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Missbrauchsbilder im Darknet - Opfer und Täter identifiziert

Erfolgreiche Fahndung Missbrauchsbilder im Darknet - Opfer und Täter identifiziert

Es ist ein Fall von außergewöhnlicher Brutalität - und die Ermittler gehen bei der Aufklärung außergewöhnliche Wege. Ein Verdächtiger soll ein vier Jahre altes Mädchen sexuell missbraucht haben. Nun wandten sich die Behörden an die Öffentlichkeit - mit Erfolg.

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Nach Angaben des BKA konnten im Fall eines missbrauchten Mädchens sowohl das Opfer als auch der Täter identifiziert werden.

Quelle: Fredrik von Erichsen

Wiesbaden/Frankfurt. Nur Stunden nach einer aufsehenerregenden Fahndung mit Fotos eines missbrauchten vierjährigen Mädchens haben die Ermittler nach eigenen Worten Opfer und Täter identifiziert.

Die Fahndung im Fall des schweren sexuellen Missbrauchs des zuvor unbekannten Kindes sei erfolgreich beendet, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Abend über Facebook mit.

Die Ermittler waren am Montag mit Fotos des Mädchens an die Öffentlichkeit gegangen. Der bis dahin noch unbekannte Beschuldigte soll das Kind zwischen Oktober 2016 und Juli 2017 mehrfach schwer sexuell missbraucht haben. Er soll Aufnahmen des sexuellen Missbrauchs gemacht und diese anschließend auf einer kinderpornografischen Plattform im sogenannten Darknet verbreitet haben.

Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt sagte am Abend zu „Bild“: „Er ist deutscher Staatsbürger. Der Mann wird zurzeit befragt. Das Mädchen ist ebenfalls Deutsche und vier Jahre alt.“ Es sei von einem Polizeipsychologen untersucht worden und sei wieder in elterlicher Obhut. Der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte Ungefuk, dem Kind gehe es den Umständen entsprechend gut. Nach „Bild“-Informationen erfolgte die Festnahme in Niedersachsen. Der dpa gegenüber wollte Ungefuk das zunächst nicht kommentieren.

Das BKA nannte am Abend keine Details zu dem Kind und zum Tatverdächtigen. An diesem Dienstag will die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main in einer Pressemitteilung Näheres bekanntgegeben.

Zuvor hatte Ungefuk den ungewöhnlichen Schritt, Fotos vom Opfer zu veröffentlichen, folgendermaßen begründet: „Das ist die letzte Maßnahme, um den Täter zu identifizieren. Darauf greifen wir nur zurück, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht zum Ziel geführt haben.“ Zudem sei Dringlichkeit geboten. „Wir gehen davon aus, dass das Kind weiter dem Zugriff des Täters ausgesetzt ist“, hatte Ungefuk gesagt.

BKA und ZIT waren davon ausgegangen, dass der Missbrauch in Deutschland stattfand, wie es in einer Mitteilung am Montagvormittag hieß. Weiter eingrenzen lasse sich der Ort nicht, sagte der Oberstaatsanwalt. Der Verdächtige agiere äußerst vorsichtig, Bild- und Videoaufnahmen von ihm lägen nicht vor. Deswegen habe das Amtsgericht Gießen die Öffentlichkeitsfahndung mit Bildaufnahmen des Opfers angeordnet.

Das Social-Media-Team des BKA bat darum, Bilder des Kindes, die während der Fahndung online geteilt wurden, aus Gründen des Opferschutzes nun zu löschen.

Die Kinderporno-Szene spielt sich nach Einschätzung von Ermittlern mittlerweile überwiegend im Darknet, dem verborgenen Teil des Internets, ab. Dort können sich Internetnutzer fast komplett anonym bewegen. Dieser Bereich des Internets wird von Menschen genutzt, die viel Wert auf Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben - aber auch von Kriminellen.

In einem anderen Fall waren Ermittler erst im Juli über ein Foto eines Missbrauchsopfers auf die Spur von Verdächtigen gekommen - eine Lehrerin aus Wien hatte das sieben Jahre alte Mädchen schließlich erkannt. Der Vater soll in dem Fall seine Tochter und ihren zwei Jahre jüngeren Bruder über Jahre schwer sexuell missbraucht und dies auch gefilmt haben. Zudem soll er seine Kinder über eine inzwischen zerschlagene Darknet-Plattform mindestens an zwei andere Männer vermittelt haben.

Pädophile bewegen sich aber auch im frei zugänglichen Netz, um dort in der Masse unterzutauchen. Ebenfalls im Juli war ein loses Szene-Netzwerk mit Dutzenden Verdächtigen aufgeflogen, das Material über den legalen Onlinedienst „Chatstep“ ausgetauscht hatte.

dpa

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