Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
71 Tote bei Flugzeugabsturz in Russland

Keine Überlebenden 71 Tote bei Flugzeugabsturz in Russland

Der Aufprall der russischen Maschine muss heftig gewesen sein, so weit wie die Trümmerteile verteilt sind. Ein Passagierflugszeug mit mehr als 70 Menschen an Bord verschwindet kurz nach dem Start vom Radar und stürzt ab. Drei Ausländer sollen unter den Toten sein.

Voriger Artikel
Frau stirbt bei Faschingsumzug
Nächster Artikel
New York verklagt Harvey Weinstein

Trümmerteile eines Flugzeugs vom Typ An-148 auf einer Wiese. Ein russisches Passagierflugzeug mit mehr als 70 Menschen an Bord ist im Gebiet Moskau abgestürzt.

Quelle: Screenshot/LIFE.RU

Moskau. Beim Absturz eines russischen Passagierflugzeugs mit 71 Menschen an Bord hat nach Angaben der Regierung niemand überlebt. Das sagte Verkehrsminister Maxim Sokolow in Moskau.

Die Maschine vom Typ An-148 der Fluggesellschaft Saratow Airlines sei vier Minuten nach dem Start vom Hauptstadt-Flughafen Domodedowo vom Radar verschwunden, teilte der Zivilschutz der Agentur Tass zufolge mit. An Bord der Maschine befanden sich 65 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder. Helfer fanden kurz nach Bekanntwerden des Unglücks Leichen- und Trümmerteile.

Der Aufprall muss heftig gewesen sein. Das Staatsfernsehen zeigte wackelige Bilder von kleinen und großen Trümmerteilen. Einige waren weiß, andere gelb. Sie lagen über weite Strecken im tiefen Schnee auf einer Ebene verteilt. Die Umgebung sei unbewohnt, hieß es. „Das Flugzeug muss aus großer Höhe abgestürzt sein“, kommentierte ein Nachrichtensprecher die Bilder, die der Sender zugespielt bekommen hatte.

Das Unglück ereignete sich im Bezirk Ramenskoje südöstlich von Moskau. Als mögliche Gründe für den Absturz nannten Ermittler zunächst menschliches Versagen oder schwierige Wetterbedingungen. Mehr als 300 Helfer des Zivilschutzes und der Nationalgarde waren am Absturzort im Einsatz. Das Gelände wurde über mehrere Kilometer abgesperrt. Die Suche sollte die ganze Nacht andauern. Ein Flugschreiber wurde am Sonntagnachmittag gefunden.

Das Flugzeug war unterwegs in die Stadt Orsk nahe der Grenze zu Kasachstan und 1500 Kilometer von Moskau entfernt. Die meisten Fluggäste seien Bewohner des Gebietes Orenburg, zu dem Orsk mit rund 230 000 Einwohnern gehört. An Bord waren Berichten zufolge aber auch drei Kinder und drei Ausländer, darunter nach Angaben einer Sprecherin der Stadt Orsk ein Schweizer. Dies konnte zunächst nicht verifiziert werden, die Botschaft der Schweiz in Moskau war am Sonntagnachmittag nicht telefonisch erreichbar.

Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Er wies die Regierung an, eine Untersuchungskommission einzusetzen. Die Ermittlungsbehörde und die Staatsanwaltschaft gingen möglichen Verstößen gegen die Flugsicherheitsvorschriften nach.

Auch die Bundesregierung in Berlin drückte den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. „Erschüttert über die schrecklichen Nachrichten vom Flugzeugabsturz in der Nähe von Moskau. Wir trauern mit den Menschen in Russland um die Opfer der Katastrophe“, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert bei Twitter.

Die relativ kleine Fluggesellschaft Saratow Airlines wurde der Agentur Tass zufolge 1994 gegründet. Sie bietet nationale und internationale Flüge an. Auch die Airline werde überprüft, hieß es.

Das Flugzeug sei acht Jahre alt gewesen, Saratow Airlines habe es 2017 von der Billigairline Rossija übernommen, berichtete Tass. Die An-148 kann bis zu 85 Menschen befördern und hat eine Reichweite von rund 4000 Kilometern. Sie ist eine zweistrahlige Maschine für Regionalflüge und wird vom ukrainischen Hersteller Antonow gebaut.

Berichten zufolge war dies das zweite Unglück mit diesem Flugzeugtyp. 2011 war eine An-148 mit sechs Menschen an Bord bei einem Testflug im westrussischen Gebiet Belgorod abgestürzt. Damals waren die Piloten Ermittlungen zufolge zu schnell geflogen und hatten die Kontrolle verloren.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Flugsicherheit in Russland: Insgesamt gab es seit 2010 Tass zufolge zehn schwere Unglücke ziviler Verkehrsmaschinen mit zusammen mehr als 420 Todesopfern. Der letzte Absturz ereignete sich im März 2016. Damals stürzte eine Boeing 737-800 aus Dubai bei Sturm auf den Flughafen der Millionenstadt Rostow am Don. Die Maschine des Billigfliegers FlyDubai zerschellte in einem Feuerball. Alle 62 Menschen an Bord starben.

Zweieinhalb Jahre zuvor war eine Boeing 737-500 beim Anflug auf die russische Stadt Kasan hart auf der Landebahn aufgeschlagen und in Flammen aufgegangen. Es gab keine Überlebenden, 50 Menschen starben.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Moskau

Ein russisches Passagierflugzeug mit mehr als 70 Menschen an Bord ist im Gebiet Moskau nach vorläufigen Erkenntnissen der Behörden abgestürzt.

mehr
Mehr aus Panorama
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.