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Vier Tote bei Blitzhochwasser in Niederbayern

Pfarrkirchen Vier Tote bei Blitzhochwasser in Niederbayern

Taucher entdeckten in einem Haus in Simbach am Inn drei Leichen, wie die Behörden mitteilten. In Julbach, das ebenfalls im Landkreis Rottal-Inn liegt, wurde eine Tote Frau aus einem Bach geborgen.

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Wassermassen bahnen sich am ihren Weg durch das Stadtzentrum von Simbach am Inn (Bayern). Inmitten der Fluten treibt kopfüber ein Auto.

Quelle: Manfred Fesl

Pfarrkirchen. Die Überschwemmungen in Niederbayern haben mindestens vier Menschen das Leben gekostet. Taucher entdeckten in einem Haus in Simbach am Inn drei Leichen, wie die Behörden mitteilten. In Julbach, das ebenfalls im Landkreis Rottal-Inn liegt, wurde eine Tote Frau aus einem Bach geborgen. Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass es „noch einige Vermisste“ gebe. Simbach am Inn gehört zu den Orten im Landkreis Rottal-Inn, die am Mittwoch am stärksten von dem Blitzhochwasser heimgesucht wurden. Nachdem sich am Mittwochabend die Lage beruhigte und das Hochwasser allmählich abfloss, begannen Polizei, Feuerwehr und Wasserwacht mit der Suche nach Menschen in den vom Wasser wieder freigegebenen Häusern.

Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern auf Anfrage sagte, wurden in Simbach am Inn mehrere Menschen aus einem Haus geborgen. Sie gaben den Hinweis, dass sich im Erdgeschoss des Gebäudes noch Menschen befinden könnten. Daraufhin eingesetzte Taucher hätten die Leichen entdeckt. Es handle sich um drei Erwachsene, nähere Angaben zum Alter und Geschlecht konnte der Polizeisprecher zunächst nicht machen. Die Todesumstände der Frau, die aus dem Bach in Julbach geborgen wurde, waren zunächst unklar. Sie hing über einen Baumstamm und wurde bei einem Hochwassereinsatz entdeckt, wie das Landratsamt Rottal-Inn mitteilte. Die Einsatzkräfte wollten in die Nacht hinein die Suche nach möglichen weiteren Opfern fortsetzen. Der Polizeisprecher sprach von noch einigen Vermissten, genaue Zahlen wollte er aber nicht nennen. Im Landkreis Rottal-Inn und im Landkreis Passau gilt seit Mittwoch Katastrophenalarm. In den Gemeinden Simbach am Inn, Triftern und Tann wurden ganze Straßen weggespült und zahlreiche Häuser geflutet. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern berichtete, dass sich an manchen Orten Menschen nur noch auf die Dächer ihrer Häuser retten konnten, weil die Fluten so schnell und überraschend eingebrochen seien.

Im niederbayerischen Untertürk wurde ein ganzes Haus weggerissen. Darin scheint niemand zu Schaden gekommen zu sein. Wie ein Polizeisprecher sagte, wurde das Haus später gefunden und abgesucht, es sei niemand darin gefunden worden. Vermisst gemeldet worden sei auch niemand. Der Markt Triftern mit seinen 5000 Einwohnern war vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten, weil alle Brücken überschwemmt waren. In der Mittelschule Triftern befanden sich am Mittwochabend noch rund fünfzig Kinder, die von etwa 25 Erwachsenen betreut wurden. Ob diese die Nacht im Schulgebäude verbringen müssen oder doch noch nach Hause gebracht werden können, stand laut Landratsamt nicht endgültig fest. Es sei für Verpflegung und Schlafgelegenheiten gesorgt worden. In einer ganzen Reihe von Schulen sollte am Donnerstag der Unterricht aber ausfallen. Das Landratsamt Rottal-Inn gab Mittwochabend zumindest vom Hochwasser her vorsichtige Entwarnung - die Lage im Katastrophengebiet beginne sich „langsam zu entspannen“.

Die Behörden rechnen mit Schäden im zweistelligen Millionenbereich. Am Donnerstag wollten sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Umweltministerin Ulrike Scharf (beide CSU) vor Ort ein Bild machen. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) kündigte in der „Passauer Neuen Presse“ unbürokratische finanzielle Hilfe an. Wie der Stromversorger Bayernwerk mitteilte, waren in dem Landkreis 9000 Haushalte ohne Strom. Viele tausend Haushalte müssten auch die Nacht ohne Strom verbringen

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