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Verdächtiger von Villingendorf weiter auf der Flucht

Familiendrama im Schwarzwald Verdächtiger von Villingendorf weiter auf der Flucht

In einem Dorf im Schwarzwald werden drei Menschen getötet - darunter ein Sechsjähriger, der erst Stunden zuvor eingeschult wurde. Sein Vater soll der Täter sein. Die Fahndung ist bisher erfolglos.

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Polizeibeamte in Villingendorf unweit des Tatorts.

Quelle: Marijan Murat

Villingendorf. Drei Tote bei einem Verbrechen im Schwarzwald: Ein 40-Jähriger soll in Villingendorf seinen sechs Jahre alten Sohn, den neuen Lebensgefährten seiner Ex und dessen Cousine erschossen haben.

Die Mutter des getöteten Sechsjährigen, der erst am Donnerstag eingeschult worden war, flüchtete zu einer Nachbarin. Auch ein dreijähriges Mädchen überlebte. Bis zum frühen Samstagmorgen brachte die Großfahndung der Polizei kein Ergebnis.

Am Freitagabend wurde die Suche in dem umliegenden Waldgebiet ergebnislos abgeschlossen. „Wir haben dort niemanden gefunden“, sagte Polizeisprecher Thomas Kalmbach der Deutschen Presse-Agentur. In Deutschland sowie international werde weiter nach dem Mann gefahndet. Ob es an diesem Samstag neue Anhaltspunkte für eine Wiederaufnahme der Suche in der Umgebung des Dorfes gibt, sei noch nicht absehbar.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einer Beziehungstat aus. Kaltblütig und unvermittelt habe der Todesschütze am Donnerstagabend das Feuer auf seine Opfer eröffnet. „Die Personen dürften keinerlei Chancen gehabt haben, dem zu entkommen“, sagte Ermittlungsleiter Rolf Straub bei einer Pressekonferenz in Villingendorf. Der Täter feuerte aus einer „Langwaffe“, wohl aus Beständen der ehemaligen jugoslawischen Armee. Bei dem Flüchtigen handelt es sich um einen Kroaten.

Es sei davon auszugehen, dass er die Waffe noch bei sich führt. Bei der „Langwaffe“ handele es sich vermutlich um ein Gewehr, hieß es später bei der Polizei auf Nachfrage. „Aber so lange wir die Waffe nicht haben, können wir das nicht ganz genau wissen“, sagte Kalmbach.

Die Ermittler banden auch die Nachbarländer in die Fahndung ein. Die Behörden in Österreich, Frankreich und der Schweiz seien ebenso wie das Nachbarbundesland Bayern unterrichtet worden, sagte Straub.

Der 40-Jährige soll zunächst mit einem Kleinwagen mit KN-Zulassung (Landkreis Konstanz) geflohen sein. Das mutmaßliche Fluchtfahrzeug sei in der Gemeinde Herrenzimmern in der Nähe des Tatorts gefunden worden, sagte der Ermittlungsleiter. Das sei nun der Fahndungsschwerpunkt. „Wir haben (im Moment) leider keine Hinweise auf den Aufenthalt. Natürlich nutzen wir weitere kriminaltaktische Maßnahmen wie etwa die Überprüfung des persönlichen Umfelds.“

Bei den beiden toten Erwachsenen - einem Mann (34) und einer Frau (29) - handelt es sich nach Angaben der Polizei um den Lebensgefährten der Ex-Frau des Täters und dessen Cousine. Die 31 Jahre alte Mutter des toten Erstklässlers wurde psychiatrisch betreut, Seelsorger waren im Einsatz. Zu dem drei Jahre alten Mädchen gaben Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine Details bekannt. Ebenso wie zu einem weiteren Mann, der die Tat überlebte, weil er Getränke holte.

Der mutmaßliche Todesschütze ist der Polizei bekannt. Er sei wegen Körperverletzungs- und Bedrohungsdelikten vorbelastet, hieß es. Zu Haftstrafen sei er aber nicht verurteilt worden.

Der sechsjährige Junge war erst wenige Stunden vor der Tat eingeschult worden. Am Freitag wäre sein erster regulärer Schultag gewesen. Die Mutter und ihr Sohn lebten nach Angaben der Gemeinde Villingendorf erst seit März 2017 in dem Ort in einer Einliegerwohnung. Der Besitzer des Hauses soll derzeit im Ausland sein.

„So was haben wir in unserer Gemeinde noch nie erlebt und wollten es auch nie erleben. Ich bin fassungslos und bestürzt“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Bucher.

dpa

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