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Über 200 Tote bei Unwetterkatastrophe

Kolumbien Über 200 Tote bei Unwetterkatastrophe

Erst ein Unwetter, dann Überschwemmungen und schwere Erdrutsche: In Kolumbien sind Teile der Stadt Macaoa unter Schlammmassen begraben worden. Mindestens 200 Menschen sind ums Leben gekommen. „Wir wissen nicht, wie viele es werden“, sagt Präsident Santos.

Das von der kolumbianischen Armee veröffentlichte Foto zeigt Soldaten bei Rettungsarbeiten in Mocoa (Kolumbien).

Quelle: dpa

Mocoa. Nach heftigem Regen traten in der Nacht zum Samstag drei Flüsse über die Ufer. Die Wassermassen trafen 17 Stadtviertel von Mocoa und zerstörten zwei Brücken, wie der Direktor des nationalen Notdienstes UNGR, Carlos Iván Márquez, sagte. Die Verbindung auf dem Landweg nach Mocoa ist unterbrochen, weil zwei Brücken zerstört wurden.

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Hunderte Tote befürchtet: Bei dramatischen Überschwemmungen und Erdrutschen sind in der südkolumbianischen Stadt ganze Wohnviertel unter Schlammmassen begraben worden.

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Zunächst wurden mehrere Dutzend Opfer gemeldet. Aber schnell stieg die Zahl der Toten an. Mittlerweile gehen die Einsatzkräfte davon aus, dass mindestens 206 Menschen ums Leben gekommen sind. Rund 200 Einwohner wurden verletzt – und noch immer werden weitere 400 vermisst.

Präsident Juan Manuel Santos sagte eine Kuba-Reise ab, um in die Katastrophenregion zu fahren. „Diese Tragödie lässt alle Kolumbianer trauern“, betonte er. Er habe auch Einheiten der Streitkräfte in die Region beordert.

„Unter dem Schlamm sind noch mehr Tote“

Angesichts der hohen Zahl von Verletzten könne die medizinische Versorgung in Mocoa nicht mehr gewährleistet werden, erklärte die zuständige Gouverneurin Sorrel Aroca. Hermán Granados, ein Chirurg am örtlichen Krankenhaus, sagte, rechnete mit weiteren Toten. „Ich bin sicher, dass unter dem Schlamm noch mehr sind.“

Augenzeugen berichteten von einer regelrechten Flutwelle, die Häuser, Bäume und Autos mit sich gerissen habe. Die Trümmer im schlammigen Wasser sorgten stromabwärts für zusätzliche Zerstörung. Auf Videos war zu sehen, dass ganze Plätze unter Schutt und Holzbalken begraben waren.

„Die Häuser sind ausradiert worden“

Mocoa liegt in der Nähe der Grenze zu Ecuador, rund 630 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Bogotá entfernt. In der Stadt sei die Strom- und Wasserversorgung ausgesetzt worden, erklärte der Bürgermeister José Antonio Castro. „Ein großer Teil der Bevölkerung ist von der Lawine quasi mitgerissen worden (...). Die Häuser in 17 Vierteln sind praktisch ausradiert worden.“ Sein Haus sei ebenfalls zerstört worden. „Der Schlamm steht bis an die Decke.“

Die Flüsse hatten sich in der Nacht zu reißenden Strömen entwickelt, die wie Lawinen alles mitrissen, hinzu kamen mehrere Erdrutsche. Der Direktor der nationalen Katastrophenschutzbehörde, Carlos Iván Márquez, sagte, es habe ein Zusammentreffen mehrerer Ereignisse durch das Unwetter gegeben.

Viele Menschen harrten wegen der steigenden Wassermassen auf Dächern aus, um gerettet zu werden. Erst langsam fielen die Pegel wieder und gaben das Ausmaß der Zerstörung in Mocoa frei. In der Stadt leben 40.000 Menschen.

Von dpa/AP/RND

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