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Todesschütze stürzt Las Vegas in Trauer

Mehr als 50 Menschen tot Todesschütze stürzt Las Vegas in Trauer

Wie ein Blitz schlägt die Tat in Las Vegas ein. Dort, wo Amerika sich am fröhlichsten präsentiert, zeigt sich auch das hässliche Gesicht des Landes: Ein Mann erschießt 50 Menschen. Ein neues Kapitel in der Diskussion um Schusswaffen in den USA ist eröffnet.

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Polizisten stehen in der Nähe des Tatortes am Mandalay Bay Resort und Casino am Las Vegas Strip.

Quelle: John Locher

Las Vegas. Country-Music, Vergnügungsshows, pralles Leben: Normalerweise steht Las Vegas für das gut gelaunte Amerika, eine Glitzerwelt als Synonym für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Am Sonntagabend setzte ein Todesschütze dem scheinbar endlosen Vergnügen in der Wüste Nevadas ein jähes Ende: Aus dem 32. Stockwerk des mondänen Mandalay Bay Hotels feuerte er in eine Menge von mehr als 22 000 Menschen. Minutenlang.

Sie lauschten gerade fröhlich dem Gesang von Jason Aldean, einem Country-Künstler, der im Rahmen des Festivals Route 91 Harvest aufgetreten war. Tausende mussten mit ansehen, wie neben ihnen Menschen starben, von tödlichen Kugeln getroffen. Die furchbare Bilanz: Mindestens 50 Menschen sind tot, mehr als 400 werden verletzt - viele von ihnen schwer. Es ist das schwerwiegendste Verbrechen in der neueren Geschichte der USA. Im vergangenen Jahr hatte ein Schütze in einer Diskothek in Orlando (Florida) um sich geschossen. Damals starben 49 Menschen.

Selbst eine Metropole wie Las Vegas stößt angesichts der Dimensionen an ihre Grenzen. Die Blutkonserven werden knapp, Sheriff Joseph Lombardo fordert die Menschen beinahe flehentlich auf, ihr Blut zu spenden. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser gelangen an ihre Kapazitätsgrenzen. Ärzte, Krankenschwestern, kommen aus dem Urlaub zurück, um zu helfen.

Polizei und Einsatzkräfte machen einen Ausnahmejob. Sheriff Lombardo wird zum Gesicht des Hilfseinsatzes. Die ganze Nacht lang und bis weit in den Montag hinein tritt der erfahrene Polizist alle zwei Stunden vor die Medien. Die Nation, die Welt soll wissen, was in seiner Stadt passiert ist. Im Mandalay Bay Hotel, wo einst Wladimir Klitschko boxte und weltweit beachtete Shows stattfinden.

Nach Lage der Dinge hatte sich der Verdächtige, der 64 Jahre alte Stephen Paddock, im Mandalay Bay Hotel eingemietet - möglicherweise schon mit dem Ziel, zu töten. Mehr als zehn Gewehre hatte er bei sich, erklärt Lombardo. Seine 62 Jahre alte Begleiterin, nach der die Polizei zunächst gesucht hatte, war nicht bei ihm. „Nach unseren Erkenntnissen war sie nicht im Land“, sagt Lombardo.

Wie aus dem nichts eröffnet der Täter das Feuer, durch das Fenster seines Hotelzimmers, mit einer automatischen Waffe, vermutlich einem Sturmgewehr. Minutenlang fallen Schüsse, erzählen Augenzeugen. Von 10 bis 15 Minuten ist die Rede. Ohrenbetäubend tönt das Stakkato der Schüsse durch die Flucht des Las Vegas Strips. „Die Menschen warfen sich auf den Boden, sie lagen übereinander“, erzählt eine Frau weinend im Sender CNN. Einige seien verzweifelt unter Autos gekrochen, um Schutz zu finden.

Wenig später stürmen Spezialkräfte das Hotel, sprengen die Tür zum Zimmer des Verdächtigen frei. Schon kurz zuvor, so schildert es der Sheriff, hatte Paddock seine Waffe gegen sich selbst gerichtet. Sein Motiv ist auch zwölf Stunden nach der Tat noch völlig unklar. „Wir haben keine Ahnung, wie er so etwas tun konnte“, sagt der Bruder des mutmaßlichen Täters US-Medien. Paddock zeigte sich bisher als weitgehend unbescholtener Bürger. Die Polizei fand lediglich einen Eintrag in seiner Kartei, der Jahre zurückliegt, ein Verkehrsdelikt. Paddock lebte rund 80 Meilen nördlich von Las Vegas, offenbar ein unauffälliges Leben.

Die Gewalttat von Las Vegas dürfte in den USA die Debatte um den Zugang zu Schusswaffen wieder neu eröffnen. Nevada zählt zu den Staaten mit laxeren Regulierungen für Waffenbesitz, Schusswaffen dürfen dort offen getragen werden. Einem Volksentscheid im vergangenen Jahr, dass zumindest Personenüberprüfungen beim Verkauf von Schusswaffen stattfinden müssen, widersprach der Generalstaatsanwalt des Staates.

US-Präsident Donald Trump ließ sich am Morgen des Montags Stunden Zeit, ehe er sich via Twitter an die Nation wandte. Seine Worte waren vergleichsweise sparsam. Sein „wärmstes Beileid“ übermittelte der Präsident den Hinterbliebenen. Wenig später wollte er vor die Öffentlichkeit treten und eine Rede an die Nation halten.

dpa

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