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Panorama NSU-Prozess: Wohlleben-Anwälte attackieren Mitangeklagten
Nachrichten Panorama NSU-Prozess: Wohlleben-Anwälte attackieren Mitangeklagten
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07:04 17.05.2018
Der Angeklagte Ralf Wohlleben betritt den Verhandlungssaal im Oberlandesgericht München im NSU-Prozess. Quelle: Tobias Hase/archiv
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München

Im NSU-Prozess haben die Verteidiger des mutmaßlichen Waffenbeschaffers Ralf Wohlleben die Anklagevorwürfe mit heftigen Attacken auf einen Mitangeklagten und die Bundesanwaltschaft zu erschüttern versucht.

Am zweiten Tag seines Plädoyers griff Rechtsanwalt Olaf Klemke vor allem Carsten S., den früheren Kompagnon seines Mandanten, frontal an. Er warf ihm Lügen, „Märchen“ und „selbstsüchtigen Belastungseifer“ vor. S. versuche Wohlleben „so weit wie möglich zu belasten, um sich selbst Gnade zu erkaufen“. S. gehe es nur darum, den „Judas-Lohn“ einzustreichen und der bekennende Homosexuelle belaste Wohlleben auch, damit er möglichst schnell „in sein neues, schönes, offen schwules Leben“ zurückkehren könne.

Die Bundesanwaltschaft wirft Wohlleben und S. vor, gemeinsam die Mordwaffe „Ceska“ für den „Nationalsozialistischen Untergrund“ beschafft zu haben. Damit sollen die mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun Menschen ausländischer Herkunft ermordet haben.

Für Wohlleben forderten die Ankläger deshalb zwölf Jahre Haft. S. hatte noch vor und gleich zu Prozessbeginn eingeräumt, die Waffe an Mundlos und Böhnhardt übergeben zu haben - und zugleich Wohlleben massiv belastet: Dieser habe ihm den Auftrag zur Beschaffung der Mordwaffe und auch das Geld dafür gegeben.

Klemke warf der Bundesanwaltschaft „alternativ-faktische Beweiswürdigungssplitter“ und eine Beeinflussung ihres „Kronzeugen“ S. durch suggestive Fragen vor. Einwände zählten für die Ankläger nicht, denn es gelte ja, „einen Nazi zur Strecke zu bringen“. Insbesondere argumentierte Klemke erneut, es sei nicht bewiesen, dass es sich bei der betreffenden „Ceska“ um die Mordwaffe handle. Die Verteidiger hatten schon am Dienstag einen Freispruch gefordert.

dpa

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