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Sorgen um Japans Kaiser - dankt Akihito ab?

Tokio Sorgen um Japans Kaiser - dankt Akihito ab?

Er ist das Symbol der Einheit der Nation. Doch Japans beliebter Kaiser Akihito ist schon seit längerem gesundheitlich angeschlagen. Angeblich erwägt er, noch zu Lebzeiten abzudanken. Versteckt sich hinter der Nachricht eine Botschaft an seinen Sohn und Thronfolger?

Tokio. Japans Kaiser Akihito will angeblich noch zu Lebzeiten den Thron an seinen Sohn übergeben. Japanische Medien berichteten am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise, der 82 Jahre alte Monarch erwäge schon seit längerem, irgendwann in den nächsten Jahren abzudanken.

Ein ranghoher Beamter des kaiserlichen Haushofamtes dementierte allerdings nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo, dass der Monarch bereit sei, abzudanken. Was genau dieses Dementi bedeutet, war zunächst offen.

Zwar sorgt sich das Volk schon seit Jahren immer wieder um die Gesundheit seines beliebten Kaisers. Doch sei seine Verfassung nicht so, dass er unverzüglich abdanken müsse, hieß es in den Berichten.

Eine Abdankung sieht das japanische Thronfolgegesetz derzeit nicht vor. Es müsste also erst einmal geändert werden. In der kaiserlichen Hierarchie ist vorgesehen, dass Akihitos ältester Sohn, Kronprinz Naruhito (56), nach ihm auf den Thron folgt.

Seit Kaiser Akihito am 7. Januar 1989 den Thron bestieg, setzt sich das Oberhaupt der ältesten Erbmonarchie der Welt unermüdlich für seine Untertanen ein. Er macht den Opfern von Naturkatastrophen Mut, besucht Altenheime und Einrichtungen für Behinderte und präsentiert sich auch auf internationalen Reisen als ein würdevolles Symbol seines Landes.

Und das, obgleich Kaiser Akihito, der am 23. Dezember 83 Jahre alt wird, unter einer angeschlagenen Gesundheit leidet. Doch weder er noch seine Ehefrau, Kaiserin Michiko, haben sich das bislang anmerken lassen. Nicht wenige Japaner meinen schon seit längerem, dass der unermüdlich arbeitende Kaiser kürzertreten sollte.

Die Frage, ob der Monarch nicht besser abdanken sollte, verbietet sich für viele Japaner gleichwohl. Japanische Medien wollen jedoch nun erfahren haben, dass der Kaiser selbst mit diesem Gedanken spiele und das schon vor etwa einem Jahr hofintern auch zum Ausdruck gebracht habe.

Um die Belastung für das Paar zu mindern, hatte das Haushofamt erst kürzlich wissen lassen, die offiziellen Verpflichtungen wie Sitzungen mit hohen Beamten zu kürzen. Bereits 2008 hatte Akihito unter stressbedingten Gesundheitsproblemen gelitten, unter anderem Magenbluten. Der Kaiser, der 2003 wegen Prostatakrebs operiert worden war, musste sich inzwischen auch einer Bypass-Operation unterziehen.

Eines Tages wird sein ältester Sohn Naruhito seinem Vater auf den Thron folgen. Naruhito war jedoch immer wieder und unabhängig von der gesundheitlichen Verfassung seines Vaters vorgehalten worden, sich noch gar nicht so richtig mit seiner zukünftigen Rolle als Monarch auseinandergesetzt zu haben. Naruhitos Frau, Kronprinzessin Masako, erholt sich nur langsam von einer jahrelangen Krankheit.

Kaiser Akihito, so wollen jedenfalls Japans Hofberichterstatter erfahren haben, soll sich denn auch schon seit längerem Sorgen um die Zukunft machen. Sollte die Nachricht über seine Gedanken an eine Abdankung womöglich eine Botschaft sein nach dem Motto: „Eure Zeit rückt näher“? Oder will Akihito klarstellen, sein Sohn sei bereit?

Kaiser Akihito, dessen Regentschaft den Namen Heisei („Frieden schaffen“) trägt, ist der erste Tenno, der sein Amt nicht mehr als Gott antrat. Sein 1989 gestorbener Vater Kaiser Hirohito, posthum Showa-Tenno genannt, hatte am 1. Januar 1946 in seiner sogenannten Menschlichkeitserklärung der Göttlichkeit des Kaisers entsagt.

In seinem Namen war Japan in den Zweiten Weltkrieg gezogen. Laut der Nachkriegsverfassung muss sich sein ältester Sohn Akihito auf die Rolle als Symbol der Einheit der Nation beschränken. Regierungsbefugnisse sind dem heutigen Kaiser alle genommen.

dpa

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