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Merkel: Staat tut alles gegen gewaltbereiten Extremismus

Würzburg/Berlin Merkel: Staat tut alles gegen gewaltbereiten Extremismus

Wie eng war die Verbindung des Attentäters von Würzburg zum IS? Die Bundesanwaltschaft hält es für möglich, dass der Afghane Mitglied der Terrormiliz war. Der Bundesinnenminister spricht von einem „Grenzfall“.

Würzburg/Berlin. Nach dem Axt-Angriff in einem Zug in Würzburg hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein entschiedenes Vorgehen gegen Gewalttäter zugesichert.

„Wir werden alles tun, was von Seiten des Staates und seiner Sicherheitsbehörden getan werden kann, um jede Form von gewaltbereitem Extremismus zu entdecken und zu unterbinden“, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin.

Ein 17-jähriger Flüchtling hatte am Montagabend in einem Regionalzug bei Würzburg-Heidingsfeld vier Menschen mit einer Axt und einem Messer angegriffen. Bei den Opfern handelte sich um eine Urlauberfamilie aus Hongkong. Danach attackierte der Afghane während seiner Flucht eine Spaziergängerin. Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos erschossen ihn. Zwei seiner Opfer schweben in Lebensgefahr.

Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Es bestehe der Verdacht, „dass der Attentäter die Tat als Mitglied des sogenannten Islamischen Staats zielgerichtet begangen hat“, teilte die Behörde in Karlsruhe mit. Die Bundesanwaltschaft verfolgt Straftaten gegen die innere Sicherheit der Bundesrepublik.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte in Berlin, der Attentäter sei ein Einzeltäter, der sich durch die Propaganda der Terrormiliz „angestachelt“ gefühlt habe. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hatte der 17-Jährige keinen konkreten Auftrag vom IS erhalten.

Die Bundesanwaltschaft begründete die Übernahme der Ermittlungen damit, dass der IS die Tat für sich reklamiert. Außerdem habe das IS-Sprachrohr Amak ein Video des Attentäters veröffentlicht. „Vor diesem Hintergrund ist zu klären, ob weitere bislang unbekannte Tatbeteiligte oder Hintermänner in die Tat eingebunden waren.“ Die Behörde ermittele daher wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes „gegen nicht namentlich bekannte Beschuldigte“.

Ermittlern zufolge hatte die Tat einen islamistischen Hintergrund. Der 17-Jährige bezeichnete sich selbst in der Videobotschaft als Kämpfer des IS. Das Bekennervideo enthalte aber keine Hinweise auf eine Anordnung der Miliz, sagte de Maizière. „Es ist vielleicht auch ein Fall, der im Grenzgebiet zwischen Amoklauf und Terror liegt“, sagte er und sprach sich für mehr Videoüberwachung, mehr Polizei und einen besseren Schutz der Polizeibeamten aus.

Wann sich der junge Mann radikalisierte, ist bislang unklar. Die Ermittler äußern sich noch nicht dazu, wann das Bekennervideo aufgenommen wurde und ob der 17-Jährige den Text dafür allein verfasst hat. Das bayerische Innenministerium bestätigte lediglich die Echtheit des Videos. Die Polizei hatte im Zimmer des jungen Mannes unter anderem eine handgezeichnete IS-Flagge und einen Abschiedsbrief an seinen Vater gefunden. Den Sicherheitsbehörden war er zuvor nicht aufgefallen.

Zwei Opfer, die in Lebensgefahr schweben, werden in Würzburg behandelt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt sich um den 62-jährigen Vater der Urlauberfamilie aus Hongkong und den 30-jährigen Freund der Tochter. Außerdem wird dort die schwer verletzte 51-jährige Fußgängerin behandelt. Die Tochter (26) der Familie aus Hongkong wurde ins Klinikum Nürnberg gebracht. Sie sei auf dem Weg der Besserung, sagte eine Sprecherin. Ein weiteres Opfer wird in der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg behandelt - wohl die 58 Jahre alte Mutter. Ein Sprecher bestätigte dies nicht. Am Mittwoch trafen Angehörige aus Hongkong in Würzburg ein.

dpa

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Der Attentäter von Würzburg hat nach bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden keinen konkreten Auftrag von der Terrormiliz Islamischer Staat erhalten.

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