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Polizei war Bombenleger von Dortmund sehr früh auf der Spur

Motiv: Habgier Polizei war Bombenleger von Dortmund sehr früh auf der Spur

Die Ermittler sind sich sicher: Der Attentäter hat im selben Hotel gewohnt wie seine Opfer, die BVB-Profis. Mit islamistisch anmutenden Bekennerschreiben wollte er falsche Fährten legen. Doch das Motiv war den Ermittlungen zufolge nicht politisch, es ging um Geld.

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Der Verdächtige hat nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft aus Habgier gehandelt.

Quelle: Lino Mirgeler

Berlin. Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund ist die Polizei dem mutmaßlichen Bombenleger schon sehr früh auf die Spur gekommen. Dies hat der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch.

Dennoch sei der Verdächtige vor seiner Festnahme noch einige Tage heimlich beobachtet worden, um ausreichend Beweise für einen Haftbefehl zu sammeln. Münch widersprach zugleich Berichten, der im Raum Tübingen gefasste 28-jährige Sergej W. habe unmittelbar nach seiner Festnahme die Tat gestanden. „Nein, er hat sich nicht eingelassen“, sagte Münch im ZDF-„heute journal“.

Der Verdächtige hat nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft aus Habgier gehandelt: Demnach hat er an der Börse auf massive Kursverluste der BVB-Aktie spekuliert. Anhaltspunkte für Helfer und Mittäter gebe es nicht, sagte Behördensprecherin Frauke Köhler.

Dem Verdächtigen wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der in Freudenstadt im Schwarzwald wohnende Mann hat die deutsche und die russische Staatsangehörigkeit und war seit Mitte 2016 als Elektriker in einem Tübinger Heizwerk tätig.

Herkunft und Art des verwendeten Sprengstoffs sind bislang nicht ermittelt. In den vergangenen Tagen gab es Spekulationen, er könnte aus Bundeswehrbeständen stammen. Nach dpa-Informationen hatte Sergej W. von April bis Dezember 2008 seinen Grundwehrdienst geleistet.

Wieviel Geld der Verdächtige im Fall des Anschlags auf den BVB-Mannschaftsbus maximal an der Börse hätte gewinnen können, ist noch nicht klar. Das werde noch berechnet, sagte Köhler. Der 28-Jährige habe drei verschiedene Derivate auf die Aktie von Borussia Dortmund erworben - die meisten davon am Tag des Angriffs.

Unklar ist auch, wie viel er investiert hat. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft nahm er für den Kauf der Derivate einen Verbraucherkredit in Höhe von mehreren Zehntausend Euro auf. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) erklärte: „Der Täter hat nach meinem jetzigen Stand 79 000 Euro investiert.“ Sicher ist: Je tiefer die Aktie des Fußballvereins gefallen wäre, desto höher wäre der Gewinn des Festgenommenen ausgefallen.

Der BVB war im Jahr 2000 als erster deutscher Sportverein an die Börse gegangen.

Der Kauf der Derivate wurde den Angaben zufolge über einen Internetanschluss des Mannschaftshotels abgewickelt, in dem der Tatverdächtige bereits am 9. April, zwei Tage vor der Tat, ein Zimmer bezogen hatte - mit Blick auf den späteren Anschlagsort.

Am Dienstag vergangener Woche explodierten vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco drei Sprengsätze nahe dem Mannschaftsbus. Die BVB-Spieler waren kurz zuvor mit ihrem Bus vom Mannschaftshotel zum Stadion losgefahren. Bei der Explosion wurde der Abwehrspieler Marc Bartra schwer verletzt. Ein Motorradpolizist erlitt ein Knalltrauma. Das Spiel wurde wegen des Anschlags um einen Tag verschoben.

Die Ermittler versuchten zunächst, Schlüsse aus drei gleichlautenden Bekennerschreiben zu ziehen, in denen ein islamistisches Motiv für den Anschlag behauptet wird. Die Schreiben waren am Tatort gefunden worden.

dpa

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Mannschaftsbus angegriffen
Die zerstörte Scheibe des Mannschaftsbusses der Fußballmannschaft von Borussia Dortmund, aufgenommen in der Nacht nach dem Vorfall.

Der mutmaßliche BVB-Attentäter wollte mit dem Anschlag auf die Mannschaft wohl ordentlich Geld machen. Er nahm einen Kredit auf und setzte auf fallende Kurse der BVB-Aktie.

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