach Informationen der „Diario de Mallorca“ hatte er das Lokal erst kürzlich für etwa 300 000 Euro verkauft.

Die Ermittler schließen deshalb nicht aus, dass der Überfall im Zusammenhang mit dem Verkauf jenes Restaurants steht. Der Gastwirt hatte, der Inselpresse zufolge, sein Lokal „Ca'n Faro“ an russische Investoren verkauft. Nur ein Teil der 300 000 Euro sei aber auf ein Bankkonto gegangen, berichtete die „Diario de Mallorca“. Ein weiterer hoher Betrag soll möglicherweise als Schwarzgeld auf die Hand gezahlt worden sein. Die Gangster könnten es, so wird jetzt vermutet, auf dieses Geld abgesehen haben. Womöglich seien sie sogar mit der osteuropäischen Mafia verbandelt.

Anderen Medienberichten zufolge machten die Täter aber vermutlich gar keine Beute — sollen sogar Schmuckstücke der Frau und etwa 1000 Euro Bargeld liegengelassen haben. Die Polizei, die neben der Fahndung zurzeit die Hintergründe des Restaurantverkaufs durchleuchtet, hielt sich aber zunächst bedeckt.

Nachbarn und Freunde des Paares sind schockiert

Andere deutsche Mallorca-Residenten zeigten sich entsetzt nach der schlimmen Gewalttat und sprachen von „Horror“ auf der Urlaubsinsel. Ein Nachbar sagte: „Ich bin total schockiert.“ Die beiden seien „nette Wirtsleute“ gewesen, hieß es. „Der Rainer war ein Super-Wirt und wollte nun den Lebensabend genießen.“ Auch in der Nachbarschaft wurde der Verdacht geäußert, dass eine osteuropäische Bande hinter der Tat stecken könne. Der Besitzer der Nachbarkneipe des ehemaligen Restaurants des Paars in Cala Millor, der die beiden jahrelang täglich sah, ist ebenso schockiert und kann sich den brutalen Überfall nicht erklären. „Der Rainer war ein perfekter Gentleman gewesen“, wird der Mann in der „Diario de Mallorca“ zitiert. Der Deutsche habe ihm sogar eine Fahne seines Lieblingsvereins FC St. Pauli geschenkt.

Und während die Fahndung auf der Urlaubsinsel in vollem Gange ist, versuchen die Gerichtsmediziner zunächst zu klären, ob der deutsche Pensionär durch einen Herzinfarkt, durch die Schläge oder durch Ersticken ums Leben gekommen ist. dpa, ze

Deutsche auf der spanischen Insel

31 000 Deutsche wohnen auf Mallorca. Sie stellen damit 3,5 Prozent der Gesamtbevölkerung von etwa 875 000 Menschen. Die Deutschen sind damit die größte Gruppe der auf Mallorca lebenden Ausländer. Es folgen die Marokkaner mit zwei Prozent und die Briten mit 1,8 Prozent der Gesamtbevölkerung (Stand: Ende 2012).

Der Großteil der auf Mallorca lebenden Deutschen sind Personen über 60 Jahre. Sie verbringen dort ihren Ruhestand.

4 000 000 Menschen aus Deutschland reisen jährlich als Urlauber auf die Balearen-Insel. Im Jahr 2011 wurde mit 4,2 Millionen Urlaubern ein absoluter Höchstwert erreicht.

Die Deutschen stellen somit etwa 40 Prozent der rund zehn Millionen Urlauber und bilden somit auch unter den Touristen die größte Gruppe. Die nächst größeren Gruppen stellen die Briten und die Festland-Spanier mit jeweils etwa 2,2 Millionen Touristen jährlich.

Rainer war ein perfekter Gentleman.“Ein Nachbar über den

getöteten Deutschen.

 

OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.