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Meng Meng im Rückwärtsgang - harmlos oder problematisch?

Kritik von Tierschützern Meng Meng im Rückwärtsgang - harmlos oder problematisch?

Sie läuft rückwärts und stößt sich an Wänden: Berlins Pandadame Meng Meng sorgt mit merkwürdigem Verhalten für Aufsehen. Tierschützer zeigen sich alarmiert und kritisieren den Zoo.

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Panda-Dame Meng Meng fühlt sich in ihrem Berliner Gehege offenbar nicht so recht zuhause.

Quelle: Paul Zinken

Berlin. Familien und Schulklassen drängeln sich vor den Schaufenstern, jeder möchte einen Blick auf die tierischen Stars erhaschen: Seit die zwei Riesenpandas Meng Meng und Jiao Qing im Juni aus China nach Berlin kamen, sind sie die unangefochtenen Hauptattraktionen des Berliner Zoos.

Hunderttausende Besucher haben die neue, knapp zehn Millionen Euro teure Panda-Anlage bereits besucht. Im Zoo-Shop türmen sich Souvenirs mit Pandamotiven: Becher, Taschen, Plüschtiere.

Während sich der männliche Bär Jiao Qing bereits an den Rummel und die neue Umgebung gewöhnt zu haben scheint, verhält sich Pandadame Meng Meng auch drei Monate nach ihrer Ankunft auffällig. Sie läuft oft rückwärts, meist tapsig, stößt mit ihrem Hinterteil an Wände und Glasscheiben. Ihr neues Gehege hat sie bislang nur rudimentär erkundet. „Sie begrenzt sich auf einen sehr kleinen Bereich“, bestätigt Zoo-Sprecherin Katharina Marie Sperling. Anfangs musste sogar ein Teil des Geheges für Besucher gesperrt werden, um die scheue Meng Meng nicht zu stören.

Warum die Pandabärin mit den schwarzen Puschelohren solche Probleme hat, ist für den Zoo bislang ungeklärt. „Die Experten, mit denen wir zusammenarbeiten, haben noch keine Ursache finden können. Aber wir werden weiter beobachten, wie sie sich entwickelt“, sagt Sperling. Im Sommer hatte der Zoo noch gemutmaßt, es könne sich um Eingewöhnungsschwierigkeiten handeln. Auch von den möglichen Auswirkungen der „Panda-Pubertät“ war die Rede. Ein andermal hieß es, Meng Meng habe einfach Vergnügen, sich vor Publikum in Szene zu setzen.

Deutlich andere Erklärungen finden Tierschützer. Sie kritisieren schon lange, dass Pandas mit dem Ziel des Artenschutzes weltweit an Zoos verliehen werden. Denise Ade vom Deutschen Tierschutzbund kann im Fall von Meng Meng kein vergnügliches Verhalten erkennen: „Dieser Panda bringt offenkundig zum Ausdruck, dass er erheblich leidet und die Haltungsbedingungen vermutlich nicht den artgemäßen Bedürfnissen gerecht werden. Es geht hier nicht um den Artenschutz, sondern darum, neue Zuschauermagneten im Zoo zu halten.“

Yvonne Würz von der Tierrechtsorganisation Peta deutet das Rückwärtslaufen von Meng Meng als sogenannte Stereotypie - eine wiederholte, ziellose Handlung. „Der Panda im Berliner Zoo ist kein Einzelfall. Solche Verhaltensstörungen beobachten wir häufig bei Tieren in Gefangenschaft.

Wir kennen zum Beispiel das Hin- und Her-Wanken von Elefanten oder das Auf- und Ab-Laufen von Raubkatzen.“ Besonders betroffen seien Tiergruppen, die ein sehr großes natürliches Bewegungsbedürfnis hätten oder einen ganz besonderen Lebensraum bräuchten.

„Der Zoo Berlin sollte prüfen, ob die Gehege verbessert und Besucherzahlen reduziert werden müssen“, sagt Würz. „Grundsätzlich fordern wir, dass Artenschutz nur im natürlichen Lebensraum der Tiere stattfinden sollte, anstatt Millionen für die Haltung und Zucht kranker Tiere in Gefangenschaft zu verschwenden.“

Denise Ade vom Tierschutzbund lehnt die Zoo-Haltung zwar nicht grundsätzlich ab, formuliert aber eine wesentliche Voraussetzung: „Tiere dürfen nicht an die Haltungsbedingungen angepasst werden, sondern die Haltungsbedingungen sollten an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden.“

Beim Zoo Berlin hält man diese Kritik für voreilig und ungerechtfertigt. „Es ist schon merkwürdig, dass die selbsternannten Tierschützer immer gleich eine Erklärung parat haben, während die von uns kontaktierten Experten keine Ursache finden“, meint Zoo-Sprecherin Sperling. Der Zoo arbeite unter anderem mit dem renommierten Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung zusammen, um Meng Meng besser zu verstehen.

„Wichtig ist für uns erstmal, dass sie gut frisst und gut schläft. Für kooperatives Verhalten wird sie von uns besonders belohnt. Weitere Maßnahmen sind derzeit nicht geplant.“

dpa

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