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Zeitung: Dritter Flughafen-Attentäter gefasst

Brüssel Zeitung: Dritter Flughafen-Attentäter gefasst

Bei den Anti-Terror-Razzien ist der Polizei in Brüssel wohl ein dicker Fisch ins Netz gegangen. Nach dem Anschlag am Flughafen wurde nach einem Mann mit Hut gefahndet. Nun soll er in Haft sein.

Brüssel. Der tagelang gesuchte dritte Attentäter vom Brüsseler Flughafen ist nach Medienangaben gefasst. Die Zeitung „Le Soir“ meldete, der festgenommene Fayçal C. sei von dem Taxifahrer identifiziert worden, der das Terrorkommando zum Flughafen gebracht habe.

Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Wie der Sender RTBF berichtete, werde noch auf das Ergebnis einer DNA-Analyse gewartet.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass am Freitag Haftbefehl gegen Fayçal C. wegen Beteiligung an terroristischen Morden erlassen wurde. Bei einer Durchsuchung seien bei dem Mann allerdings weder Waffen noch Sprengstoff gefunden worden.

In belgischen Medien kursierten am Samstag pikante Details. Demnach war der Verdächtige der Polizei bereits bekannt. Der Brüsseler Bürgermeister Yvan Mayeur hielt ihn für „gefährlich“, weil er versucht haben soll, Asylbewerber für seine radikalen Zwecke zu gewinnen. Die Justiz hielt die Bedenken nach einem Bericht von „Le Soir“ jedoch nicht für stichhaltig genug.

Haftbefehle wegen der Beteiligung an terroristischen Aktivitäten wurden auch gegen zwei weitere Verdächtige erlassen, die am Freitag bei Razzien festgenommen worden waren. Der Terrorismusverdacht gegen zwei in Deutschland festgenommene Männer erhärtete sich dagegen nicht.

Bei zwei Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einer Metro waren am Dienstag 31 Menschen getötet worden, darunter die drei Selbstmordattentäter. Mehr als 300 Personen wurden verletzt. Von den Todesopfern waren bis Samstag 24 identifiziert. Unter ihnen ist auch eine Frau aus Aachen. Rund 100 Verletzte sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch im Krankenhaus, davon 62 auf der Intensivstation.

Seit den Anschlägen war nach einem flüchtigen Komplizen gesucht worden. Auf dem Bild einer Überwachungskamera ist er in der Flughafenhalle rechts von den beiden Selbstmordattentätern Najim Laachraoui (24) und Ibrahim El Bakraoui (29) mit weißer Jacke und schwarzem Hut zu sehen. Nach der Festnahme von Fayçal C. hatte es schon am Freitag Spekulationen gegeben, es könnte sich bei ihm um den Gesuchten handeln.

Ein für Sonntag geplanter Gedenkmarsch in Brüssel für die Opfer der Terroranschläge wurde abgesagt. Die Polizeikräfte würden für die noch laufenden Fahndungen benötigt, hieß es.

Die griechische Polizei soll bereits im Januar 2015 in zwei Wohnungen in Athen Pläne entdeckt haben, die auf einen Terroranschlag auf den Flughafen von Brüssel hindeuteten. Schon damals seien die belgischen Behörden informiert worden, berichtete der Athener Nachrichtensender Skai am Samstag unter Berufung auf die griechische Polizei.

Nach den Razzien in Brüssel vom Donnerstag und Freitag sitzen weiterhin mehrere Verdächtige im Gefängnis. Neben Fayçal C. wurde gegen einen weiteren Mann Haftbefehl erlassen.

Gegen einen weiteren Verdächtigen, Aboubakar A., wurde ebenfalls Haftbefehl wegen Terrorverdachts erlassen. Ein Mann, der am Freitagnachmittag nahe einer Tram-Station im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek festgenommen wurde, sollte zunächst in Gewahrsam bleiben. Die Ermittler äußerten sich nicht dazu, ob die Festnahmen in Zusammenhang mit den Anschlägen in Brüssel oder Paris standen.

Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam will seit den Anschlägen von Brüssel nicht mehr mit Ermittlern sprechen. Der 26-Jährige war den Ermittlungen zufolge an den Pariser Anschlägen mit 130 Toten beteiligt und stand in Kontakt zu Mitgliedern der Terrorzelle, die die Selbstmordattentate in Brüssel verübten. Zu den Anschlägen hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

Zwei in Gießen und Düsseldorf festgenommen Männer stehen nach Angaben der Bundesanwaltschaft nicht in Verbindung mit den Terroranschlägen in Brüssel.

Justizmister Heiko Maas (SPD) hält Terroranschläge in Deutschland für möglich. „Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass der internationale Terrorismus eine Dauerschleife um Deutschland herum zieht“, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstag).

Der Brüsseler Flughafen, einer der Anschlagsorte, teilte am Samstag mit, dass die Gebäude trotz der Explosionen stabil seien. Dies betreffe auch die Bereiche, in denen das Handgepäck und Passagiere kontrolliert würden. Die Betreiber denken nun über die Einrichtung von Behelfsschaltern für den Check-in nach. Der Flughafen hatte zuvor mitgeteilt, dass Passagierflüge nicht vor Dienstag starten oder landen werden.

dpa

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