Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Panorama Silvio S. bricht sein Schweigen
Nachrichten Panorama Silvio S. bricht sein Schweigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:58 20.07.2016
Anzeige
Potsdam

Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. hat völlig überraschend vor Gericht sein Schweigen gebrochen und seine Schuld am Tod von zwei kleinen Jungen eingeräumt.

„Ich möchte mich eigentlich nur entschuldigen bei all denen, denen ich mit meinen Taten Leid zugefügt habe, bei den Familien und Freunden von Elias und Mohamed“, sagte der 33-Jährige vor dem Landgericht Potsdam. Es war der elfte und vorletzte Tag seines Prozesses.

Die Anklage wirft Silvio S. vor, im vergangenen Jahr die beiden Jungen Elias (6) und Mohamed (4) entführt und ermordet zu haben. Das Strafmaß soll nächste Woche verkündet werden.

Der Staatsanwalt fordert lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung. Auch aus Sicht der Verteidiger wird ihr Mandant nicht um lebenslange Haft herumkommen. Jedoch seien die Verhängung von Sicherungsverwahrung und die Feststellung von besonderer Schwere der Schuld, wie es beides der Staatsanwalt gefordert hatte, nicht gerechtfertigt.

Eine besondere Schwere der Schuld kann vorliegen, wenn die Tat besonders verwerflich war, der Täter sehr brutal und grausam vorgegangen ist oder dem Opfer große Qualen zufügt hat. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist dann erschwert.

Silvio S. hatte zuvor nur mit Polizisten und einem Psychiater gesprochen und ihnen gegenüber ein Teilgeständnis abgelegt; in der Verhandlung hatte er aber geschwiegen. Mit dem Schlusswort vor dem Urteil ergriff er die letzte Gelegenheit: „Ich bereue, was ich getan habe. Und ich weiß auch, was ich getan habe.“

Silvio S. sagte: „Es gibt kein Wort auf der Welt, das beschreiben könnte, wie leid es mir tut. Wenn ich es ungeschehen machen könnte, würde ich es tun. Ich selbst aber kann mir das nicht verzeihen. Ich werde in der Haft alle Behandlungen annehmen, die angeboten werden, damit so etwas auf keinen Fall noch einmal passieren kann.“

Der 33-Jährige verlas die Erklärung von einem handgeschriebenen Zettel. „Egal wie das Urteil auch ausfällt: Die Verantwortung für die schrecklichen Taten und den Tod von Mohamed und Elias wird immer bleiben, genauso die Gewissheit, dass ich das nicht wiedergutmachen kann.“ Zum konkreten Tathergang äußerte sich S. nicht. Somit bleiben viele Fragen offen.

dpa

Mehr zum Thema

Tod auf offener Straße: In Leinfelden ersticht bei einem Bordell ein Mann eine junge Frau und tötet dann sich selbst. War es ein Beziehungsstreit?

18.07.2016

Potsdam (dpa) – Die Höchststrafe für den mutmaßlichen Kindermörder Silvio S. hat die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer gefordert.

18.07.2016

Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. hat völlig überraschend vor Gericht sein Schweigen gebrochen.

19.07.2016

Für Hollywood-Verhältnisse waren sie lange zusammen, doch nun ist alles aus: Die Schauspieler Diane Kruger und Joshua Jackson haben sich getrennt.

20.07.2016

Die Vermutung bestand schon lange, jetzt ist sie traurige Gewissheit. Unter den 84 Todesopfern von Nizza sind auch drei Berlinerinnen.

20.07.2016

In der Nähe von Würzburg hat ein 17-Jähriger in einer Regionalbahn mehrere Reisende angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Der Täter wurde von der Polizei erschossen.

19.07.2016
Anzeige