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SOS mit Taschenlampen: Flammen-Inferno im Hochhaus

Gebäude ist noch stabil SOS mit Taschenlampen: Flammen-Inferno im Hochhaus

London kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Terror erschüttert ein katastrophaler Hochhausbrand die Briten. Viele Menschen im Grenfell Tower waren wie in einem Käfig von Flammen umringt.

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Im Grenfell Tower mit seinen 120 Wohnungen soll es bereits Beschwerden über unzureichenden Feuerschutz gegeben haben.

Quelle: Guilhem Baker

London. Wie eine riesige brennende Fackel ragt der Grenfell Tower in den Londoner Himmel. Schreiende Menschen stehen an den Fenstern des 24 Stockwerke hohen Gebäudes. Sie blinken verzweifelt mit Taschenlampen, um auf sich aufmerksam zu machen. Winken mit Handtüchern. Rufen per Handy um Hilfe.

Doch viele von ihnen können dem Flammenmeer im feinen Stadtteil Kensington nicht mehr entkommen. „Ich habe mehrere Leute aus dem Fenster springen sehen“, sagt eine 37-jährige Nachbarin der Deutschen Presse-Agentur. „Die Leute haben an die Fenster geklopft. Sie haben sogar mit Weihnachtsbeleuchtung gewunken und um ihr Leben geschrien.“

Eine andere Augenzeugin berichtet, das ganze Gebäude habe in relativ kurzer Zeit lichterloh gebrannt. „Ich habe viele Leute gesehen, die mit Laken am Fenster standen.“ Das Schlimmste für sie selbst und viele andere Nachbarn sei gewesen: „Wir konnten einfach nichts tun.“

Es gibt Tote und viele Verletzte in dieser Nacht. Die Feuerwehr hat Probleme, den Brand in dem Hochhaus zu löschen. Noch am Vormittag schlagen Flammen aus dem Gebäude. Trümmerteile fallen in die Tiefe. Hin und wieder ist ein Knall zu hören. Eine dicke Rußschicht legt sich in der Umgebung ab. Manche Klumpen sind faustgroß.

Die Polizei hat das Areal in der Nähe des Hyde-Parks weiträumig abgesperrt. Ein Elfjähriger steht mit seinem Vater vor den Absperrbändern und blickt verängstigt auf das Hochhaus, das erst kürzlich modernisiert worden war und dessen Fassade nun pechschwarz ist. Er sucht seinen Schulfreund, der dort wohnt. „So etwas habe ich in London noch nicht gesehen“, sagt der 44-jährige Vater der dpa.

Im Grenfell Tower mit seinen 120 Wohnungen soll es bereits Beschwerden über unzureichenden Feuerschutz gegeben haben, wie Anwohner in Interviews berichten. Angeblich gab es keinen Notausgang, andere monieren das Fehlen von Feuermeldern. Normalerweise wird der Brandschutz in Großbritannien sehr ernst genommen.

Polizei und Feuerwehr warnen eindringlich vor Spekulationen. „Wir werden in den kommenden Stunden und Tagen sorgfältig nach der Ursache des Feuers suchen und untersuchen, was passiert ist“, sagt Londons Feuerwehrchefin Dany Cotton. Noch sei das Gebäude stabil, so dass nach möglichen Eingeschlossenen gesucht werden könne.

Eine 45-jährige Frau aus der Nachbarschaft zeigt sich schockiert: „Diese Flammen, so etwas habe ich noch nicht gesehen“, sagt sie. „Das hat mich an (den New Yorker Terroranschlag) 9/11 erinnert.“ Ein Angriff von Extremisten auf ein Hochhaus? Das schließt Scotland Yard auf Anfrage aber klar aus. Doch London ist sensibilisiert. In Großbritannien hat es binnen drei Monaten drei Terroranschläge gegeben.

dpa

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