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Terror-Schlag gegen Europa •••••

Brüssel/Rostock Terror-Schlag gegen Europa •••••

Dutzende Tote bei Attentaten in Brüssel IS bekennt sich zu Doppel-Anschlag Rostocker Schüler sitzen in Belgien fest Abgeordneter aus MV entgeht Explosion Caffier ordnet Trauerbeflaggung an

Brüssel/Rostock. Islamistische Terroristen haben in Brüssel mit Bombenanschlägen mindestens 34 Menschen getötet und damit Europa ins Mark getroffen. Etwa 230

Menschen wurden bei den Attentaten am Flughafen und in einer U-Bahnstation mitten im EU-Viertel verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) übernahm die Verantwortung für die Angriffe, die Polizei veröffentlichte am Abend Bilder der mutmaßlichen Attentäter.

Der belgische Premier Charles Michel sprach von „blinden, gewalttätigen und feigen Anschlägen“. In Brüssel gibt es eine große Islamistenszene, die Gemeinde Molenbeek gilt als Hochburg. Erst am Freitag war dort der Hauptverdächtige der Pariser Anschläge vom November 2015, Salah Abdeslam, festgenommen worden. Weltweit lösten die Attentate Entsetzen aus, in Europa verbreitete sich Terrorangst. Innenexperten sehen eine wachsende Gefahr für einen Anschlag auch in Deutschland — Sorgen bereiten jetzt die beiden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft am Sonnabend in Berlin gegen England und am Dienstag in München gegen Italien.

Bereits gestern bezogen schwer bewaffnete Sicherheitskräfte an Flughäfen und anderen Verkehrsknotenpunkten Stellung. Die Terrorwarnung in Belgien wurde auf die höchste Stufe angehoben. Das Auswärtige Amt in Berlin richtete einen Krisenstab ein. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Belgien volle Solidarität und Unterstützung bei der Suche nach den Attentätern von Brüssel zu. Deutschland werde in jeder Weise mit der belgischen Regierung und den dortigen Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten, „um die Schuldigen für die heutigen Verbrechen zu finden, festzusetzen und zu bestrafen“, sagte Merkel.

US-Präsident Barack Obama sicherte den Europäern Unterstützung zu.

Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr zwischen Aachen und Brüssel ein. Auch der Schutz der belgischen Atomkraftwerke wurde verstärkt. Polizei sei vor Ort, ebenso Militär, hieß es vom Betreiber Engie. Die Behörden im Nachbarland Frankreich erhöhten die Polizeipräsenz an den Grenzen sowie in Bahnhöfen und Flughäfen. Innenminister Bernard Cazeneuve schickte dafür 1600 zusätzliche Polizisten und Gendarmen in den Einsatz, wie er nach einem Krisentreffen bei Präsident François Hollande in Paris ankündigte.

Nur knapp entging der EU-Abgeordnete Werner Kuhn (CDU) aus Mecklenburg-Vorpommern den Anschlägen. „Ich verlasse täglich die Metro an der U-Bahnstation Maelbeek“, sagte Kuhn der OZ. Der Bahnhof ist nur wenige hundert Meter vom EU-Parlament entfernt. Normalerweise sei Kuhn kurz vor neun Uhr morgens an der Station — dort, wo um 9.11 Uhr eine Bombe explodierte. Gestern sei Kuhn wegen eines Termins eine Stunde früher im Büro gewesen. „Als ich dann von den Anschlägen erfuhr, habe ich doch weiche Knie bekommen“, sagt der Politiker.

Ausfallen musste Kuhns Termin um 13 Uhr mit zwölf Schülern und einer Lehrerin der Rostocker Christophorusschule (CJD). Der Französischkurs einer 12. Klasse hatte die Reise zum EU-Parlament selbst organisiert. Nachdem die Lehrerin von den Anschlägen erfahren hatte, sei die Gruppe jedoch in ihrer Jugendherberge geblieben. Gestern saßen die Rostocker noch in Brüssel fest. Es fuhren weder Züge noch Busse. „Wir versuchen jetzt erst mal, heil nach Hause zu kommen“, sagte Lehrerin Uta Hildebrandt.

Den ganzen Tag über konnten auch drei Mitarbeiter des Informationsbüros MV bei der EU ihre Büros nicht verlassen, wie die Schweriner Staatskanzlei mitteilte. Schwerins Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ordnete für heute Trauerbeflaggung für alle öffentlichen Dienstgebäude an. Das sei „ein Zeichen der öffentlichen Anteilnahme am Schicksal der Opfer und Hinterbliebenen des Terroranschlages“. In MV stellten sich die Sicherheitsbehörden nach den Worten des Ministers „ständig auf neue Entwicklungen ein“. Die Polizei sei „auf terroristische Angriffe vorbereitet“.

Folgen haben die Anschläge auch für die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises. So werde der Kreuzliner „Aidamar“ heute nicht den belgischen Nordseehafen Zeebrügge anlaufen. Stattdessen steuere das Schiff vom französischen Le Havre aus direkt Amsterdam an. Seiten 2 bis 5 und Lokales

Von Martina Herzog, Axel Meyer, Detlef Drewes und Andr

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