Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Panorama Motiv für Schüsse in der Moschee in Zürich unklar
Nachrichten Panorama Motiv für Schüsse in der Moschee in Zürich unklar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:22 20.12.2016
Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Quelle: Ennio Leanza
Anzeige
Zürich

Das Motiv für die Schüsse auf Betende in einer Moschee in Zürich ist weiter völlig unklar. „Wir wissen es nicht“, sagte Staatsanwältin Francoise Stadelmann am Dienstag zur Suche nach dem Grund für das Verbrechen.

Ein terroristischer Hintergrund werde zum jetzigen Zeitpunkt aber ausgeschlossen. Möglicherweise spiele Okkultismus eine Rolle. Der Mann, der sich nach den Schüssen in der Moschee selbst mit seiner Waffe tötete, sei bisher nur wegen eines Raddiebstahls polizeilich erfasst gewesen.

Nach Angaben der Polizei war es bereits am Wochenende vor dem Überfall auf die Muslime zu einem Mord gekommen, den der 24-Jährige begangen haben soll. Am Sonntag war ein Mann auf einem Spielplatz in Zürich mit zahlreichen Messerstichen umgebracht worden. Seitdem war die Polizei auf der intensiven Suche nach dem Täter, seine Identität war aufgrund DNA-Spuren am Montag bekannt. Bei einer Hausdurchsuchung wurde der 24-Jährige aber nicht angetroffen. In der Wohnung fanden die Ermittler Hinweise darauf, dass sich der Verdächtige für Okkultismus interessierte. Wenig später erreichte die Polizei die Nachricht von den Schüssen in der Moschee.

Dort hatte der Schütze im Gebetsraum eines Islamischen Zentrums auf mehrere Betende aus Somalia geschossen und drei Männer im Alter von 30, 35 und 56 Jahren teils schwer verletzt. Die Opfer waren am Dienstag außer Lebensgefahr.

Für die somalische Gemeinde in Zürich, der mitgliederstärksten in der Schweiz, sind die Ereignisse ein Schock. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht? Wie können wir uns schützen?“, sagte der Vorstand des somalischen Kulturvereins, Bashir Gobdon.

Die Somalier suchen seit Ausbruch des Bürgerkriegs in ihrer Heimat vor rund 20 Jahren oft Schutz in der Schweiz. Zwar werden nur wenige Asylgesuche anerkannt, aber die meisten Migranten aus dem ostafrikanischen Land werden geduldet.

dpa

Mehr zum Thema

Die letzte Silvesternacht war in manchen Städten chaotisch: Es gab sexuelle Übergriffe und Überfälle, mancherorts wurden Böller in die Menge geworfen, mit Raketen wurde auf Menschen geschossen. Wie reagieren die Städte in diesem Jahr darauf?

18.12.2016

Bei einer Schießerei in der Nähe eines islamischen Zentrums in Zürich sind drei Menschen verletzt worden. Der Täter ist laut Polizei auf der Flucht.

19.12.2016

Im Gebetsraum einer Moschee in Zürich sind drei Menschen niedergeschossen worden. Das sagte ein Reporter des Schweizer Fernsehens SRF1 unter Berufung auf die Polizei.

19.12.2016

Nach dem Anschlag in Berlin wollen Weihnachtsmärkte mit Betonpollern für mehr Sicherheit sorgen - ein Konzept, das schon vielerorts zum Einsatz kommt.

20.12.2016
Panorama Hintergrund - Was wann geschah

Ein Lastwagen rast auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Mindestens 12 Menschen sterben, etwa 50 werden verletzt.

20.12.2016

Elisabeth II. wird künftig ein kleines bisschen kürzer treten. Sie bleibt aber weiterhin Schirmherrin von etwa 600 Organisationen.

20.12.2016
Anzeige