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Panorama Sehnsucht nach Direktheit
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22:55 19.04.2013
"Ich hatte früher oft mit dem Gedanken gespielt, auszuwandern", sagt Jochen Schropp. Für vox moderiert er eine Fernweh-Show. Quelle: vox / Stefan Menne
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Dass es Jochen Schropp, 34, eines Tages vor die Kamera ziehen würde, stand schon mit 15 Jahren fest. Damals absolvierte er ein Schülerpraktikum bei den ZDF-Kindernachrichten "logo!". Nach dem Abitur begann der gebürtige Gießener, der heute in Berlin lebt, eine Ausbildung zum Musical-Darsteller und -Sänger - zuletzt auch an Paul McCartneys Liverpool Institute for Performing Arts. Fernweh-Unruhe steckte dem späteren "Sternenfänger"-Darsteller, der auch viel moderiert ("X Factor", "Jeder Stein zählt - Die Lego-Familienshow"), eben schon früh in den Knochen. Also brauchte es für die Senderverantwortlichen nicht viel Überzeugungskraft, Schropp die zunächst einmalige Show-Idee anzudienen, die das "Goodbye Deutschland"-Prinzip spielerisch weiterdreht. In "Gewinne ein neues Leben - Die Auswandershow" (Dienstag, 14.05., 20.15 Uhr bei vox) testet Schropp, wie fit seine Spiel-Kandidaten für den Wechsel ins Ausland sind.

teleschau: Herr Schropp, wie steht es aktuell um Ihr Fernweh?

Jochen Schropp: Och, geht so ... Ich bin in diesem Jahr schon viel rumgekommen - Thailand, USA, und Ende Mai kommt noch ein Dreh in Südengland dazu. Außerdem ist der Winterurlaub bereits Kapstadt versprochen. Ich bin also um jede Minute in meiner Berliner Wohnung glücklich.

teleschau: Schon als Schüler waren Sie in den USA, später studierten Sie auch in Großbritannien.

Jochen Schropp: Das High School Jahr hat mich als Mensch sehr geprägt. Wenn ich mich daran erinnere, was ich in einem Jahr alles über mich gelernt habe, bin ich immer noch überrascht, wie gut ich das mit 16 alles gemeistert habe. Ich finde, ein längerer Aufenthalt im Ausland ist fürs Erwachsenwerden und die persönliche Entwicklung sehr wichtig.

teleschau: Was aus Deutschland haben Sie im Ausland oft am stärksten vermisst?

Jochen Schropp: Die Direktheit. Vielleicht war das aber familiär bedingt, da meine Gastfamilie immer die glückliche Familie gespielt hat und bei mir zu Hause Probleme angepackt wurden. Was ich nicht vermisste, war der Pessimismus, der in Deutschland stärker ausgeprägt ist, als in den USA oder England.

teleschau: Wie lebt es sich als Wahl-Berliner in Berlin?

Jochen Schropp: Ich könnte mir nirgendwo in Deutschland vorstellen, besser zu leben. Viele Ecken in Deutschland haben ihren Reiz für mich: Köln hat die Geselligkeit, der Süden die Berge, der Norden das Meer, aber in Berlin fühle ich mich einfach zu Hause. Ich liebe Großstädte.

teleschau: Verraten Sie uns Ihre Lieblingsorte?

Jochen Schropp: Kapstadt wegen des milden Klimas und der tollen Natur, Tel Aviv wegen der Lebensfreude und der orientalischen Note, Zürich, weil es dort einfach schön ist und wegen der Berge, um nur einige zu nennen.

teleschau: Wo lassen Sie in Berlin am besten Fünf gerade sein - nach anstrengenden Arbeitszeit?

Jochen Schropp: Am liebsten zu Hause oder bei Freunden. Hier kann ich abschalten und kann ich selbst sein.

teleschau: Für die Aufzeichnung der Auswanderershow haben Sie zuletzt viel Zeit in Florida verbracht. War die Idee, verführerisch, einfach selbst einmal dort zu bleiben?

Jochen Schropp: Ich hatte früher tatsächlich oft mit dem Gedanken gespielt, auszuwandern. Mittlerweile könnte ich mir einen Zweitwohnsitz vorstellen. Auswandern ist ja nicht nur Klimawechsel, sondern bedeutet auch Freunde, Familie und Heimat zurückzulassen. All das würde ich nicht für immer aufgeben wollen.

teleschau: Was dürfte an Ihrem Traumort, falls Sie sich dort einmal länger aufhalten würden, nie fehlen?

Jochen Schropp: Die Jahreszeiten. Sie müssen vielleicht nicht so ausgeprägt sein wie hier, aber etwas sollte ich sie schon spüren können.

teleschau: Was treibt Ihrer Meinung nach so viele Deutsche dazu, mit einem Auswanderungsplan zu spielen?

Jochen Schropp: Gutes Wetter ist sicherlich der größte Faktor. Außerdem habe ich schon oft gehört, dass man der deutschen Bürokratie entfliehen möchte. Aber ich bin ja der Meinung, dass es uns hier doch recht gut geht.

teleschau: Was muss man aus Ihrer Sicht unbedingt mitbringen, damit es klappt?

Jochen Schropp: Offenheit und Durchhaltevermögen, gepaart mit einer ausgewogenen Mischung aus Fantasie und Realismus. Man muss sich im Klaren sein, dass sich das Traumland aus dem letzten Urlaub von der neugewählten Wahlheimat immens unterscheiden wird.

teleschau: Sie packen das Thema ja spielerisch an. Was kann man trotzdem aus "Gewinne ein neues Leben" lernen?

Jochen Schropp: Alle von uns gestellten Aufgaben haben einen Bezug zum echten Auswandern - sei es die Grillparty zum Kennenlernen der neuen Nachbarn, Tagelöhnerjobs anzunehmen oder sich mit landestypischen Eigenarten zu beschäftigen.

teleschau: Wie groß ist für Sie der Reiz, mit neuen Lebensentwürfen zu spielen?

Jochen Schropp: Ich musste mich als Kreativer und zudem Freiberufler immer wieder neu orientieren. Meine Neugierde und Lebenslust lassen es gar nicht zu, dass ich meinen Lebensentwurf nicht dauernd verändere.

teleschau: Erfinden Sie sich als Schauspieler und Moderator nicht ohnehin ständig neu?

Jochen Schropp: Ich bleibe mir generell immer treu, aber Flexibilität muss ich in meinen Berufen immer mitbringen, ja.

teleschau: Wann haben Sie Ihre Berufsentscheidung das letzte Mal bereut, und mit welchem Leben möchten Sie manchmal heimlich tauschen?

Jochen Schropp: Ich bereue nie. Aus jeder Situation, auch den nicht so schönen, versuche ich etwas Positives für mein Leben zu ziehen, und mit meinem Leben bin ich auch sehr zufrieden. Mal wieder Kind sein, das wünsche ich mir manchmal - ohne große Entscheidungen und Konsequenzen.

teleschau: Letzte Frage: Auswandern hat seine Reize. Wie wichtig ist für Sie das Nachhausekommen ?

Jochen Schropp: Wenn ich nach Hause komme, freue ich mich auf meine Küche und mein Sofa. Zuerst wird lecker gekocht, und dann klingt der Abend ganz entspannt vor dem Fernseher auf der Couch aus.

Homepage Jochen Schropp

Homepage der vox-Reihe "Goodbye Deutschland - Die Auswanderer"

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