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Staatsanwalt: Obdachloser hätte qualvoll verbrennen können

Prozessbeginn in Berlin Staatsanwalt: Obdachloser hätte qualvoll verbrennen können

Ein Obdachloser schläft in der Nacht zum ersten Weihnachtstag in einem Berliner U-Bahnhof. Er bemerkt die laute Gruppe nicht. Plötzlich brennt es neben seinem Kopf. Nun stehen sieben Männer vor Gericht.

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Eine Bank auf dem Bahnsteig des Berliner U-Bahnhofs Schönleinstraße. Hier hatten sieben junge Männer versucht, einen schlafenden Obdachlosen anzuzünden.

Quelle: Paul Zinken

Berlin. Der Obdachlose schlief fest, als neben ihm Flammen aufloderten: Junge Männer sollen in der Weihnachtsnacht in einem Berliner U-Bahnhof versucht haben, einen ahnungslosen Mann anzuzünden.

Unter großem Medienandrang hat rund vier Monate später der Prozess gegen sieben Angeklagte im Alter von 16 bis 21 Jahren begonnen. Sechs von ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen.

Der 37-jährige Obdachlose hätte laut Anklage „qualvoll verbrennen können“. Dem siebten Angeklagten wird unterlassene Hilfeleistung zur Last gelegt. Mehrere Verteidiger kündigten für ihre Mandanten Aussagen für den zweiten Prozesstag am Freitag an.

Nur das beherzte Eingreifen von Fahrgästen einer kurz nach dem mutmaßlichen Feueranschlag einfahrenden U-Bahn konnte im Kreuzberger U-Bahnhof Schönleinstraße Schlimmeres verhindern. „Sie weckten den Mann und löschten das Feuer“, heißt es in der Anklage. Der Obdachlose aus Polen blieb unverletzt.

Von „Heimtücke und Grausamkeit“ geht die Staatsanwaltschaft aus. Die jungen Männer hätten den Attackierten zwar nicht vorsätzlich umbringen wollen, aber seinen möglichen Tod „billigend in Kauf genommen“. Zum möglichen Motiv sagte Staatsanwalt Martin Glage am Rande des Prozesses, es könnte auch Langeweile im Spiel gewesen sein.

Sechs Verdächtige stammen aus Syrien, einer aus Libyen. Die Angeklagten kamen nach Angaben von Ermittlern zwischen 2014 und 2016 als Flüchtlinge nach Deutschland - fünf als alleinreisende Minderjährige. Der Anwalt eines inzwischen 16-Jährigen sagte, es sei auch zu prüfen, „warum 15- und 16-Jährige mitten in der Nacht in Berlin unterwegs waren“. Der Staat hätte sich um sie kümmern müssen.

Es war 01.55 Uhr, als die siebenköpfige Gruppe den Bahnsteig betrat. Bilder von Überwachungskameras belegen Angaben zufolge, wie sich einige der jungen Männer sechs Minuten später zu dem auf einer Bank schlafenden Obdachlosen umdrehten. Sie hätten sich „offensichtlich über ihn lustig gemacht“. Der mutmaßliche Rädelsführer habe erst ein Stück Papier, dann ein Taschentuch mit einem Feuerzeug angezündet und es „unmittelbar neben dem Kopf“ des 37-jährigen Polen gelegt. Die Angeklagten sollen den Plan spontan und gemeinsam gefasst haben.

Sechs der Männer befinden sich seit Ende Dezember in U-Haft. Mit jeweils zwei Anwälten an ihrer Seite saßen sie zu Beginn der Verhandlung am Dienstag im Gerichtssaal.

dpa

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Berlin

Für die Feuerattacke auf einen schlafenden Obdachlosen müssen sich in Berlin von heute an sieben junge Männer vor Gericht verantworten.

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